VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "IVG Shanghai 2015 Sektion B27. Thema: Literarische Herrscherbilder zwischen Gerechtigkeit und Despotie"
RessourcentypCall for Papers
TitelIVG Shanghai 2015 Sektion B27. Thema: Literarische Herrscherbilder zwischen Gerechtigkeit und Despotie
BeschreibungLiterarische Herrscherbilder zwischen Gerechtigkeit und Despotie
IVG Shanghai 2015 Sektion B27

Sektionsbeschreibung
Geschichtsschreibung ist eine Provinz der Literatur, die an der Grenze zweier benachbarter Territorien liegt und unter der Gerichtsbarkeit zweier feindlicher Mächte steht, der Vernunft und der Phantasie (vgl. Thomas Babington, Baron Macaulay of Rothley: Geschichte und Literatur. In: Stern, Fritz: The Varieties of History. S. 76.)
Die Gestaltung von historischen Herrscherfiguren und Königen ist seit dem Mittelalter und bis zur Gegenwart als ein beliebtes Thema in den verschiedensten Gattungen und Epochen der Weltliteraturen aber auch in den Medien zu verzeichnen. In Heldenliedern, Preisgedichten, Fürstenspiegeln, Spielmannsepen, Romanen, Dramen, Erzählungen, Reiseromanen und Regentenviten werden Herrscher charakterisiert aber auch kritisch bewertet. Manche Schriftsteller rekonstruieren den historischen Charakter von Führern, die sie nicht gekannt haben und unter dessen Regierungszeit sie nicht gelebt haben. Sie bedienen sich bei ihrer Darstellung ihrer eigenen Vorstellungskraft. Eine Fülle von literarischen Werken handelt nebenbei von Herrschern, in anderen treten diese als Hauptakteure und Protagonisten der Handlung auf. Manche Herrscher haben in der Nachwelt durch die Literatur legendären Ruhm erlangt, obwohl sie in der Geschichtsschreibung scharfe Kritik erfahren haben. Die Diskrepanz zwischen der historischen und der poetischen Darstellung ist in vielen Fällen auffallend. Herrscher wurden auf phantastische Weise in literarischen Werken stark idealisiert und als Beispiel von Pracht- und Machtentfaltung gefeiert. Oft ist die Beurteilung von ein und demselben Regenten durch verschiedene Autoren gegensätzlich und kontrovers. Einerseits liest man von idealen Herrscherfiguren, die als Vorbilder für Gerechtigkeit beschrieben werden, andererseits werden sie von zeitgenössischen Literaten oder in späteren literarischen Epochen als grausame Despoten und Tyrannen kritisiert. Hochschätzung, Verehrung und Verherrlichung auf der einen Seite, Tadel, Kritik und Abscheu auf der anderen Seite. Meinungsverschiedenheiten und zwiespältige Urteile von extremer Gegensätzlichkeit sind die zwei Seiten einer Medaille in der Rezeption von Herrscherfiguren. Wissenschaftliche Untersuchungen der Geschichte ließen manchen Gestalten, die in der Literatur als Despoten verschrien waren, historische Gerechtigkeit widerfahren.

Fragestellungen
1. Inwiefern steht die Darstellung von Herrscherfiguren im Spannungsfeld von Geschichte und Literatur?
2. Wie steht es um das Beziehungsgeflecht von Fakten und Fiktion? Welche Verflechtungen sind zu verzeichnen?
3. Nach welchen Prinzipien werden Herrscher in literarischen Werken dargestellt?
4. Können literarische Herrscherbilder als historische Quellen oder als zeitgeschichtliche Dokumente angesehen werden? Gelten fiktionale literarische Texte über historische Persönlichkeiten als Geschichtsverfälschung? Oder tragen sie sogar dazu bei, Klarheit zu verschaffen?
5. Welchen Erkenntnisbeitrag können literarische Texte über Herrscher leisten? Worin besteht die Besonderheit solcher Werke?
6. Welchen Stellenwert in der Gesellschaft können literarische Werke besitzen, die von Regenten handeln? Welche Rolle können sie für die Konstruktion eines nationalen Bewusstseins der Völker spielen?


Name des Leiters mit Kontaktinformationen
Prof. Dr. Aleya Khattab. Vizepräsidentin des IVG von 2005 bis 2010
Cairo University - PO Box 12613, Al-Gamea Street, Giza - Kairo – Ägypten
Faculty of Arts, German Department
E-Mail: khattabaleya@yahoo.de

Namen der Koleiter mit Kontaktinformationen
Dr. Arianna Di Bella
Università degli Studi di Palermo, Viale delle Scienze, ed. 12, 90128 Palermo
Dipartimento di Scienze Umanistiche
E-Mail: arianna.dibella@unipa.it

Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Hans-Christoph Graf v. Nayhauss
Advisory Professor der Hua Dong-Universität in Shanghai
Pädagogische Hochschule Karlsruhe (University of Education)
Postfach 4960 , D – 76032 Karlsruhe – Deutschland
E-Mail: nayhauss@ph-karlsruhe.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortShanghai
Bewerbungsschluss15.10.2014
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/40076

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 01.07.2014 | Impressum | Intern