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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Totenstille beim Heurigen. Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald "
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelTotenstille beim Heurigen. Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald
BeschreibungTotenstille beim Heurigen
Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald

Anlässlich des 70. Todestages des Autors
Wien 27.5. bis 28.5.2008

Verein Ödön von Horváth in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, den Wiener Vorlesungen und der Wienbibliothek im Rathaus sowie dem Österreichischen Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Konzept: Klaus Kastberger

Am 1. Juni 2008 jährt sich der Todestag Ödön von Horváths zum 70sten mal. Dies bietet den Anlass für eine Auseinandersetzung mit seinem berühmtesten Stück. Schon die Uraufführung der Geschichten aus dem Wiener Wald im Jahr 1931 in Berlin war eine Sensation. Unter der Regie von Heinz Hilpert agierte ein Starensemble mit stark österreichischem Einschlag. Horváth hatte es geschafft: Alfred Kerr bestätigte ihm, eine der stärksten Kräfte des gegenwärtigen Theaters zu sein. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten fand die Karriere des Autors in Deutschland jedoch schon wenig später ein abruptes Ende.

Nach 1945 entfalteten sich die Kräfte des Stückes zunächst zaghaft, bevor Horváth in den 1960er Jahren zu einem Lieblingsautor der kritischen Intelligenz avancierte. Die Geschichten verfilmte man mehrmals, darunter zweimal mit dem in beiden Rollen (als Fleischermeister Oskar und Zauberkönig) unvergessenen Helmut Qualtinger. Heute ist Horváth ein moderner Klassiker und Geschichten aus dem Wiener Wald eines der meistgespielten Stücke des deutschsprachigen Raumes eine bissige Gesellschaftsanalyse, die oft in den scheinbar einfachsten Sätzen abgründige Wirkung zeigt.

Ab 2009 erscheint bei de Gruyter die Wiener Ausgabe Ödön von Horváths. Mit dieser historisch-kritischen Edition eröffnet sich zu den Texten des Autors ein neuer Zugang, denn erstmals werden alle Notizen und Vorarbeiten sowie revidierte Endfassungen geboten. Horváth erweist sich als ein Textmonteur, der mit hochmodernen Cut-und-Paste-Verfahren operiert. Auch überraschende Inspirationsquellen werden sichtbar. Im Falle der Geschichten: Stoffe und Klischees der Weimarer Republik, die bis dahin eher in der Populärkultur als auf der Bühne zuhause waren.

Bis knapp vor der Premiere hat der Autor an den irren Sätzen (Peter Handke) seines Stückes gefeilt. Dabei reduzierte er den Text und präzisierte seine Wirkkraft. Am Schluss bleibt Marianne nur ein Stoßseufzer: Ich kann nicht mehr, jetzt kann ich nicht mehr. Stumm steht sie auf der Bühne und wird von ihrem Verlobten heimgeführt einer jener Momente einer gespenstischen Stille , für die man Ödön von Horváth bis heute schätzt.


Programm

Dienstag, 27.5.2008

16:00 (Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus)

Begrüßung: Sylvia Mattl-Wurm

Einleitung: Klaus Kastberger

Helmut Lethen: Die Anthropologie der Geschichten aus dem Wienerwald .

Konstanze Fliedl: schweigt. Texte und Paratexte zur Stille

Diskussion, Moderation: Alfred Pfoser


19:00 (Wiener Vorlesung, Volkshalle im Rathaus)

Franz Schuh liest Ödön von Horváth

(Dank für die Überlassung der Rechte an den Thomas Sessler Verlag, Wien)

Wendelin Schmidt-Dengler: Kitsch, Klischee und Kunst. Menschentypen bei Ödön von Horváth

Moderation: Klaus Kastberger


Mittwoch, 28.5.2008 (Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien)

16:00

Begrüßung: Marianne Gruber

Klaus Kastberger: Totenstille: Woher Horváth die Rede nimmt und wie er sie endet

Erwin Gartner: Genetische Exkursionen in den Wiener Wald

Diskussion, Moderation: Manfred Müller?


18:00

Evelyn Annuß: Schauplatz Stille

Claudia Benthien: Durationen des Nichts. Zeiterfahrung und Negation in Horváths Dramen

Diskussion, Moderation: Erwin Gartner


20:00

Podiumsdiskussion Praktiken der Inszenierung

Monika Meister (Theaterwissenschaftlerin, Wien), Daniela Strigl (Germanistin und Kritikerin, Wien), Franz Herzog (Regisseur Fischamender Spielleut), Ronald Pohl (Theaterkritiker, Wien), Moderation: Klaus Kastberger


PD Dr. Klaus Kastberger
Österreichisches Literaturarchiv
Österreichische Nationalbibliothek
Josefsplatz 1, 1015 Wien
Tel: 0043/1/53410 349
Fax: 0043/1/53410 340
klaus.kastberger@onb.ac.at
http://www.onb.ac.at

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWien
Beginn27.05.2008
Ende28.05.2008
PersonName: Kastberger, Klaus [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: klaus.kastberger@onb.ac.at  
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.05.00 Österreich; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren
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