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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Phantastische Literatur und Gesellschaftskritik im deutschen, niederländischen und skandinavischen Sprachraum"
RessourcentypCall for Papers
TitelPhantastische Literatur und Gesellschaftskritik im deutschen, niederländischen und skandinavischen Sprachraum
BeschreibungPhantastische Literatur und Gesellschaftskritik im deutschen, niederländischen und skandinavischen Sprachraum (Paris, März 2015)

Organisation: Dorian Cumps, Kees Snoek, Evelyne Jacquelin
Tragende Institutionen: Universität Paris-Sorbonne, Universität Artois
Wissenschaftlicher Beirat: Dorian Cumps, Antoine Guémy, Evelyne Jacquelin, Marie-Thérèse Mourey, Stéphane Pesnel und Kees Snoek

Die phantastische Literatur wird immer wieder mit der epischen Gestaltung von individuellen Ängsten in Verbindung gebracht; auf Grund des inszenierten Unterlaufens der Naturgesetze und der Infragestellung rationaler Normen eignet sie sich jedoch auch zur kritischen Auseinandersetzung mit sozialen Konventionen bzw. zur Darstellung von gesellschaftlichen Missständen, was häufiger in beunruhigender bis furchterregender Weise als auf groteske oder ironische Art geschieht. Die Ängste, die das Hereinbrechen des Unbekannten in den Alltag beim Leser oft auslöst, gehören tendenziell zu den Unterscheidungselementen zwischen der Phantastik und der Gesellschaftssatire oder der Science-Fiction – im letzten Fall kann die Gattung freilich auch sozialkritisch ausgerichtet sein, allerdings eher im Bereich der Zunkunfts- bzw. Anti-Utopie und durch den Rekurs auf andere Motive als in der Phantastik üblich. Natürlich bestehen (manchmal sogar bei ein und demselben Autor) Verbindungen zwischen den verschiedenen Gattungen oder Erzählmodi, denen man der Phantastik verwandte Kategorien wie die des Wunderbaren oder des magischen Realismus hinzufügen kann.

Eingehende übergreifende Studien oder spezielle Tagungsbände über die Beziehungen zwischen Phantastik und Gesellschaftskritik sind eher selten. Eines der wenigen Beispiele im französischen Sprachraum liefert etwa Jean Fabre in einem Kapitel seiner 1992 erschienenen Studie Le Miroir de sorcière, in dem er den „wirtschaftspsychologischen Diskurs“ und insbesondere das Thema der Verdinglichung untersucht.

Eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ausformungen der Phantastik in gesellschaftskritischer Hinsicht bleibt also ein ergiebiges Thema und kann zu neuen Ergebnissen führen.

Wir laden daher zu einem dreitägigen internationalen Kolloquium Ende März 2015 ein (das genaue Datum folgt).

Um das Programm attraktiv zu gestalten und den verschiedensten Formen der Beziehungen zwischen Phantastik und Gesellschaftskritik Rechnung zu tragen, setzen wir auf methodologische, thematische und hermeneutische Pluralität. Das Phantastische soll dabei nicht rein „exklusiv“, sondern auch in seinen Beziehungen zu verwandten Kategorien sowie transdisziplinär – z. B. intermedial – aufgefasst werden. Durch die Rückbeziehung auf die ästhetische Formenvielfalt des Imaginären wird das Untersuchungsfeld wesentlich bereichert, während das Fokussieren auf die gesellschaftliche Ausprägung der Phantastik in verschiedenen Sprachräumen – jeweils mit deren Geschichte und den spezifischen literaturtheoretischen Traditionen – notwendigerweise eine Vielfalt von Standpunkten mit sich bringt.

Um die Kommunikation zwischen einer größtmöglichen Anzahl der Teilnehmer zu ermöglichen, können die Beiträge auf Französisch, Deutsch oder Englisch vorgetragen werden.

Proposals (mit maximal 2000 Zeichen) sind bis zum 30.6.2014 an kees.snoek@yahoo.fr einzusenden.

Ein wissenschaftlicher Beirat mit Vertretern der Germanistik, Skandinavistik und Niederlandistik wird die Auswahl treffen und die Autoren Ende September Bescheid geben.


Bibliographische Angaben

Diese kurze Bibliographie soll zur theoretischen Orientierung über die wichtigsten Merkmale der Phantastik und ihre Geschichte als literarische Gattung seit der Romantik dienen. Sie berücksichtigt in erster Linie die französischsprachigen Veröffentlichungen; es sind aber auch einige der wichtigsten übergreifenden Studien und Nachschlagewerke in deutscher Sprache aufgenommen worden.

- Encyclopédie du fantastique. Valérie Tritter (Hg.). Paris, Ellipses, 2010 (mit vielen Beiträgen über den deutsch- und den niederländischsprachigen Raum).
- Phantastik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Hans Richard Brittnacher u. Markus May (Hg.). Stuttgart, Metzler, 2013.
- Bessière (Irène) : Le Récit fantastique. La poétique de l’incertain. Paris, Larousse, 1974.
- Bozzetto (Roger) u. Huftier (Arnaud) : Les Frontières du fantastique. Approches de l’impensable en
littérature. Valenciennes, Presses Universitaires, 2004, sowie weitere Werke Roger Bozzettos,
insbesondere Le Fantastique dans tous ses états, Aix-en Provence, Presses Universitaires,
2002.
- Durst (Uwe) : Theorie der phantastischen Literatur, Berlin, Lit Verlag, 2001/2010.
- Fabre (Jean) : Le Miroir de sorcière. Essai sur la littérature fantastique. Paris, Corti, 1992.
- Finné (Jacques) : La Littérature fantastique. Essai sur l’organisation surnaturelle. Bruxelles.
Éditions de l’ULB, 1980.
- Freund (Winfried) : Deutsche Phantastik. Die phantastische deutschsprachige Literatur von Goethe
bis zur Gegenwart. München, Fink, 1999.
- Goimard (Jacques) : Critique du fantastique et de l’insolite. Paris, Pocket, 2003.
- Jacquemin (Georges) : Littérature fantastique. Paris, Nathan, 1974.
- Lachmann (Renate) : Erzählte Phantastik. Zur Phantasiegeschichte und Semantik phantastischer
Texte. Frankfurt a. M., Suhrkamp, 2002.
- Malrieu (Joël) : Le Fantastique. Paris, Hachette, 1992.
- Mellier (Denis) : La Littérature fantastique. Paris, Le Seuil, 2000.
- Pollet (Jean-Jacques) : Introduction à la nouvelle fantastique allemande. Paris, Nathan, 1997, sowie : Écritures fantastiques allemandes. Arras, Artois Presses Université, 2010.
- Prince (Nathalie) : Le Fantastique. Paris, Armand Colin, 2008.
- Ruthner (Clemens), Reber (Ursula), May (Markus) (Hgg.) : Nach Todorov. Beiträge zu einer Definition des Phantastischen in der Literatur. Tübingen, Francke, 2006.
- Steinmetz (Jean-Luc) : La Littérature fantastique. Paris, PUF, 1990/2008.
- Todorov (Tzvetan) : Introduction à la littérature fantastique. Paris, Le Seuil, 1970.
- Tritter (Valérie) : Le Fantastique. Paris, Ellipses, 2001.
- Vax (Louis) : La Séduction de l’étrange. Essai sur la littérature fantastique. Paris, PUF, 1965/1987.
- Weisgerber (Jean, Hg.) : Le Réalisme magique. Lausanne, L’Âge dHomme, 1987.
- Zondergeld (Rein) : Lexikon der phantastischen Literatur. Frankfurt a. M., Suhrkamp, 1983.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortParis-Sorbonne
Bewerbungsschluss30.06.2014
PersonName: PESNEL, Stephan 
Funktion: Dozent 
E-Mail: stephanepesnel.sorbonne@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Université Paris-Sorbonne, UFR d'études germaniques et nordiques / EA 3556 
Strasse/Postfach: 108 bd Malesherbes 
Postleitzahl: 75017 
Stadt: Paris 
E-Mail: stephanepesnel.sorbonne@gmail.com 
LandFrankreich
BenutzerführungFranzösisch
SchlüsselbegriffeMotiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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