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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Nach der Hybridität II: Transplantation – Transkulturation"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelNach der Hybridität II: Transplantation – Transkulturation
BeschreibungAusgangspunkt der kulturwissenschaftlichen Tagung ist ein problematisch gewordener Begriff des Hybriden. Trotz aller kulturtheoretischer Bemühungen wird der Begriff des Hybriden immer wieder von den Konnotationen des Organischen und Botanischen eingeholt. Vor diesem Hintergrund geht die Tagung der Frage nach: inwiefern ist eine kulturtheoretische Abstraktion möglich und nötig?

Der ursprünglich aus der Botanik stammende Begriff der Transplantation wird heute vor allem in der Medizin verwendet: er bezeichnet klinische Operationen mit dem Zweck der Organverpflanzung. Zugleich findet der Transplantationsbegriff jedoch auch in vielen anderen übertragenen Bedeutungen Verwendung – etwa als Übersetzungsmetapher. So bezogen sich Philologen und Kulturwissenschaftler wie Friedrich Schleiermacher und Walter Benjamin mit ihren Übersetzungstheorien auf eine Tradition, die das verpflanzende Versetzen als Form der sprachlichen, aber auch der kulturellen Übersetzung in Dienst nimmt. Damit ist das ganze Spektrum möglicher Einflussnahmen von Kulturen auf andere Kulturen angesprochen, also das, was man als Transkulturation bezeichnet.

Die Workshop-Tagung versucht zu klären, warum historische Semantiken von Übersetzungstheorien bis heute auf biologische und organologische Metaphoriken rekurrieren. Inwiefern ist eine kulturtheoretische Abstraktion von derartigen 'Biologismen' und 'Essentialismen' möglich und nötig? Die Tagung möchte diesen Fragen nachgehen, indem sie 'Biologismen' gerade nicht zu vermeiden versucht, sondern ihrem metaphorischen Tenor vielmehr auf den Grund gehen will. Zu klären gilt insbesondere, wie körperliche Transplantationskonzepte mit kulturellen Transplantationskonzepten interagieren und inwiefern diese Interaktion ihrerseits zur Voraussetzung für Prozesse der Transkulturation und der Transplantation wird.

Datum: 3.-5. Juli 2014
Veranstaltungsort: Alexander-von-Humboldt-Haus der Universität Gießen (Rathenaustr. 24A, 35394 Gießen)

Programm:

Donnerstag, 3. Juli

15:00 Uhr Begrüßung

15:15 Uhr Ottmar Ette (Potsdam)
Anton Wilhelm Amo oder die Philosophie ohne festen Wohnsitz. Deportation – Transplantation – Transkulturation im 18. Jahrhundert

16:00 Uhr Uwe Wirth (Gießen)
Transplantation als Konzeptmetapher für kulturelle Übersetzungsprozesse

16:45 Uhr Kaffeepause

17:15 Uhr Benjamin Bühler (Berlin)
Reste der Hybridität. Recycling in Natur und Kultur

18:00 Uhr Ulrike Plath (Tallinn)
Gartenbau und Hybridität: Baltische Kultur- und Umweltgeschichte transkulturell

20:00 Uhr Ernst Rühl/Joachim Schmid (Geisenheim)
Interkontinentale Kollaboration zur Rettung der Weinkultur


Freitag, 4. Juli

9:30 Uhr Georg Toepfer (Berlin)
Das Organische als Bildspender für Transplantationsprozesse und die Hybridität wissenschaftlicher Begriffe

10:15 Uhr Silke Schicktanz (Göttingen)
Die Transplantation als medizinisches Paradigma

11:00 Uhr Kaffeepause

11:45 Uhr Volker Roelcke (Gießen)
Organverpflanzung und Gewebekultur: Medizinhistorische Aspekte

12:30 Uhr Mittagspause

14:30 Uhr Yvette Sánchez (St. Gallen)
Die (Re-)Animation von Fremdkörpern durch künstlerische und biologische Transplantate

15:15 Uhr Andreas Gailus (Ann Arbor)
Gehirne: Schreiben und Wissen in Gottfried Benns früher Prosa

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Irmela Krüger-Fürhoff (Berlin)
Zirkulation und Zitation in David Wagners Transplantationsroman Leben

17:15 Uhr Diskussion (Transfer zum Botanischen Garten)

18:00 Uhr Volker Wissemann (Gießen)
Vernetzte und verpflanzte Gene: Wenn Bastarde salon- und hoffähig werden


Samstag, 5. Juli

9:30 Uhr Annette Simonis (Gießen)
Zur Metaphorik des Kulturtransfers und Kulturaustauschs um 1800: Verpflanzungen bei Herder, Goethe, Schiller und Co.

10:15 Uhr Jens Kugele (Gießen)
Transplantation, Translokation und religiöse Imagination. Narrative der Beheimatung in zionistischen Schriften

11:00 Uhr Kaffeepause

11:30 Uhr Gesine Müller (Köln)
Les Cenelles: Eine louisianische Beere oder Dichtergruppe? Transkulturelles Schreiben in New Orleans nach 1804

12:15 Uhr Dirk Wiemann (Potsdam)
Grenzen der Transplantation – Von der mobilen Immobilität des Banyan

13:00 Uhr Abschluss und Imbiss

Die Tagungsreihe Nach der Hybridität wird von Prof. Dr. Ottmar Ette (Potsdam) und Prof. Dr. Uwe Wirth (Gießen) konzipiert und organisiert. Nach der Hybridität II: Transplantation und Transkulturation wird als Kooperation zwischen der Universität Potsdam (unter Beteiligung des Internationalen Graduiertenkollegs Zwischen Räumen / Entre Espacios) und der Universität Gießen (unter Beteiligung des Gießener Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI)) durchgeführt. Die Tagung ist öffentlich.

Kontakt: Prof. Dr. Uwe Wirth
Institut für Germanistik
Professur für Neuere deutsche Literatur und Kulturwissenschaft
Otto-Behaghel-Str. 10 B
35394 Gießen
Tel: (+49) 0641 99-29090 und 29091 (Sekretariat)
Fax: (+49) 0641 99-29099
E-Mail: Uwe.Wirth@germanistik.uni-giessen.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGießen
Beginn03.07.2014
Ende03.07.2014
PersonName: Wirth, Uwe [Prof. Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: Uwe.Wirth@germanistik.uni-giessen.de 
KontaktdatenName/Institution: Professur für Neuere deutsche Literatur und Kulturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Otto-Behaghel-Str. 10 B 
Postleitzahl: 35394 
Stadt: Gießen 
Telefon: +49 (0)641 99-29090 und 29091 (Sekretariat) 
Fax: +49 (0)641 99-29099 
Internetadresse: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/ndlk 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeSprachphilosophie / Kommunikationstheorie (Sprachtheorie, Sprachbegriffe); Geschichte der Germanistik; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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