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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Arbeitstagung "Literarische Denkformen""
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelArbeitstagung "Literarische Denkformen"
BeschreibungLiterarische Denkformen

Arbeitstagung vom 27. bis zum 28. Juni 2014
Stuttgart Research Center for Text Studies
Keplerstr. 17, Raum 17.21 (2. OG)

Wittgensteins provokanter und vielzitierter Satz „Philosophie dürfte man eigentlich nur dichten“ erweist sich als umso abgründiger, je länger man sich ihm zuwendet, denn er wirft eine Kaskade von Fragen auf: Wie steht es um die Trennung der Gattungen? Wie um deren Aufhebung? Impliziert und manifestiert die Aufhebung der Trennung nicht diese Trennung selbst? Ist nicht eine jede Philosophie als sprachlicher Ausdruck auf ,dichterischeˈ Mittel angewiesen? Und vice versa: Schlägt nicht jede Dichtung um in Philosophie, wenn man sich in sie denkend versenkt?
Die Fülle an Auseinandersetzungen mit dem weiten Feld von Philosophie und Literatur bezeugt deren innige Verbindung häufig auf unbefriedigende Weise: So dringen auf der einen Seite nicht selten Philosopheme in literaturwissenschaftliche Abhandlungen ein, mit denen philosophische Tiefe suggeriert wird, während auf der anderen Seite manche ,philosophischeˈ Abhandlung ihre Thesen mit literarischen Bezügen und Zitaten garniert, die sich als Dekor erweisen. Selbst wenn sich zuweilen der Gedanke einer Zwangsheirat aufdrängt, erwecken einige Autoren dennoch den Eindruck, dass zwischen Philosophie und Literatur eine Wahlverwandtschaft besteht.
Die Arbeitstagung Literarische Denkformen zielt weder darauf, philosophische Einflüsse bei Schriftstellern auszuweisen, noch darauf, sich einer Philosophie der Literatur anzunähern, sondern befragt literarische Texte auf das ihnen innewohnende Potenzial, selbst genuin philosophische Probleme aufzuwerfen und anzugehen. Die Analyse literarisch-rhetorischer Aspekte und deren Öffnung für philosophische Fragestellungen bietet zugleich ein Instrumentarium, mit dem die Textualität philosophischer Werke präziser in den Blick genommen werden kann. Philologisch geschulte Lektüren können anschließend aufweisen, wie philosophische Werke wiederum ,literarischeˈ Mittel verwenden und inwiefern sie für die Vermittlung von Erkenntnissen auf diese angewiesen sein könnten.
Die als Werkstattgespräch organisierte Tagung richtet sich in erster Linie an Nachwuchswissenschaftler, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg mit der genannten Problemstellung beschäftigen und sich über diese austauschen wollen. Dies wäre weiterführend im Rahmen eines zu beantragenden DFG-Netzwerks möglich, das sich den literarischen Denkformen in Philosophie und Literatur zuwendet. Diese und weitere Möglichkeiten der Vernetzung werden auf der Veranstaltung diskutiert.
Organisation: Marcus Andreas Born (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Claus Zittel (Stuttgart Research Center for Text Studies)

Veranstaltungsort: Universität Stuttgart, Abteilung NDL, Keplerstrasse 17,
Raum 17.21 (2. Stock)

27. Juni 2014

14.30 Marcus Andreas Born und Claus Zittel: Begrüßung

14.45 Marcus Andreas Born (Freiburg): Von den Blinden Sehen lernen. Günter Eichs Hörspiele.

15.30 Axel Pichler (Berlin): „die geselligkeitsschaftlichen und geilheitspolitischen ausdünstungen des kunstkörpers“. Philosophischer Versuch über Werner Schwabs Abfall, Bergland, Cäsar

16.15 Pause

17.00 Klaus Birnstiel (Basel): „Schwere Zeichen, dichte Diskurse, leichte Lektüre: zur poststrukturalistischen Matrix deutschsprachiger Gegenwartsliteratur“

17.45 Milena Massalongo (Verona) Gegen den Fetischcharakter der Schrift. Agamben vs. Brecht, oder die Auflösung des Werks in dessen „Geste“

18.30 Pause

18.45 Martin Endres (Leipzig): Denken zu Sprechen. Zur Dichtung Oswald Eggers

19.30 Abschluss


28. Juni 2014

10.00 Anne-Sophie Kahnt (Marburg): Die Umschrift der Philosophie Ludwig Wittgensteins im Spätwerk Ingeborg Bachmanns

10.45 Claudia Löschner (Stuttgart): „Ich weiß nur, daß es zu viel, zu viel ist für mein Bürgerhirn“. Ironische Schopenhauerlektüre und lebensphilosophisches Gepräge in Thomas Manns Buddenbrooks

11.30 Pause

11.45 Jørgen Sneis (Stuttgart): „Das Wesen der dichterischen Darstellung ist wie alles Leben nur durch eine zweite darzustellen“. Zur Funktion der Beispiele in Jean Pauls Vorschule der Ästhetik

12.30 Pause

14.00 Alexander Becker (Düsseldorf): Philosophie durch die Textform: Diderots Rameau’s Neffe

14.45 Claus Zittel (Stuttgart): Der „Cameleon“-Charakter der Affekte. Vernunft und Leidenschaften in Daniel Casper von Lohensteins Arminius -Roman

15.30 Abschlussdiskussion und Gesprächsrunde über ein DFG-Netzwerk

16.30 Ende

Kontakt: claus.zittel@ts.uni-stuttgart.de

Kontakt:
Cordula Tamborini
E-mail: cordula.tamborini@ilw.uni-stuttgart.de
Web: www.textstudies.uni-stuttgart.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortStuttgart
Beginn27.06.2014
Ende28.06.2014
PersonName: Cordula Tamborini 
Funktion: Verwaltungsangest. 
E-Mail: cordula.tamborini@ilw.uni-stuttgart.de 
KontaktdatenName/Institution: Stuttgart Research Centre for Text Studies 
Strasse/Postfach: Postfach 106037 
Postleitzahl: 70049 
Stadt: Stuttgart 
Telefon: 0711 685-83066 
Fax: 0711 685-83069 
E-Mail:  
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
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