VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "IVG-Panel: Fakten und Fiktion in Literatur und Medien"
RessourcentypCall for Papers
TitelIVG-Panel: Fakten und Fiktion in Literatur und Medien
BeschreibungEinladung zur Teilnahme und zum Vortrag XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG):
Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Shanghai, 23.–30.8.2015

Kongresswebseite: http://www.ivg2015-tongji.com

Sektion/Panel Sektion B4
Sektionsthema: Fakten und Fiktion in Literatur und Medien

Sektionsbeschreibung

Fiktionalität und Faktualität sind zwei Grenzziehungen für ein großes Feld in der Literatur und den Medien, auf dem sich radikal disparate Mitteilungs- und Schreibformen bilden. Sie alle sind gekennzeichnet durch eine Engführung von Realität / Authentizität und Fiktion, bis zu einem Grad, die beide Bereiche ununterscheidbar macht. Zum einen nutzen Autoren in faktualen Techniken, die als charakteristisch für fiktionale Literatur gelten, etwa für journalistische, historiographische und biographische Texte. Zum anderen beziehen sich fiktionale Texte sehr häufig auf reale Orte, Zeiten und Sachverhalte, d.h. das Reale wird fiktionalisiert. Die Funktion dieser Grenzverwischung ist so vielfältig wie ihre Spielformen: Dazu gehörten in der Literaturgeschichte die Dokumentarliteratur, die autobiographische und biographische Literatur und davor die Schlüsselliteratur.
Die klare Trennung zwischen realer und fiktiver Welt erscheint im Bereich 'Metafiktionalität' ohnehin fragwürdig: Unter den Schlagworten Metafiktionalität, autobiographisches Schreiben werden diese Darstellungstechniken bereits untersucht und verlieren die Aura des suspekten Trivialen oder ästhetisch Unfertigen. In der Vergangenheit ging es häufig um die emphatische Nähe der Literatur zum Leben (Dokumentarliteratur) oder um die Unterlaufung von Zensur und Kontrolle (Schlüsselliteratur, ‚äsopische’ Formen wie Satire, Parabel, Allegorie) oder um den skandalösen Eklat. 'Metafiktionale' Verfahren sind selbstverständlich nicht auf die Literatur beschränkt: Auch in der Filmwissenschaft werden diese Begriffe seit den Kindertagen des Kinos diskutiert. Großen Stellenwert hatte Ende der 50er Jahre der Authentizitäts-Diskurs zwischen Direct Cinema und Cinéma Vérité. Inzwischen sind zahlreiche Genres entstanden, in denen sich Fiktionalität und Faktualität mischen, vom Doku-Drama zum Reenactment, zur Doku-Soap und zu Reality-Shows. Metafiktion, ebenso wie nichtlineare Erzählweise, findet in Drehbüchern von Fictionfilmen, animierten Filmen und in Computerspielen ihren Ausdruck. Seit der Ausweitung der Erzählräume zunächst in Arthouse- und später in Mainstream-Produkten der Film-Industrie entstehen auch in
diesem Medium zunehmend gebrochene Erzählweisen. In der nichtlinearen Erzählweise werden die Elemente eines Drehbuches so angeordnet, dass jeder Perspektivwechsel die verschiedenen Elemente in veränderte Beziehungen zueinander stellt. Nicht die eine dramatische Veränderung der Richtung als vielmehr eine Verzweigung oder eine Verspiegelung der Handlung ist das Ziel.
Mit den multimedialen 3-D-Erzählwelten verwischen sich die Grenzen zwischen medialen und realen Orten mit kinematografisch erzeugte Phantasmen: zugleich wird der reale Bewegungsraum zum virtuellen Bewegungsraum erweitert. Die Welt im Film und die Welt in der Realität scheinen zu verschmelzen und zur Camouflage zu werden. 'Metafiktionale' Verfahren finden ganz aktuell vielfältige Anwendnung in der Netz-Literatur, etwa in fiktionalen Blogs Links zu Artikeln aus der „realen Welt“ und zu „fake“ Beiträgen. Auch interaktive nichtlineare Erzählungen, insbesondere Blog-Romane oder fiktive Tagebücher sind Formen der beabsichtigten Grenzverwischung.

Bitte senden Sie einen Abriss von 300 Wörtern und eine Kurzbiographie an Prof. Dr. Barbara von der Lühe (bvdluehe@gmx.de), Prof. Dr. Gertrud Maria Roesch (roesch@idf.uni-heidelberg.de), Prof. Dr. Yin Zhihong (yinzhihong2002@yahoo.de), Prof. Dr. Jürgen Heizmann (jurgen.heizmann@umontreal.ca) bis zum 1. September 2014.

Die Anmeldung zum Kongress und zur Sektion muss online über die Kongress-Webseite der IVG erfolgen. Für weitere Informationen über die Konferenz besuchen Sie bitte die IVG-Shanghai Webseite:
http://ivg2015-tongji.com/

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortShanghai
Bewerbungsschluss01.09.2014
Beginn23.08.2015
Ende30.08.2015
PersonName: Prof. Dr. Gertrud Maria Rösch  
Funktion: Professorin an einer Universität  
E-Mail: roesch@idf.uni-heidelberg.de  
KontaktdatenName/Institution: Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie 
Strasse/Postfach: Plöck 55 
Postleitzahl: 69126  
Stadt: Heidelberg 
Telefon: +49 6221 54 7211 
Fax: +49 6221 54 7597 
E-Mail: roesch@idf.uni-heidelberg.de 
Internetadresse: http://www.idf.uni-heidelberg.de/personal/roesch.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/39773

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 11.06.2014 | Impressum | Intern