VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "IVG-Panel: Thema: Die Sprache der Emotionen lesbar machen: 'Fremde' und 'eigene' Emotionskulturen"
RessourcentypCall for Papers
TitelIVG-Panel: Thema: Die Sprache der Emotionen lesbar machen: 'Fremde' und 'eigene' Emotionskulturen
BeschreibungGermanistik zwischen Tradition und Innovation - XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), Shanghai, 23.-30. August 2015

Call for Papers (Einsendeschluss: möglichst bis 1. Oktober 2014 an die Sektionsleiter)

Sektion B 8: Thema: Die Sprache der Emotionen lesbar machen: 'Fremde' und 'eigene' Emotionskulturen

Sektionsbeschreibung
Das schwer fassbare Begriff ‚Emotion‘ wird nicht erst seit dem von Thomas Anz ebenso griffig wie kategorisierend postulierten ‚emotional turn‘ von der germanistischen Literaturwissenschaft in seiner Komplexität wahrgenommen und dargestellt. Es scheint sich in der Literaturwissenschaft der Konsens herausgebildet zu haben, dass Emotionen immer erst durch die Versprachlichung ›lesbar‹ und ›sichtbar‹ gemacht und in ihren differenzierten und komplexen Abstufungen und Vermischungen durch Sprache, wenn überhaupt, erst konstruiert werden können. „Empfindung und Wort sind sich so gar entgegen: der wahrhafte Affekt ist stumm, durchbraust unsre ganze Brust inwendig eingeschlossen.“ Was Herder hier 1764/65 auf dem Höhepunkt der Empfindsamkeit über das Verhältnis von Emotion und Sprache sagt, gilt auch heute noch als grundsätzliches Problem.

Es stellt sich die Frage, wie diese Komplexität der Emotionsdarstellung und textuelle Strategien zur Emotionalisierung des Rezipienten in den diversen literarischen Gattungen und Genres funktionieren, besonders wenn transkulturelle Unterschiede in der Repräsentation von Emotionen eine Übersetzungsleistung fordern, die auch passend als ‚Sprachgefühl‘ zu bezeichnen ist. Gerade die Konfrontation mit der jeweils ‚indigenen Gefühlskultur‘ stellt in anderssprachigen Texten – so beispielsweise in? deutschsprachiger Literatur für Nichtmuttersprachler – eine Herausforderung an den Leser dar. Diese Übersetzungsarbeit leisten Germanisten aus nichtdeutschsprachigen Kulturen oft indirekt, wenn sie sich auf deutschsprachige Literatur einlassen. Die Übersetzer deutschsprachiger Literatur in Sprachen anderer und fremder Kulturkreise leisten diese Übersetzung fremder Gefühle ins Eigene direkt.

In der Sektion soll vor allem die kulturell unterschiedliche ‚Kodierung‘ von Emotionen im Hinblick auf die Textlektüre und deren (wissenschaftliche) Leser diskutiert werden. Im transkulturellen Austausch sollen einerseits die historisch und kulturell unterschiedlichen Lektüren der ›Sprache der Emotionen‹ in der deutschsprachigen Literatur reflektiert werden, andererseits sollen die Schwierigkeiten diskutiert werden, diese ‚Sprache der Emotionen’ für Angehörige nichtdeutscher Kulturen lesbar zu machen.
Fragestellungen
In den Vorträgen können u.a. folgende Fragen angesprochen werden:
1. Wie werden fremde Emotionen / Emotionen Fremder in deutschsprachigen Texten seit dem 18. Jahrhundert dargestellt?
2. Werden in der Emotionsdarstellung deutschsprachiger oder fremdsprachiger Literatur ‚typisch deutsche‘ (auch regional unterschiedliche) Emotionen thematisiert?
3. Gibt es Konventionen, Emotionen so darzustellen, dass sie sich ‚übersetzen‘ lassen?
4. Mit welchen Mitteln und Stoffen reflektiert interkulturelle Literatur die Problematik der Vermittlung von Emotionen?
5. Inwiefern steuern gerade die Übersetzungen von Emotionsdarstellungen die Lesewirkung und wie ist damit umzugehen?
6. Wie lässt sich die Emotionalisierung in Texten beschreiben und übersetzen?
7. Welche Analyse-Instrumente stehen der interkulturellen Germanistik zur Verfügung, die mehrfache Übersetzung von Emotionen – in Sprache, und wiederum in andere Sprache – zu beschreiben?

Bitte melden Sie sich zum Kongress und zur Sektion über die IVG-Shanghai Webseite http://ivg2015-tongji.com online an (Anmeldeschluss 31. Dezember 2014) und senden Sie den Abstract zusammen von max. 200 Wörtern und eine Kurzbiographie auch an die Sektionsleiter, möglichst bis zum 1. Oktober 2014:
Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape (w.pape@uni-koeln.de), Prof. Dr. Serge Alphonse Glitho, Université de Lomé (serge.glitho@gmail.com), Prof. Huang Keqin, Tongji Universität (huangkeqinface@gmail.com) und Prof. Madhu Sahni, Jawaharlal Nehru University (madhusahni84@gmail.com).

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortShanghai
Bewerbungsschluss01.10.2014
Beginn23.08.2015
Ende30.08.2015
PersonName: Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape 
Funktion: Sektionsleiter 
E-Mail: w.pape@uni-koeln.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape, Institut für deutsche Sprache und Literatur I, Universität zu Köln 
Strasse/Postfach: Albertus-Magnus-Platz 
Postleitzahl: 50923 
Stadt: Köln 
Telefon: 0221-470-2444 
Fax: 0221-470-5107 
E-Mail: w.pape@uni-koeln.de 
Internetadresse: http://idsl1.phil-fak.uni-koeln.de/10105.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/39738

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 11.06.2014 | Impressum | Intern