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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "IVG-Panel: Tendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90: Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle"
RessourcentypCall for Papers
TitelIVG-Panel: Tendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90: Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle
BeschreibungSektion B 15: Tendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90:
Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle

XIII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG)
Shanghai, 23.–30.08.2015; Page: http://www.ivg2015-tongji.com

Weil Identität sich im ständigen Wandel kommunikativer und diskursiver Prozesse ausbildet, wird in der Forschung davon ausgegangen, dass Identität kein statisches oder festes Produkt ist. Sie stellt vielmehr ein temporäres Ergebnis der Selbst- und Fremdbestimmung eines Individuums dar. Literatur tritt in diesem Zusammenhang in der Funktion eines Dokuments oder Speichers verschiedener Modelle der Identitätsbildung auf, die in einer bestimmten Zeit-spanne beispielweise unter Bezug auf historisch-epochale oder räumlich-nationale Verortungen möglich sind. In der Literatur werden diese Identitätsmodelle einerseits entwickelt andererseits mit identitätsfundierenden oder -destruierenden Korrelaten versehen. Infolge eines andauernden sprachlich-narrativen Prozesses werden Identitätsbilder so immer wieder neu entworfen, konstruiert und in (Erzähl-)Texten gespeichert. Auf der Basis dieser An-nahmen ist zu fragen, wie die Konstruktionen von Identität im Hinblick auf die Wahr-nehmung des Fremden im Eigenen und Eigenen im Fremden, im Hinblick auf ein gegen-wärtiges und vergangenes Selbst sowie im Hinblick auf eine reflexive Setzung und Entsetzung des Selbst in der Literatur nach 1989 realisiert werden. In der deutschsprachigen Literatur nach 1989 lassen sich somit nicht nur Identitätsmodelle unterscheiden, die auf nationaler, kultureller, religiöser, ökonomischer oder körperlicher Basis entwickelt werden, sondern auch solche, die auf der Basis spezifischer theoretischer Modelle – etwas der des Poststrukturalismus – entworfen werden. In dieser Sektion wird daher die Frage nach diesen und anderen literarischen Modellen gestellt:
1. Einen ersten Schwerpunkt bietet die literarische Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Identität nach dem Mauerfall: Bedeutet das Ende der sozialistischen Ära für die Autoren eine Chance zur Wiedererringung einer ‚echten‘ individuellen oder kollektiven Identität oder handelt es sich bloß um die Aufhebung der Illusion einer gemeinsamen kollektiven Gesellschaft – etwa unter dem Primat eines neuen ‚unternehmerischen Selbst‘? Was wird im Zuge dessen als Erinnerung, was als zu verstetigender Wert, was als Utopie oder Dystopie gesetzt?
2. Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt der Sektion ist der Erforschung transkultureller Fragen gewidmet, welche in die deutschsprachige Literatur nach 1989 breiten Eingang fanden. In der sogenannten transkulturellen Literatur – so eine gängige These – bildet sich die Reflexivität der Identität am deutlichsten aus, da gerade in den Texten von Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund das Nationale, Ethnische und Kulturelle einer unaufhörlichen Selbst-befragung zum Zwecke einer Einschätzung der Identität der Figuren und somit gewisser-maßen auch der Autoren selbst unterworfen ist.
3. Wenn davon ausgegangen wird, dass gesellschaftliche Entwicklungsprozesse sich nicht evolutionär oder gesetzmäßig vollziehen, sondern von der Raum-Zeit-Ausdehnung der sozialen Systeme und strukturellen Gegebenheiten abhängig sind, dann ist produktiv zu fragen, wie die Literatur im Hinblick auf den Entwurf neuer Identitätsmodelle unter dem Ein-fluss des gesellschaftlichen Wandels sozialer Werte und der Veränderungen reagiert, die durch multikulturelle, globalisierte Lebensformen ausgelöst werden.
4. Nicht zuletzt kann und soll gefragt werden, wie sich eine 1989/90 selbst schon in Agonie befindende literarische Postmoderne samt ihrer Konzepte der Hybridisierung und Ent-grenzung – auch des Selbst – seitdem in der deutschsprachigen Literatur niederschlägt bzw. wie man sich dort von solchen Konzepten explizit oder implizit befreit und zu neuen vielleicht auch wieder zu konservativeren Formen literarischer Identitätsbildung findet.

Weitere Konkretisierungen und Präzisierungen durch die Referentinnen und Referenten auch hinsichtlich verwandter und angrenzender Textsorten – Literaturverfilmung, Graphic Novel, Comic, Autorenfilm, Theaterinszenierungen et al. – sind ausdrücklich erwünscht.

Bei Interesse bitten wir um Rückmeldung mit einem konkreten Themenangebot inklusive eines kurzen Abstracts und einer Kurzvita von insgesamt maximal einer Seite bis zum 01. September 2014 an beide der folgenden Adressen:

dr hab. Monika Wolting, monika.wolting@uni.wroc.pl
Katja Obst (Sekretariat), obst@tu-cottbus.de

Sektionsleitung:
dr hab. Monika Wolting (Uniwersytet Wrocławski, Polen)
Prof. Dr. Christer Petersen (Brandenburgische Technische Universität, Deutschland)
Prof. Dr. Markus Joch (Keio University, Japan)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortShanghai
Bewerbungsschluss01.09.2014
Anmeldeschluss01.09.2014
Beginn23.08.2015
Ende30.08.2015
PersonName: dr hab. Monika Wolting 
Funktion: wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: monika.wolting@uni.wroc.pl 
KontaktdatenName/Institution: Instytut Filologii Germanskiej Uniwersytet Wroclawski 
Strasse/Postfach: pl. B. Nankiera 15 b 
Postleitzahl: 50-140 
Stadt: Wroclaw 
E-Mail: monika.wolting@uni.wroc.pl 
Internetadresse: monikawolting.pl 
LandPolen
BenutzerführungPolnisch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur nach 1945; Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.03.00 Literaturgeschichtsschreibung
Ediert von  H-Germanistik
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