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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "RSA Berlin 2015: Secrecy and Revelation / Geheimnis und Offenbarung"
RessourcentypCall for Papers
TitelRSA Berlin 2015: Secrecy and Revelation / Geheimnis und Offenbarung
BeschreibungThe 61st Annual Meeting of the Renaissance Society of America
Berlin, 26-28 March 2015

Secrecy and Revelation

In book three of De occulta philosophia, Agrippa von Nettesheim advises that whoever studies the divine, should “keep silence and constantly conceal within the secret closets of your Religious breast, so holy a determination; for … to publish to the knowledge of many a speech thoroughly filled with so great majesty of the Deity is a sign of irreligious spirit.”

Agrippa articulates here a paradox in representations of divine knowledge. He posits that such knowledge should and even must be kept secret within the intimacy of one’s own heart; the attempt to communicate it can only express its falsity or absence. This may be because knowledge and experiences of the divine ontologically resist representation—they are by their very nature non-discursive; or it may be that silence is an epistemological condition for laying claim to possessing such knowledge.

We invite submissions that investigate how early modern texts, images, and other media navigate this paradox and transmit secrets of religion, society, and nature to an esoteric community. What type of epistemological community do they produce? What iconic, rhetorical, and other techniques do they employ to represent the occult? How do they reflect the contradiction between their esoteric content and their exoteric form? How do early modern institutions and media produce and transmit esoteric knowledge? We hope to assemble a panel from various disciplines spanning early modernity that puts into relief various modes of esoteric figuration and representation.

If interested, please send an abstract (150 words) with paper title, keywords, and curriculum vitae (one page) by June 6 to Daniel Kazmaier (daniel.kazmaier@uni-tuebingen.de) and Anthony Mahler (aemahler@uchicago.edu). Submissions may be in German or English.


Geheimnis und Offenbarung

Im dritten Buch von De occulta philosophia rät Agrippa von Nettesheim allen, die Gott suchen: „Wer du auch immer sein magst, der du diese Wissenschaft zu erlernen trachtest, bewahre eine so heilige Lehre mit gewissenhaftem Stillschweigen im Innersten deiner Brust und ziehe den Schleier einer unverbrüchlichen Verschwiegenheit darüber. Denn es wäre … eine irreligiöse Handlung bei einer von der göttlichen Majestät so sehr erfüllten Lehre, Viele zu Mitwissern zu machen.“

Agrippa macht hier auf ein Paradox aufmerksam, das alle Darstellungen des Göttlichen bzw. dessen Wissen durchzieht. Er fordert ein geheimes Wissen, das die Intimsphäre des eigenen Herzens niemals verlässt und brandmarkt jeglichen Versuch ein solches Wissen in großem Stile mitzuteilen. Eine Weitergabe der „heiligen Lehre“ an Viele drücke lediglich das kommunikative Scheitern aus, markiere die Abwesenheit von religiösem Wissen, ja stelle geradezu eine Profanierung dar. Denn sowohl das Wissen als auch die Erfahrung des Göttlichen entziehen sich jeglicher Repräsentation – sie sind nicht-diskursiv. Das Stillschweigen ist eine geradezu epistemologische Bedingung um Anspruch auf ein solches religiöses Wissen zu erheben.

Wir freuen uns auf Vorschläge, die danach fragen, wie Texte und Bilder in der Frühen Neuzeit dieses Paradox bespielen und göttliche, natürliche, und politische Geheimnisse einer esoterischen und das heißt begrenzten Gemeinschaft übermitteln. Welche Art von Öffentlichkeit produzieren solche Verfahren? Welche bildlichen und rhetorischen Verfahren verwenden sie, um das Okkulte darzustellen und weiter zu geben? Wie gehen sie mit dem Widerspruch zwischen esoterischem Inhalt und exoterischer Form um? Auf welche Art und Weise produzieren und vermitteln die Institutionen und Medien in der Vormoderne esoterisches Wissen und welche Bedingungen ermöglichen ein solches Wissen? Wir laden Beiträge aus der Geschichts-, Kunst- und Literaturwissenschaft sowie der Philosophie und Theologie ein, die die ganze Bandbreite der Vormoderne ausmessen, um so den unterschiedlichen Modalitäten von esoterischer Figuration und Repräsentation ein Profil zu geben.

Bitte senden Sie Ihre Beitragsvorschläge als abstract (150 Wörter) mit Titel, Schlagwörtern und Kurzvita (eine Seite) bis zum 06.06. an Daniel Kazmaier (daniel.kazmaier@uni-tuebingen.de) und Anthony Mahler (aemahler@uchicago.edu). Die Vortragssprachen sind Deutsch und Englisch.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss06.06.2014
Beginn26.03.2015
Ende28.03.2015
PersonName: Anthony Mahler 
Funktion: Graduate Student 
E-Mail: aemahler@uchicago.edu 
KontaktdatenName/Institution: Anthony Mahler 
Strasse/Postfach: Markgäflerstrasse 5 
Postleitzahl: 4057 
Stadt: Basel 
E-Mail: aemahler@uchicago.edu 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/39461

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