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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Monströse Ordnungen und Schwellenfiguren"
RessourcentypCall for Papers
TitelMonströse Ordnungen und Schwellenfiguren
BeschreibungTagung: „Monströse Ordnungen und Schwellenfiguren“ (Call for Papers)

Veranstalter: Prof. Dr. Georg Mein (Université du Luxembourg), Prof. Dr. Achim Geisenhanslüke (Universität Regensburg)
Veranstaltungsort: Université du Luxembourg, Campus Walferdange
Veranstaltungstermin: 30.Oktober-01.November 2008
CFP-Deadline: 31.Mai 2008


Das Monster, so Michel Foucault 1975 in der Vorlesung über "Die Anormalen", sei „das große Modell aller kleinen Abweichungen“. Foucaults prägnante Bestimmung des Monsters als paradigmatisches Modell anomalischer Devianz leitet sich aus dem prekären Status einer Schwellenfigur zwischen den Ordnungen her, aus deren Inkommensurabilität in den symbolischen Räumen eines identifizierenden Wissens von den Lebewesen und ihren Gattungen. Genügt es in seiner Sichtbarkeit dem Prinzip der Erkennbarkeit, so zeigt sich das Monster zugleich als eine äußerlich gezeichnete Schimäre zwischen den Ordnungen des Menschlichen und des Nichtmenschlich-Animalischen (Mensch/Tier-Wesen), zwischen den üblicherweise distinkten Ordnungen individueller Körper oder zwischen den Ordnungen der Geschlechter. Dergestalt markiert es einen doppelten Gesetzesbruch, nicht nur scheinbar natürlicher Gesetze einer harmonisch geordneten Schöpfung, sondern auch ziviler Gesetze, wie Foucault an der vor- und frühmodernen Rechtsgeschichte der ‚Monster-Prozesse‘ gegen siamesische Zwillinge und Hermaphroditen zeigt. Nach einer ‚Logik der Ausnahme‘ (Giorgio Agamben) provoziert das Monster das zivile Gesetz, an die eigene Grenze zu treten, selbst von seiner Regel abzuweichen und seine grenzenlose Souveränität auf die Probe zu stellen.

Die Tagung „Monströse Ordnungen und Schwellenfiguren“ thematisiert das Anormale als eine paradigmatische Figur der Abweichung, um zugleich die Frage nach den Normen und Normalitäten zu stellen, deren Überschreitung es markiert. Das Ziel der Tagung liegt darin, in systematisch-theoretischer wie historisch-vergleichender Perspektive einen Begriff des Monströsen zu profilieren, der für Text-, Bild- und Inszenierungsanalysen gleichermaßen operationalisierbar gemacht werden kann. Im Anschluss an Foucault, Agamben u. a. geht es um den Versuch einer theoretischen Systematisierung des Monströsen, aus der sich eine Typologie monströser Figuren wie eine Ästhetik monströser Verfahren ableiten lässt.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Literalität und Liminalität“ (www.germanistik.lu) findet die Tagung „Monströse Ordnungen und Schwellenfiguren“ vom 30.Oktober bis zum 1.November 2008 an der Universität Luxemburg statt. Bewerbungen sind bis zum 31. Mai 2008 an Prof. Dr. Georg Mein zu richten.


KONTAKT:
Prof. Dr. Georg Mein
Université du Luxembourg
Laboratoire de linguistique et de littérature allemandes
Campus Walferdange
Route de Diekirch
L-7220 Walferdange
Tel.: (00352) 46 66 44-6815
georg.mein@uni.lu
www.germanistik.lu

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWalferdange
Bewerbungsschluss31.05.2008
Beginn30.10.2008
Ende01.11.2008
PersonName: Mein, Georg [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: georg.mein@uni.lu  
KontaktdatenName/Institution: Laboratoire de linguistique et de littérature allemandes, Université du Luxembourg 
Strasse/Postfach: Campus Walferdange, Route de Diekirch 
Postleitzahl: L-7220 
Stadt: Walferdange 
Telefon: +352 46 66 44-6815 
LandLuxemburg
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
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