VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Was wird Medienphilologie sein?"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelWas wird Medienphilologie sein?
BeschreibungWas wird Medienphilologie sein? (Bochum, 14.5.2014-17.5.2014)

Konferenz an der Ruhr-Universität Bochum, IfM Institut für Medienwissenschaft
Organisation: Prof. Dr. Friedrich Balke (Bochum) / Dr. Rupert Gaderer (Bochum)

Wer Philologie betreibt, sammelt, ediert, kommentiert und archiviert ›Texte‹, um sie für potentielle Leser und Leserinnen verfügbar zu machen. Diese philologischen Operationen sind seit der Entstehungszeit der Philologie im späten 18. und ihrer Institutionalisierung im 19. Jahrhundert in Mediensystemen verankert: Forschungs- und Bildungsanstalten wie Universitäten, Bibliotheken, Archive, Museen oder Schulen konstituieren unter medialen Bedingungen das Erkenntnisinteresse der Philologie, nämlich ›Texte‹. Die Philologie im klassischen Sinn ist Sammlung und Geschichte textueller Artefakte, sie kümmert sich um das Alte. Die Konferenz zieht andere Fluchtlinien, indem sie fragt: Was wird Medienphilologie sein?

Wer Medienphilologie betreibt, erweitert den Kompetenzbereich der Philologie, indem nicht lediglich ›Texte‹ sondern auch Medien einer vergangenen und gegenwärtigen Kultur zum Gegenstand des Erkenntnisinteresses werden. Die Identifizierung der Medien (Manuskripte, Bild- und Tonträger, digitale Datensätze), die aufgrund ihrer kulturellen Funktion weiterüberliefert werden, verweist auf die Etablierung eines medienphilologischen Kanons.

Wer Medienphilologie historisiert, hebt die signifikante Bedeutung von medialen Praktiken bei der Institutionalisierung und Ausdifferenzierung der Philologie als wissenschaftliche Disziplin hervor und fragt nach einer Mediengeschichte der Philologie, die sich ebenso als eine Philologiegeschichte der Medien erweist. Außerdem wird unter dieser Prämisse die enge Verbindung von Medienwissenschaft und Philologie sichtbar, die sich als eine Transformation der Philologie in eine Kultur- und Medienwissenschaft begreifen lässt.

Wer Medienphilologie aktualisiert, interessiert sich für mediale Fassungen der Philologie und die dabei historisch variierenden Aufschreibetechnologien und –systeme, Apparaturen und Verfahren des Suchens, Blätterns und Findens. Zudem wird die Aufmerksamkeit nicht lediglich auf den ›Text‹ als essentielle Vorlage (Drehbuch, Hörspielskript etc.) gerichtet, sondern danach gefragt, inwiefern intermediale Relationen beobachtbar werden und ›Texte‹ die Strukturen und Effekte anderer Medien evozieren.

Wer Medienphilologie radikalisiert, verneint die Behauptung, dass es keine Theorie der Medienphilologie gibt und fordert eine methodisch reflektierte Re-Medialisierung der Philologie.

Die Konferenz verbindet Literatur- und Medienwissenschaften und soll einen produktiven Austausch zwischen den TeilnehmerInnen über ihre eigenen Disziplinen hinaus ermöglichen.


ACHTUNG: Nähere Informationen zur Konferenz »Was wird Medienphilologie sein?«, zum Forschungsnetzwerk »Grundbegriffe der Medienphilologie« und zur Ringvorlesung »Was ist Medienphilologie?« am IfM Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum unter: http://www.ruhr-uni-bochum.de/medienphilologie/index.htm


PROGRAMM


Mittwoch, 14. Mai 2014

Begrüßung
12:45-13:30
David Nelting (Bochum)
Grußwort des Dekans der Fakultät für Philologie

Friedrich Balke (Bochum) / Rupert Gaderer (Bochum)
Was wird Medienphilologie sein? Zur Reichweite einer Frage

Panel 1: Digitale Philologie
Moderation: Sebastian Vehlken (Lüneburg/IFK Wien)

13:30-14:30
Uwe Wirth (Gießen)
Computer-Papier-Philologie

14:30-15:30
Anna Tuschling (Bochum)
Capotes Wurf – Sprache und Diskretes als Probleme der digitalen Philologie

15:30-16:00 Kaffee-Pause

16:00-17:00
Claus Pias (Lüneburg)
Kann Medienphilologie eine Lebensform sein?

Keynote
17: 30 – 19:30
Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford)
Tautologie des Bewahrens? Das Zeitalter des elektronischen Text-Kuratierens und seine Philologien


Donnerstag, 15. Mai 2014

Panel 2: Film-Philologie
Moderation: Elke Dubbels (Bonn)

09:00-10:00
Simon Rothöhler (Berlin)
Streaming (Outtakes)

10:00-10:30 Kaffee-Pause

10:30-11:30
Volker Pantenburg (Weimar)
To use is to misuse. Helmut Färbers filmphilologische Arbeiten

11:30-12:30
Lisa Gotto (Köln)
Mobile Movies. Zur Medienphilologie des Handyfilms

12:30-14:00 Mittags-Pause

Panel 3: Mediengeschichte der Philologie
Moderation: Arndt Niebisch (Wien)

14:00-15:00
Martin Stingelin (Dortmund)
Archäologie/Genealogie der Medienphilologie (Friedrich Kittler)

15:00-16:00
Christina Lechtermann (Bochum)
ein grund/ anleitung vnd verstendigen eingang – die ›Philologia‹ bei Walter Ryff

16:00-16:30 Kaffee-Pause

16:30-17:30
Peter Risthaus (Bochum)
Fischen im Trüben? Verkleinerung von Texten und Metadaten durch Mikrofilm

17:30-18:30
Sebastian Döring (Berlin) / Jan-Peter E.R. Sonntag (Berlin)
apparatus operandi – Philologie der Schaltung?


Freitag, 16. Mai 2014

Panel 4: Kulturtechniken der Philologie
Moderation: Hendrik Blumentrath (Berlin)

09:00-10:00
Armin Schäfer (Hagen)
Erzählstimmen

10:00-10:30 Kaffee-Pause

10:30-11:30
Dietmar Schmidt (Erfurt)
Umblättern statt lesen. Philologie und Idiosynkrasie bei Thomas Bernhard

11:30-12:30
Eva Horn (Wien)
Lesen und lesen lassen. Über philologische Dienstbarkeit

12:30-14:00 Mittags-Pause

Panel 5: Wissensgeschichte der Philologie
Moderation: Hanna Engelmeier (Bochum)

14:00-15:00
Yvonne Wübben (Bochum)
---*): Philologie und Buchgestaltung am Beispiel von Lyrikeditionen im 19. Jahrhundert

15:00-16:00
Werner Michler (Salzburg)
Methoden und Maschinen. Wissensgenerierung im philologischen ›Positivismus‹

16:00-16:30 Kaffee-Pause

16:30-17:30
Michael Cuntz (Weimar/Bochum)
Die Spreu vom Weizen trennen. Selektion und Kollektion

Keynote
18:00-20:00
Julika Griem (Frankfurt a.M.)
Werkherrschaft durch Webauftritt? Autoren-Homepages als Objekt einer Medienphilologie


Samstag, 17. Mai 2014

Netzwerk-Treffen: Grundbegriffe der Medienphilologie

9:30-10:00
Rupert Gaderer (Bochum)
Einleitung

10:00-13:00 Antragsplanung
Mitglieder des Netzwerks:
Hendrik Blumentrath (Berlin), Martin Doll (Luxembourg), Elke Dubbels (Bonn), Anna Echterhölter (Berlin), Daniel Eschkötter (Weimar), Paul Feigelfeld (Lüneburg), Rupert Gaderer (Bochum), Moritz Hiller (Berlin), Ingrid Kleeberg (Hannover), Isabel Kranz (Erfurt), Sophie Ledebur (Berlin), Harun Maye (Weimar), Arndt Niebisch (Wien), Clemens Peck (Salzburg), Sebastian Vehlken (Lüneburg/IFK Wien), Nina Wiedemeyer (Berlin)

ORT: Ruhr-Universität Bochum, IfM Institut für Medienwissenschaft

URL: http://www.ruhr-uni-bochum.de/medienphilologie/

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.ruhr-uni-bochum.de/medienphilologie/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBochum
Beginn14.05.2014
Ende17.05.2014
PersonName: Rupert Gaderer 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: rupert.gaderer@rub.de 
KontaktdatenName/Institution: Dr. Rupert Gaderer / Ruhr-Universität Bochum, IfM Institut für Medienwissenschaft 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 150 
Postleitzahl: 44780  
Stadt: Bochum 
E-Mail: rupert.gaderer@rub.de 
Internetadresse: http://www.ruhr-uni-bochum.de/ifm/institut/mitarbeiterinnen/wiss_gaderer.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMethodologie / Wissenschaftsgeschichte; Sprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Computerphilologie; Editionstheorie; Geschichte der Germanistik; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.04.00 Wissenschaftsgeschichte; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland > 19.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich > 19.11.03 Geistes- und Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/38846

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 29.04.2014 | Impressum | Intern