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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Vom Eigenwert der Literatur"
RessourcentypCall for Papers
TitelVom Eigenwert der Literatur
BeschreibungCALL FOR PAPERS für den Sammelband: Vom Eigenwert der Literatur

Literatur findet sich seit jeher einerseits dem Vorwurf ausgesetzt, Unwahres, Irrelevantes oder gar Unverantwortliches zu schaffen, andererseits wird ihr aber auch ein alleingültiger Anspruch auf Wahrhaftigkeit zugesprochen. In einer Zeit virulenter Diskussionen um die Legitimation und den Stellenwert der Geistes- und damit auch Literaturwissenschaften möchte der Band mit differenzierter Genauigkeit Möglichkeiten und Grenzen literarischen Schaffens nachgehen. Kritisch sollen Aspekte imaginativer Intelligenz und deren Eigenwert etwa gegenüber ihren systematischen Entsprechungen in empirisch-materiellen Disziplinen oder zweckorientierten kulturellen Prämissen ausgelotet und ausgeschritten werden, wobei sowohl literarische Texte als auch literaturwissenschaftliche Disziplinen selbst in den Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung geraten. Zur Diskussion soll die Frage stehen, ob und inwiefern Literatur ein Eigenwert zugesprochen werden kann. Der Band hat das Ziel sich mit den Grundlagen literarischen Selbstverständnisses und literaturwissenschaftlicher Anliegen auseinanderzusetzen.
Das Interesse reicht von literaturtheoretischen Untersuchungen zu Fiktion und Ästhetik über systematische und diachrone Auseinandersetzungen mit den Modi literarischer Selbstverortung und Selbstkonstitution bis hin zur interdisziplinären Betrachtung der Literatur in ihrer Funktion für das kulturelle Selbstverständnis. Sowohl historische und systematische Einzel-analysen als auch theoretische Abhandlungen zur Theorie der Literatur und ihrer kulturellen Relevanz sind willkommen.

Denkbar wären etwa folgende Themenbereiche:

1. Strukturelle Merkmale des Eigenwertes literarischer Texte
• Literatur und Erkenntnis. Literatur als „selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe“ (Clif-ford Geertz)
• Literatur und vorsprachliche Denkstrukturen. Literarische Strukturen und Mythos als „Bannen“ des Unsagbaren
• Selbstzwecklichkeit literarischer Texte als Lebensqualität: Literatur als Spiel, Literatur als Selbstzweck
• Geschichte des Umgangs mit der „Deutungshoheit“ der Realität durch literarische Texte

2. Gattungs- und epochenspezifische Auseinandersetzung mit Literatur
• Dramentheoretisches: (historische) Auseinandersetzung mit der Bühnenmimesis zwi-schen Mysterienspiel und (gesellschafts)kritischem Organ
• Lyrik als Verbalisierung abstrakter (vorbewusster, unbewusster) Zusammenhänge
• (Autobiographisches) Erzählen als Darstellung und Reflexion von Kontinuitäten und Brüchen im Hinblick auf individuelle Größen und historische Zusammenhänge
• Historische Betrachtung des Umgangs mit narrativen Kontinuitäten und Brüchen
• Historischer Abriss des Literaturbegriffs in unterschiedlichen historischen und gesell-schaftlichen Kontexten (etwa: Antike, Mittelalterdichtung, Barock, Moderne, andere Philologien etc.).

3. Kontext kultureller Diskurse. Abgrenzung und Profilierung gegenüber wissenschaftli-chen Disziplinen sowie innerhalb kunsttheoretischer Diskurse
• Gesellschaftliches (politisches) Potential literarischer Texte
• Literarisches Schreiben im Kontext ethischer / moralischer Ansprüche
• Literarische Konstruktion im Kontext identitätsstiftender Mechanismen
• Rolle des „Zur Sprache Bringens“ und der Visualisierung abstrakter komplexer Zu-sammenhänge sowie empirischer Kontingenzen durch metaphorische Bildhaftigkeit innerhalb kulturtheoretischer Diskurse und wissenschaftlicher Disziplinen (Psycholo-gie, Philosophie, Naturwissenschaften)
• Diachrone Betrachtung literarischer Nachbildungen von Realitätsstrukturen in literari-schen Formen von Utopien, Idyllen, Dystopien oder Atopien etc.
• Modi und Strukturen literarischer Praxis gegenüber anderen Kunst- und Medienfor-men
• Eigenwert literaturwissenschaftlicher Methodik: Diskussionen zu hermeneutischen Positionen


Auch andere Themen sind denkbar und werden als Vorschläge gerne entgegengenommen.

Wir freuen uns auf Ihre Abstracts (bis zu einer DIN A4 Seite). Bitte richten Sie diese bis 1. September 2014 an Prof. Dr. Andrea Bartl (andrea.bartl@uni-bamberg.de) und an Dr. Marta Famula (marta.famula@uni-bamberg.de).
Eine Rückmeldung erfolgt bis Ende September 2014, als Abgabetermin für die Beiträge ist der 31. März 2015 geplant.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortOtto-Friedrich-Universität Bamberg
Bewerbungsschluss01.09.2014
PersonName: Bartl, Andrea Prof. Dr. 
Funktion: Herausgeberin 
E-Mail: andrea.bartl@uni-bamberg.de 
Name: Famula, Marta Dr. 
Funktion: Herausgeberin 
E-Mail: marta.famula@uni-bamberg.de 
KontaktdatenName/Institution: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Professur für Neure deutsche Literaturwissenschaft (A. Bartl) 
Strasse/Postfach: An der Universität 5 
Postleitzahl: 96045 
Stadt: Bamberg 
Telefon: 0951 863 2210 
E-Mail: andrea.bartl@uni-bamberg.de 
Internetadresse: http://www.uni-bamberg.de/germ-lit2/ 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Geschichte der Germanistik; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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