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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Körper. Essen. Texte. Zur Einspeisung in der Literatur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart"
RessourcentypCall for Papers
TitelKörper. Essen. Texte. Zur Einspeisung in der Literatur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart
BeschreibungCFP Körper.Essen.Texte. (Berlin, 9.10.14), 30.05.14

Studientage der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien, Freie Universität Berlin, 8.-11.10.2014

Panel: „Körper. Essen. Texte.
Zur 'Einspeisung' in der Literatur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart“

Konzeption und Organisation: Katharina A. Engler, Jule Govrin, Christopher Scholz, Nora Weinelt

Die Studientage der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien finden vom 8. bis 11. Oktober 2014 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und an der FU Berlin statt. In diesem Rahmen wird die Bandbreite der an der FSGS durchgeführten Forschung dargestellt und die FSGS als literaturwissenschaftliches Netzwerk gestärkt. Das Panel „Körper.Essen.Texte“ ist für den 9. Oktober von 16:15 Uhr – 19:15 Uhr geplant.

Der Topos der Speise zieht sich durch die Literaturgeschichte, so eröffnet schon der paradiesische Apfel als Symbol des Wissenshungers eine ‚Poetologie der Einspeisung‘, die sich quer durch die Literaturen entfaltet. Während Prousts Madeleine in der „Recherche du temps perdu“ Erinnerungen katalysiert und den ‚mémioires involontaires‘ eine sinnlich-körperliche Qualität verleiht, oszilliert Kafkas „Hungerkünstler“ zwischen Selbstbehauptung und -zerstörung und erzeugt dabei eine asketische Ästhetik. Vor dem textuellen Horizont dieser Paradigmen spannt sich das Thema des Panels rund um die Rolle des Essens in der Literatur. Um nicht nur den kulinarischen Genuss, sondern auch das Einverleiben von Texten ins Blickfeld zu rücken, wird der Begriff der Einspeisung produktiv gemacht, der am Nexus zwischen Text, Körper, Essen und Konsum angesiedelt ist.

Die Kategorien, um die das Panel kreist, sind zunächst die von Körperlichkeit und Konsumtion, somit liegt der Ausgangspunkt des Forschungsinteresses an der Schnittstelle von konsumierenden Körpern und konsumierten Körpern. Zentrale Aspekte sind hierbei Konsumpraktiken der Askese und des Rausches, auch und besonders im Hinblick auf den Textkörper, den sich der Leser sprichwörtlich einverleibt („ein Buch verschlingen“, „Lesefutter“, „Wissenshunger“). Für mögliche Vorträge ergibt sich hier eine textästhetische Fragedimension: Wäre neben dem konsumierten Text auch ein konsumierender Text denkbar? Welche Darstellungsformen korrespondieren mit der Beschreibung des rauschhaften Festmahls oder des/der Hungernden (Diäthaltenden, Anorektischen), der jeder kulinarischen Versuchung entsagt? Lässt sich eine Poetik der Völlerei mit anorektischer Textästhetik konterkarieren?

Mögliche Vorträge könnten sich aber auch damit befassen, inwiefern Literatur soziale „Essenordnungen“ (Gerhard Neumann) abbildet und darüber hinaus eigene literarische Essenordnungen erschafft, wie sich Körper und Außenwelt in der Nahrungsaufnahme verschränken und wie die Verquickung von Libido und Essen auf literarischer Ebene operiert.

Ausgehend vom Topos des Essens und den Subtopoi von Konsumtion und Körperlichkeit, Rausch und Askese ergibt sich eine Reihe von weiteren Fragestellungen, die in unserem Panel diskutiert werden könnten. Inwiefern kann man Essen ein subversives Potential (etwa durch Ekel) zuschreiben und wie geht Literatur mit Essen als Grenzüberschreitung (z.B. als Anthropophagie) um? Wann und warum kann Essen – wie in der Geschichte des Sündenfalls präfiguriert – sündhaft oder auch erkenntnisstiftend sein? Wie ist die Vielzahl von Essenbeschreibungen in Märchen zu erklären? Gibt es einen männlich oder weiblich kodierten Umgang mit Essen, mit dem bestimmte literarische Darstellungsformen korrespondieren? Was passiert, wenn Essen wie in Kafkas „Hungerkünstler“ jeglicher sinnlichen Qualität beraubt wird und von der Speise zur bloßen Nahrung wird, vom kulturellen Phänomen zum Mittel, das allein der Selbsterhaltung dient? Wie gestaltet sich das Verhältnis von Begehren und Essen literarisch? Wie funktionieren Metaphern oraler Einverleibung, die Text und Wissen zum Objekt haben?

Die Kosten für Anreise und Übernachtung können voraussichtlich übernommen werden.
Wir freuen uns auf Vorschläge für Beiträge zusammen mit einer kurzen biographischen Notiz bis zum 30.05.14. Mit Vorschlägen und Fragen wenden Sie sich bitte an koerper.essen.texte@gmail.com.

Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien
www.fsgs.fu-berlin.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss30.05.2014
Beginn08.10.2014
Ende11.10.2014
PersonName: Körper.Essen.Texte. 
E-Mail: koerper.essen.texte@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Friedrich Schlegel Graduiertenschule 
Strasse/Postfach: Habelschwerdter Allee 45 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Internetadresse: www.fsgs.fu-berlin.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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