VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Ringvorlesung: Theorien medialer Gebrauchsformen"
RessourcentypVortragsreihen
TitelRingvorlesung: Theorien medialer Gebrauchsformen
Beschreibung... Verdaten, Exzerpieren, Verzetteln, Querlesen, Shreddern, Unterschreiben, Diktieren, Blättern, Streichen, Löschen, Auswählen, Abschreiben, Kopieren, Zitieren, Paraphrasieren, Plagiieren, Zusammenfassen, Beschreiben, Berichten, Kommentieren, Vergleichen, Übersetzen, Transkribieren, Lesen, Transferieren, Protokollieren, Notieren, Referieren, Thesen formulieren, Präsentieren, Prüfen, Markieren, Schreiben , Vorlesen, Auswendiglernen
Korrigieren ...

Der Umgang mit (literarischen) Texten wird mithilfe einer Fülle von Kulturtechniken reguliert. In der wissenschaftlichen Praxis sprechen wir zumeist von Arbeitstechniken, die zum Teil auf eine lange Tradition zurückblicken, in deren Verlauf sich eine bislang kaum vollständig erfasste, weil unentwegt neue Formen hervorbringende Vielzahl unterschiedlicher Varianten entwickelt und ausdifferenziert hat. Zu Beobachten sind sowohl wechselnde Konjunkturen, als auch das Verschwinden überlieferter wie die Entstehung neuer Techniken. Sie betreffen die Vorbereitung (z.B. Recherchieren), Herstellung (u.a. Schreiben, Diktieren) und Einrichtung (Edieren) eines Textes, ebenso wie den rezeptiven Bereich, in dessen Zusammenhang etwa das Exzerpieren, Zitieren oder Kommentieren fallen, die ihrerseits auch wieder in die Produktion neuer Texte münden können.
Deutlich wird daran zum einen, dass diese Techniken insofern für Literatur konstitutiv sind, als sie sie überhaupt erst mit hervorbringen. Kein Verfasser, Herausgeber oder Leser, der sie nicht - entweder in angemessener oder auch missbräuchlicher Art - zur Anwendung brächte. Damit dienen diese Techniken nicht als bloße Behelfsinstrumente, sie sind vielmehr grundlegend an der produktiven und rezeptiven Konstitution von Texten beteiligt. Zum anderen lässt sich festhalten, dass sie, obgleich voneinander abgrenzbar, dennoch stets ineinandergreifen und sogar auf das engste interagieren. Anhand der Modifikationen, aber auch Kontinuitäten innerhalb der Gebrauchsgeschichte dieser literarischen und literaturwissenschaftlichen Arbeitstechniken, in der sich momentan verschiedene Umbrüche beobachten lassen, können daher auch Aufschlüsse über die jeweiligen Literaturbegriffe gewonnen werden. Nicht zuletzt an diesem Punkt wird die eminente literaturtheoretische Bedeutung des
Problemzusammenhangs greifbar.

Die Ringvorlesung, die auf mehrere Semester angelegt ist und aus jeweils fünf Vorlesungen pro Semester besteht, richtet sich an Studierende, die sich für die kulturtechnische Seite der Literatur interessieren. Zusammen mit einschlägigen Forschern und Forscherinnen können Sie ganz neu über die Geschichte und Zukunft jener Arbeitstechniken nachdenken, deren Funktion und Praxis allzu häufig als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Zudem bildet Sie eine sehr gute Ergänzung für all diejenigen, die sich für literaturtheoretische Fragestellungen interessieren. Teilnehmer aus anderen Instituten und Fakultäten sind recht herzlich willkommen.

Programm der Ringvorlesung im Sommersemester 2014:

29. April 2014

Peter Risthaus (RUB): Zur Einführung. Diskursive Praktiken, Kulturtechniken oder mediale Gebrauchsformen?

06. Mai 2014

Manfred Schneider (RUB): Papierkorb

27. Mai 2014

Remigius Bunia (FU Berlin): Layouten

03. Juni 2014

Peter Risthaus (RUB): Rausch: Protokollieren/Diktieren

08. Juli 2014

Matthias Thiele (TU Dortmund): Notizen/Notieren

Weitere Information erhalten Sie bei Prof. Dr. Natalie Binczek unter natalie.binczek@rub.de und Dr. Peter Risthaus unter peter.risthaus@rub.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://staff.germanistik.rub.de/neugermanistik-3/lehrveranstaltungen/r...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBochum
Beginn29.04.2014
Ende08.07.2014
PersonE-Mail: natalie.binczek@rub.de, peter.risthaus@rub.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/38327

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 06.04.2014 | Impressum | Intern