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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Gekreuzte Blicke auf Europa in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur"
RessourcentypCall for Papers
TitelGekreuzte Blicke auf Europa in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur
BeschreibungSeit ein paar Jahren gilt ein gesteigertes Interesse dem Europa-Diskurs und dem Europa-Bild, die durch die Literatur vermittelt werden. Die Aufmerksamkeit wird sich hier auf das gegenwärtige Europa und insbesondere auf die Auseinandersetzung zeitgenössischer, deutsch schreibender SchrifstellerInnen mit der EU-Krise und dem daraus entstehenden Unbehagen mit Europa durch das Medium der Literatur richten. Man wird die Schriften von Autoren/Autorerinnen mit europäischen Wurzeln oder mit Migrationshintergrund, und auch Theaterexperimente am Rande der literarischen Produktion im engeren Sinn, die besondere Erfahrungen mit Europa und der europäischen Realität vermitteln, in Betracht ziehen (man denke z. B. an die künstlerische Performance Europa! Europa! im Theater im Bahnhof in Graz im Jahre 2009, wofür der Vertrag von Lissabon als « tragisches Material » verwendet wurde und zum besseren Verständnis des Publikums in Theatersprache übersetzt wurde).
Eine besondere Beachtung wird man der kritischen und der performativen Dimension der Werke schenken. Die gekreuzten Blicke und die Vielfalt des Approachs und der Wahrnehmungen ermöglichen es zunächst, ein schlichtes Panorama der EU zu entwerfen und die verschiedenen Haltungen gegenüber der EU zu registrieren. Zu diesem Zweck wird man untersuchen, wie sich die verschiedenen Autoren/Autorinnen den Raum aneignen und sich kritisch mit der Realität auseinandersetzen, wie die Literatur die Spannungen, die Ängste, die Blockaden und Frustrationen, aber auch die Hoffnungen und Erwartungen reflektiert, und wie gegebenenfalls Utopien entfaltet oder eskapistische Strategien ausgedacht werden. Man wird versuchen, die Aus– und Nachwirkungen dieser Literatur abzuwägen, und ihre aufklärerische Macht und heilende Kraft (man denke z. B. an das Stück Wie Europa gelingt. Eine EU-Familienaufstellung von der Berliner Autorin Katja Hensel) zu ermessen. Schlieβlich gilt es, über den möglichen Beitrag dieser literarischen Produktion zur Herausbildung eines europäischen Imaginären nachzudenken. In seiner am 22. Februar 2013 gehaltenen Rede bedauerte Bundespräsident Joachim Gauck den Mangel an europäischen Gründungsmythen und er legte den Akzent auf das dringende Bedürfnis des heutigen Europas nach einem solchen Mythos. Dann lässt sich fragen, ob die Literatur diesem Mangel noch abhelfen kann, und ob sie eine Vorstellungswelt konstruieren kann, in die jeder Europäer und jeder ‟EU-Anwärter” sich hineinprojizieren könnte. Fehlt dieses Imaginäre, dann ist zu befürchten, dass das Unbehagen an Europa und das Defizit am Identifikationsvermögen, an Anhänglichkeit und an Liebe zu Europa und zur EU fortbestehen wird.
Bitte schicken Sie Ihre Beitragsvorschläge (ca. 15 Zeilen) sowie eine bio-bibliographische Notiz bis zum 15. Mai 2014 an Andrée Lerousseau (andree.lerousseau@univ-lille3.fr) und Annick Carlier (annick.carlier@univ-lille3.fr). Das Redaktionskomitee entscheidet über die Annahme der Vorschläge.
Die Nummer soll im Juni 2015 erscheinen.
Deadline für die Abgabe der Manuskripte ist der 15. Dezember 2014.





Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLille
Bewerbungsschluss15.05.2014
Anmeldeschluss15.05.2014
Beginn01.04.2014
Ende15.05.2014
PersonName: Lerousseau, Andrée 
Funktion: Leiterin des Germanica-Heftes 56/2015 
KontaktdatenName/Institution: Université Lille3 
Strasse/Postfach: Rue du Barreau 
Postleitzahl: 59 653 
Stadt: Villeneuve-d'Ascq 
E-Mail: andree.lerousseau@univ-lille3.fr 
LandFrankreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur- u. Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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