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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "treibhaus. Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre, Band 11 (2015): Die große Schuld"
RessourcentypCall for Papers
Titeltreibhaus. Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre, Band 11 (2015): Die große Schuld
Beschreibungtreibhaus. Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre, Band 11 (2015): Die große Schuld

Call for papers

In den ersten Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam eine große Reihe von fiktionalen wie autobiographischen Werken auf den von den Besatzungsmächten lizensierten deutschen Buchmarkt, die sich, meist aus der Perspektive der Opfer, mit den Verbrechen der Deutschen während der NS-Zeit beschäftigte. Erzeugte die Identifikation mit den Opfern schon in diesen Jahren die Abwehr eigener Schuld, so lähmte die Gründung der beiden deutschen Staaten die weitere Auseinandersetzung mit der Schuldfrage oder brachte sie nahezu ganz zum Stillstand. Der Massenmord an den europäischen Juden wie an den Sinti und Roma, die Euthanasieverbrechen, die Folter und Vernichtung politischer, ideologischer und weltanschaulicher Gegner unterlagen nun dem der Stabilisierung der neuen Staatengebilde zuträglichen „kommunikativen Beschweigen“ (Hermann Lübbe). Die ‚Vergangenheitsbewältigung‘ wurde offiziös: auf dem Buchmarkt durch Neuauflagen politisch oder rassisch verfolgter Autorinnen und Autoren, auf dem Theater durch forcierte Aufführungen humanistischer Bühnenklassiker, allen voran Lessings "Nathan". Das Trauma eigener Kriegserlebnisse und verlorener (Jugend-)Jahre instrumentalisierend, fühlten sich die meisten Schriftsteller legitimiert, die große Schuld der Deutschen in ihren Werken zu umgehen – durch mehr oder weniger deutliche Umschreibungen oder markierte Leerstellen, durch demonstrative Metaphorik und Symbolik. Dennoch lässt sich nicht selten eine indirekte Thematisierung der Schuld erkennen.
Das Spektrum der gewünschten Aufsätze, das Österreich und die Schweiz einbeziehen soll, ist breit, umfasst den buchwissenschaftlichen Aspekt der Verlagsprogramme ebenso wie den theaterwissenschaftlichen der Bühnenpraxis, Spiel- und Dokumentarfilm ebenso wie Romane, Lyrik und Sachbücher.

Erbeten werden Beiträge im Umfang von maximal 20 Seiten à 2800 Zeichen; Abgabe der Exposés bis Ende Juni 2014, Abgabe des Beitrags: 15.12.2014.
Zuschriften erbeten an die Herausgeber Günter Häntzschel, Sven Hanuschek, Ulrike Leuschner c/o Prof. Dr. Sven Hanuschek / Ludwig-Maximilians-Universität / Department für Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache / Schellingstr. 3 / 80799 München, oder an sven.hanuschek@lmu.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.06.2014
PersonName: Hanuschek, Sven [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: sven.hanuschek@lmu.de 
KontaktdatenName/Institution: Ludwig-Maximilians-Universität, Department 13/I - Germanistik 
Strasse/Postfach: Schellingstr. 3 
Postleitzahl: 80799  
Stadt: München 
Telefon: 089 2180 3392 
E-Mail: sven.hanuschek@lmu.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiterarische Wertung/Literaturkritik; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie
Ediert von  H-Germanistik
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