VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Komparative Ästhetik(en)"
RessourcentypCall for Papers
TitelKomparative Ästhetik(en)
BeschreibungCall For Papers

Komparative Ästhetik(en)

Internationale Tagung
15.12.-21.12.14

Gesellschaft für interkulturelle Germanistik (GiG)

&

Department of German, University of Mumbai (Bombay)

Ästhetik ist nicht nur ein Teilbereich der Philosophie,
sondern auch ein integraler Bestandteil der Produktion, Inszenierung, Rezeption
und Funktion von Sprache, Literatur und Medien und daher innerhalb der
Germanistik Gegenstand der Literatur- und Medienwissenschaft, der Linguistik
und Mediävistik.

Spätestens seit Baumgartens Aesthetica (1750) und Kants Aufruf zur
Befreiung des Menschen aus seiner „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (1784)
lässt sich Ästhetik als ein aufklärerisches Projekt verstehen, das (mit Ernst
Cassirer) die „Emanzipation der Sinnlichkeit“ zum Ziel hat. Während im 18.
Jahrhundert Begriffe der ‘Wahrnehmung’ (Baumgarten), des ‘Schönen’ (Kant,
Schiller) und der ‘Kunst’ (Hegel, Schelling) die Ästhetik in Europa prägen,
entdeckt das 19. Jahrhundert auch die ’Ästhetik des Hässlichen’ (Karl
Rosenkranz, Baudelaire, Flaubert u.a.). Die Ästhetik der Moderne und
Postmoderne schließlich ist nicht nur durch Widerstand, Verfremdung, Dissonanz,
Gewalt oder Fragmentierung charakterisiert, sondern auch durch Kommunikation
(Benjamin), durch die Herrschaft der Technik und den ‘Tod des Subjekts’
(Adorno, Foucault, Derrida, usw.), aber auch durch die ‘Rückkehr des Autors’
(Fotis Jannidis, Martinez) und die Expansion des Mediensystems.

Wie ‘die Ästhetik’, so haben auch andere Begriffe der
Kulturwissenschaft (wie ‘Literatur’ oder ‘Text’) in den letzten Jahrzehnten
eine erhebliche Erweiterung ihrer semantischen Extension erfahren. Seit den
1970er Jahren befasst sich die Ästhetik nicht nur mit philosophischen Fragen
der Kunst und der Theorie des Schönen, sondern sie wird im weiten Sinne einer
allgemeinen Wahrnehmungslehre zur „Begleiterscheinung jeder menschlichen
Tätigkeit“ (Joseph Beuys), ja zu einem ubiquitären Faktum des Alltags (cf. Uwe
Timm 1993: Erzählen und kein Ende. Versuche zu einer Ästhetik des Alltags; Wolfgang Welsch 1993: Die
Aktualität des Ästhetischen; id. 1996:, Grenzgänge der Ästhetik).
Germanisten wie Hartmut Böhme oder Jost Hermand haben mit ihren Schriften
zur Ästhetik nach der Postmoderne den Paradigmenwechsel mitbegleitet. Die Entdeckung der Currywurst (Uwe Timm 1993) brachte
„Trümmer und Neubeginn, süßlich scharfe Anarchie“ mit sich. Germanistik als
Kulturwissenschaft und interkulturelle Germanistik entwickeln sich in der
fruchtbaren Berührung mit Strömungen in den Kulturwissenschaften fort. Seit
langem gibt es komparatistische Studien zu Beziehungen zwischen den Künsten wie
Literatur, Malerei, Bildhauerei, Musik, Film oder zwischen Gattungen wie Drama,
Prosa, Lyrik, Oper, Fernseh- und Computerspiel, zu intermedialen Beziehungen
zwischen ‘alten’ und ‘neuen’ Medien (Buch und Hörbuch, Literatur und Film, Roman
und Drehbuch, Fantasy Genres und Computer Games u.v.m.).

Der ästhetische Erkenntnisgewinn aus komparatistischer
Perspektive lässt sich noch erweitern, wenn germanistische Ansätze außerhalb
Mitteleuropas in Betracht gezogen werden wie sie mittlerweile in Afrika,
Amerika, Asien und Australien zur Entfaltung gelangen und wenn deren Vielfalt
künstlerischen Schaffens in Sprache, Literatur und Medien dazu in Bezug gesetzt
wird mit dem Ziel der Entwicklung neuer Wahrnehmungen, Sehweisen,
Fragestellungen im Bezirk „Komparativer Ästhetik“.

Zu diesem Thema – „Komparative Ästhetik(en)“ organisiert
das Department of German in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft
für interkulturelle Germanistik anlässlich des hundertjährigen Bestehens der
Germanistik an der Universität Mumbai vom 15.12.-21.12.14 eine internationale
Tagung, in deren Rahmen u.a. Themen wie die folgenden zur Sprachen kommen
können:

·
Sprache, Kunst und
komparative Ästhetik

·
Stil und Sprache

·
Komparative Ästhetik des
Intermedialen

·
Komparative Ästhetik
interkultureller Kompetenz

·
Ansätze der Ästhetik im deutschsprachigen Raum im
Vergleich

·
Ansätze der Ästhetik außerhalb des deutschsprachigen
Raums

·
Zum Verhältnis ästhetischer Ansätze innerhalb und
außerhalb des deutschsprachigen Raums

·
Bedingungen, Formen und Perspektiven einer
transnationalen Ästhetik

Solche und ähnliche Fragen sollen in kurzen Referaten (im
zeitlichen Umfang von max. 20 Minuten plus max. 10 Minuten Diskussion)
behandelt werden. Abstracts im Umfang von max. 1 DIN-A-Seite (Times New Roman
12, 2000 Zeichen inkl. Leerzeichen) können ab sofort, spätestens jedoch bis 31.
März 2014 mit vollständiger Anschrift (inkl. e-mail-Adresse) bei der
Tagungsorganisation eingereicht werden:

Vibha
Surana: gigmumbai2014@gmail.com

mit
cc. an ernest.hess-luettich@germ.unibe.ch

Über die Annahme der Beitragsangebote soll bis zum Ende
April 2014 entschieden werden. Die Tagungshomepage finden Sie unter www.germancentenary.com

Reise- und Übernachtungskosten können von den
Veranstaltern leider nicht übernommen werden. Wir bitten Sie daher, sich
rechtzeitig selbst um eine Finanzierung zu bemühen. Referent(inn)en, die an
einer deutschen Universität unterrichten, können sich beim DAAD um eine
Unterstützung bewerben. Der DAAD unterstützt darüber hinaus auch einige
Referent(inn)en, die DAAD-Alumni sind und/oder aus einem sog. DAC-Land kommen
(www.daad.de/imperia/md/content/entwicklung/dac-liste.pdf): ihre Namen leitet
der Präsident der GiG in seinem Antrag automatisch an den DAAD weiter, der dann
nach seinen Kriterien eine Auswahl treffen wird. Anfragen bei der GiG sind
daher nicht nötig (sie hat ja leider auch keine eigenen Mittel dafür, da diese
zweckgebunden für die GiG-Leistungen im Publikationssektor verbucht sind). Die
Tagungsgebühr beträgt 100 Euro, schließt aber dafür die Verpflegung bereits
ein.

Die vorläufige Programmstruktur:




15.12.2014


Anreisetag




16.12.2014


Anmeldung
(ab nachmittag) und Eröffnung (im Plenum)




17.12.2014


Tagung (Plenarvorträge
und Sektionen)




18.12.2014


Tagung (Plenarvorträge
und Sektionen)




19.12.2014


Tagung
(Plenarvorträge und Sektionen) + Mitgliederversammlung





Abendveranstaltung
zusammen mit der German Section der
Universität Pune: Abschlussfeier zum Jubiläum „100 Jahre Germanistik an der
Universität Mumbai“




20.12.2014


gemeinsamer Ausflug




21.12.2014


Abreise
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMumbai
Bewerbungsschluss31.03.2014
Beginn15.12.2014
Ende21.12.2014
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/37942

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 14.03.2014 | Impressum | Intern