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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Fragment und Gesamtwerk – Relationsbestimmungen in Edition und Interpretation (31.3.2014)"
RessourcentypCall for Papers
TitelFragment und Gesamtwerk – Relationsbestimmungen in Edition und Interpretation (31.3.2014)
BeschreibungCfP
Fragment und Gesamtwerk – Relationsbestimmungen in Edition und Interpretation (31.3.2014)

Der Umgang mit dem Begriff Fragment und mit fragmentarisch überlieferten Texten ist für die Literaturwissenschaft ebenso alltäglich wie problematisch. Editoren stellen das Fragment – häufig in Form von nachgelassenen Texten – immer noch dem schwer zu bestimmenden „Werk“ gegenüber und Interpreten versuchen, das Fragment im Verhältnis zu diesem „Werk“ zu deuten. Sie versuchen, die Leerstellen zu füllen, auf die das Fragment vermeintlich hinweist. Und allen Problemen zum Trotz: Gerade diese Leerstellen können die Perspektive aufs Gesamtwerk oft erweitern, alte Lektüren revidieren, neue Lesarten ermöglichen und im Leser, der das Fehlende zu rekonstruieren sucht, eine ganz eigene Kraft entfalten (so könnte man z.B. Rilkes „Archaischer Torso Apolls“ deuten).
Den Fragen, die dieser Umgang mit Fragmenten aufwirft, den Risiken, die er birgt, und den Einsichten, zu denen er verhilft, soll auf unserer Tagung nachgegangen werden.
Was ist der Grund, wenn ein Fragment nicht in die Werkausgabe übernommen wurde, weil der Autor es nicht wollte oder die ersten Editoren es für nicht zum Werk gehörig, es als unbedeutend einstuften oder es aus anderen Gründen nicht aufgenommen wurde? Bei Goethe ist beispielsweise von Interesse, wieso er manche begonnenen Projekte vollendete, manche jedoch nicht, manche Fragmente in die selbst besorgte Werkausgabe mitaufnahm und andere wiederum nicht. Konnte ein Fragment vielleicht nach Goethes Auffassung dem Selbstbild des sich selbst historisch gewordenen Großautors zuwiderlaufen, vor allem wenn es um Entwürfe aus der Zeit vor 1775 ging? Eine andere Frage wäre, welche interpretatorischen Konsequenzen es nach sich zieht, wenn man das „Werk“ Walter Benjamins als „in hohem Maße eine postume Konstruktion“ (Homepage der Walter-Benjamin-Society) auffasst?
Ist es aus editorischer Sicht sinnvoll, sämtliche überlieferten Fragmente in eine Werkausgabe zu übernehmen, – und wenn ja, wie? Wenn nein, wieso nicht? Welchen Rang haben überlieferte Pläne oder Vorstufen von Texten, die sich auf den ersten Blick nicht ins Werk einfügen lassen oder eine neue Werkphase ankündigen, die als Versprechen nicht eingelöst werden konnten. Oder allgemeiner: Wie geht man interpretierend mit Nachlasstexten um, die dem bisherigen Bild des Autors widersprechen oder es ergänzen? Schreibt der Editor etwa am Werk mit?
Kann ein Gesamtwerk eigentlich selbst fragmentarisch sein (wie das frühverstorbener Autoren wie z.B. das Georg Büchners, Karoline von Günderodes oder noch spezifischer Elisabeth Kulmanns und Sybille Schwarz’)? Bricht das Fragment mit der Inszenierungspraxis des Autors? Was bedeutet es, wenn ein Autor mit Absicht ein Fragment in den Kontext des Gesamtwerks stellt (z.B. Peter Rühmkorf in seinem letzten, nicht von ihm herausgegebenen Gedichtband kurz vor seinem Tod)?
Wie sticht ein fragmentarischer Text aus dem Gesamtwerk heraus, wenn er z.B. eine Gattung verkörpert, die für den Autor eher untypisch ist, wie z.B. Dramenfragmente eines Autors, der nur Prosa veröffentlichte? Kann sich der Eindruck eines Gesamtwerkes wesentlich ändern, wenn bisher unbekannte Fragmente entdeckt wurden (werden)?
Der kleine Workshop soll sich vor allem Autoren widmen, von denen es eine (oder mehrere) Werkausgabe(n) gibt, (sie muss noch nicht abgeschlossen sein - man denke an die Werkausgaben von Walser und Grass), oder etwas Vergleichbares (z.B. Ausgaben wie „Sämtliche Gedichte“).
Der Workshop wird von Mitarbeitern des Instituts für Neue Deutsche Literaturgeschichte der RWTH Aachen organisiert.
Die Vorträge sollten nicht länger als 25 Minuten sein, eine Publikation ist vorgesehen. Die Tagung findet voraussichtlich am 6. und 7. Juni 2014 im Institut für NDL in Aachen statt. Es ist angestrebt, Übernachtungskosten zu übernehmen, Reisekosten nicht. Vorschläge (max. 1 Seite inkl. Kurz-CV) bitte bis 31.3.2014 an:
(Dr. Matthias Berning)
m.berning@germlit.rwth-aachen.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortAachen
Bewerbungsschluss31.03.2014
PersonName: Berning, Matthias [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: m.berning@germlit.rwth-aachen.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Templergraben 55 
Postleitzahl: 52064 
Stadt: Aachen 
Telefon: +49 (0)241 80-96082 
Fax: +49 (0)241 80-92158 
Internetadresse: http://www.germlit.rwth-aachen.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Arbeitstechniken, Einführungen; Editionstheorie; Geschichte der Germanistik; Leserforschung; Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Klassiker
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