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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Arbeitsweltliche Realitäten in der Literatur | Kritische Ausgabe "
RessourcentypCall for Papers
TitelArbeitsweltliche Realitäten in der Literatur | Kritische Ausgabe
BeschreibungDie »Kritische Ausgabe« sucht Texte für das Heft #27 zum Thema »Arbeit «

Immer wieder hat der Schriftsteller und Kritiker Enno Stahl seit der Jahrtausendwende in verschiedenen Essays (2013 gesammelt im Band Diskurs-Pogo erschienen) eine »generelle[] Abwesenheit oder gar beschönigende[] Verkürzung arbeitsweltlicher Realitäten in der neuen deutschen Literatur« beklagt. Diese Bestandaufnahme scheint ein Blick in Richard Kämmerlings’ Das kurze Glück der Gegenwart. Deutschsprachige Literatur seit ’89 (2011) zu bestätigen. Darin werden Berlin, Sex, Wende, Ökonomie, Familie, Migration und Tod als zentrale Themen der deutschen Literaturproduktion seit der Wiedervereinigung genannt. Das Themenfeld ›Arbeit und Arbeitswelt‹ sucht man in Kämmerlings’ Auseinandersetzung jedoch vergeblich. Dies ist umso erstaunlicher, bedenkt man, dass ›Arbeit‹ in der gegenwärtigen Gesellschaft eine zentrale Position einnimmt. Dabei sind es nicht nur arbeitspolitische Entwicklungen, die für einen regen öffentlichen Diskurs sorgen; die eigene Arbeit ist zudem für jeden Einzelnen in einem viel stärkeren Maße als noch vor wenigen Jahrzehnten entscheidend für die Konstruktion der eigenen Identität. Längst ist ein Job nicht mehr lediglich das Mittel, um für sein finanzielles Auskommen zu sorgen, sondern dient in gleichem Maße zur Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsbildung. Angesichts dessen scheint es durchaus angebracht, den genannten Befund abermals zu hinterfragen.

Wie steht es also tatsächlich um die Verarbeitung von Arbeit und Arbeitswelt in der Literatur der letzten zweieinhalb Jahrzehnte? Haben Gegenwartsautoren diese wirklich vernachlässigt oder handelt es sich vielmehr um einen blinden Fleck der Beobachtung? Ausgehend von diesen Fragen rückt das 27. Heft der »Kritischen Ausgabe« den Themenschwerpunkt »Arbeit« in den Fokus. Dieser hat als literarischer Topos zudem eine lange Tradition in der deutschsprachigen Literaturproduktion. Auch dieses Erbe soll bei der Betrachtung der oben aufgeworfenen Fragen nicht außer Acht gelassen werden. So soll es nicht allein um eine Auseinandersetzung mit dem Ist-Zustand gehen, vielmehr ist ebenso die diachrone Perspektive von Interesse. Welche Wandlungsprozesse lassen sich beobachten? Gibt es in der gegenwärtigen Literatur Anknüpfungspunkte an bestimmte Traditionen der Arbeiterliteratur?

Für ihr nächstes Themenheft sucht die »Kritische Ausgabe« wissenschaftliche Beiträge, die sich dem oben skizzierten Thema widmen. Dabei sind ausdrücklich auch Beiträge erwünscht, die das Thema »Arbeit« nicht nur aus literaturwissenschaftlichem Blickwinkel beleuchten, sondern auch aus der Perspektive anderer wissenschaftlicher Disziplinen. Mögliche Schwerpunkte können hierbei z.B. sein:

- neue Genres einer gegenwärtigen Literatur der Arbeitswelt (z.B. ›Angestelltenroman‹ oder ›Praktikantenroman‹)

- Wandels der Erwerbsarbeit in der postindustriellen Gesellschaft und seine Auswirkung auf eine gegenwärtige Literatur der Arbeitswelt

- Keine Arbeit: Armut, Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse in der Literatur der Gegenwart

- Arbeits-Hölle: Thematisierung von Ausbeutung und fragwürdigen Arbeitsbedingungen in der Gegenwartliteratur

- Fortleben einer ›Arbeiterliteratur‹ (im Sinne einer Literatur von Arbeitern oder über körperliche Schwerstarbeit in der Fabrik und Industrie) im 21. Jahrhundert

- Zusammenhang von Arbeit, Subjekt, Selbstbestimmung und Sinnstiftung in der Literatur der Gegenwart

- ›Musealisierung‹ von Werk- und Arbeitsstätten (z.B. Zechen)

- (Post-)Moderne/Post-industrielle Arbeitskulturen und ihre Beschaffenheit

- Repräsentationen von Arbeit und Arbeitswelt in Filmen, Fernsehserien, Theater oder Musik

Wir möchten Sie zunächst bitten, Ihr Thema in einem kurzen Exposé von etwa 3.500 Zeichen (inklusive Leerzeichen) zu skizzieren. Bitte schicken Sie dieses Exposé bis einschließlich Montag, den 31.03.2014, an: heft@kritische-ausgabe.de.

Sie erhalten dann bis zum 15.04.2014 eine Rückmeldung zu ihrem Exposé, in der wir Sie ggf. um einen ausformulierten Beitrag bitten, den Sie bitte spätestens am 15.06.2014 einreichen. Der Text sollte einen Umfang von 18.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen und Anmerkungsapparat) nicht überschreiten. Erscheinungstermin des Heftes: Oktober 2014.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Falls Sie noch Fragen haben sollten, wenden Sie sich bitte an: heft@kritische-ausgabe.de.

Ute Friederich | Angela Gencarelli
Kritische Ausgabe – Zeitschrift für Germanistik & Literatur
c/o Institut für Germanistik, Vergl. Literatur- und Kulturwissenschaft
der Universität Bonn
Am Hof 1d
53113 Bonn
www.kritische-ausgabe.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.kritische-ausgabe.de/artikel/arbeitsweltliche-realit%C3%A4t...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.03.2014
KontaktdatenName/Institution: Kritische Ausgabe - Zeitschrift für Germanistik & Literatur 
Strasse/Postfach: Am Hof 1d 
Postleitzahl: 53113 
Stadt: Bonn 
E-Mail: heft@kritische-ausgabe.de 
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LandDeutschland
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SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Themen; Motiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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