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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Räume und Kulturen des Privaten"
RessourcentypCall for Papers
TitelRäume und Kulturen des Privaten
BeschreibungRäume und Kulturen des Privaten


Räumliche Aspekte sind von entscheidender Bedeutung, um das Konzept und den Stellenwert des Privaten zu fassen. Raum wird als übergreifende Kategorie in unterschiedlichen Privatheitskulturen relevant. Politisch, philosophisch und juristisch steht Privatheit dabei häufig im historischen Zusammenhang mit dem Schutz des (privaten) Eigentums: Sei es im politischen Sinn als Voraussetzung bürgerlicher Freiheitsrechte oder im territorialen Sinn als Schutz gegen staatliches Eindringen. Auch die Metaphorik von Privatheit ist in erster Linie räumlich geprägt, beispielsweise der eigene Raum im Sinne von Virginia Woolfs Roman oder juristisch in der Figur des unantastbaren Kernbereichs privater Lebensgestaltung bzw. der Wohnung als Rückzugsraum (Refugium). Dies sind allerdings nur einzelne Facetten eines umfassenderen, wechselbezüglichen Verhältnisses zwischen Raum und Privatheit. Während etwa die feministische Kritik die Problematiken eines vorbehaltlos zu schützenden privaten Raumes in den Blick genommen hat, lassen sich mit wohnsoziologischen oder architekturgeschichtlichen Perspektiven urbane Wandlungsprozesse sowie Aneignungs- und Nutzungsstrukturen analysieren. Zu bedenken ist dabei auch die (rechts-) kulturelle Bedingtheit von Privatheitskonzeptionen und -praktiken. Unter dem Vorzeichen drohender Totalüberwachung durch allgegenwärtige Technik stehen aktuell allerdings auch grundsätzliche Fragen nach einer universellen oder sogar nach einer neuen Wertigkeit des Privaten und Schutzräumen im Fokus diverser Debatten. Lassen sich hierdurch motivierte Veränderungen der (Rechts-)Kulturen und Kultivierungen des Privaten finden?

Themenbereiche
Die Tagung ist interdisziplinär angelegt, wobei sowohl juristische und rechtsinformatische als auch geistes-, sozial-, kultur-, medienwissenschaftliche Betrachtungsweisen im Fokus stehen. Mögliche Perspektiven können darstellen (sind aber nicht begrenzt auf):

1. Räumliche und kulturelle Konzeptionen des Privaten: Theorie, Geschichte, Diskussion
- Privatheit als räumliches/kulturelles Phänomen aus interdisziplinärer Perspektive
- inter-/transkulturelle Ansätze
- Genealogien von Raumkonzepten
- Privatheit in rechtstheoretischer, rechtsdogmatischer und rechtshistorischer Hinsicht
- Privatheit als Verfassungsgut
- Privatheit im Wandel der Rechtskultur
- feministische Kritik und aktuelle Gender-Debatten
- Poetik, Metaphorik, Mythik räumlicher Privatheit
- Zukunft von Privatheit
- (...)

2. Privatheit in realen und abstrakten Räumen
- Repräsentationen und Funktionen von Privatheit in virtuellen Räumen
- Virtuelle Räume als Chance aber auch als Gefahr für Privatheit/Anonymität
- Überwachung in realen und digitalen Räumen
- Privatisierung und städtische Raumpolitiken
- Mediatisierte Raumdarstellungen
- Wandlungsprozesse in der urbanen Konstruktion des Öffentlichen und Privaten
- (räumliche) Organisation von Arbeit und Freizeit im Postfordismus
- Digitale Souveränität
- Privatheit im Rechtsraum
- (…)

3. Kulturelle Praktiken des Privaten
- kulturelle Raumproduktionen
- rechtsvergleichende Perspektiven
- Privatheit im Fokus historischer Anthropologie
- rituelle Konstruktionen von Raum und Privatheit
- Privatheitstechniken als Subjekttechniken
- Entprivatisierung und „law in action“
- (…)

Informationen zu Organisation und Ablauf
Die Tagung wird vom 16.-18. Oktober 2014 an der Universität Passau stattfinden. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch .

Ihr Abstract (inkl. Vortragstitel) mit einer Länge von bis zu 1 Seite (max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen) und einen Kurzlebenslauf mit einschlägigen Publikationen und Vorträgen senden Sie bitte als PDF bis zum 30. April 2014 per E-Mail an Privatheit@uni-passau.de. Bitte folgen Sie dabei folgendem Aufbau: Titel des Abstracts; Text des Abstracts; bis zu 10 Stichworte; Name; institutionelle Anbindung; E-Mail; Kurzbiographie.

Die Vorträge haben eine Länge von 30 Minuten. Die Kosten für Reise und Unterkunft können für die Referentinnen und Referenten übernommen werden. Eine Veröffentlichung ist geplant.

Für Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

DFG-Graduiertenkolleg 1681
„Privatheit. Formen, Funktionen, Transformationen“
Gottfried-Schäffer-Str. 20
D-94032 Passau
Tel.: (08 51) 5 09 – 32 93
E-Mail: Privatheit@uni-passau.de

Weitere Informationen unter: http://privatheit.uni-passau.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.privatheit.uni-passau.de/tagungen/call-for-papers/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortUniversität Passau
Bewerbungsschluss30.04.2014
Beginn16.10.2014
Ende18.10.2014
PersonName: Monika Pfeifer 
Funktion: Koordinationsstelle 
E-Mail: Privatheit@uni-passau.de 
KontaktdatenName/Institution: DFG-Graduiertenkolleg "1681" Privatheit 
Strasse/Postfach: Gottfried-Schäffer-Str. 20 
Postleitzahl: 94032 
Stadt: Passau 
Telefon: 0851 5 09 - 32 93 
E-Mail: Privatheit@uni-passau.de 
Internetadresse: http://privatheit.uni-passau.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Zusätzliches SuchwortPrivatheit; Raum
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/37747

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