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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Sprache(n) im Exil"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelSprache(n) im Exil
BeschreibungSprache(n) im Exil
Workshop zur Vorbereitung des Jahrbuchs Exilforschung 32 (2014). Universität Hamburg 19./20.2.2014
Senatssaal im Hauptgebäude der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1

Organisation: Doerte Bischoff, Christoph Gabriel, Esther Kilchmann

Sprache und Sprachen, die Diskussion um ihren Verlust und Erwerb, um die Einzigartigkeit der Muttersprache oder die Austauschbarkeit von Sprachen, um Sprachreinheit oder Praktiken des code-switching und der Sprachmischung sind durchgängige Themen des Exils. Neben der programmatisch behaupteten Notwendigkeit, die deutsche Sprache als kulturfähige auf ‚fremdem Boden‘ bewahren zu müssen, während sie durch den Nazi-Jargon im faschistischen Deutschland ‚verhunzt‘ werde, wird die drohende Gefahr einer Erstarrung der „vom lebendigen Strom der Muttersprache“ (L. Feuchtwanger) abgeschnittenen künstlerischen Möglichkeiten beklagt. Demgegenüber gibt es aber zunächst meist die Notwendigkeit, im Alltag zurecht zu kommen, weshalb die Sprache des Gastlandes vielfach ausdrücklich als Verkehrssprache beschrieben wird, die andere Funktionen erfüllt als die Muttersprache. In vielen Fällen zeitigt die Konfrontation mit anderen Sprachen ein besonderes Sprachbewusstsein, das sich wiederum in verschiedenen Formen präsentiert. Die Verteidigung der deutschen Muttersprache als unraubbares Gut und letzte Heimat steht der Annäherung an die Fremdsprache und dem literarischen Experimentieren mit Sprachmischung gegenüber. Hinzu kommt eine beachtliche Gruppe von Autoren und Autorinnen, die zeitweise oder für immer die Sprache wechseln – und deren Werk daraufhin im Horizont nationalphilologischer Grenzziehungen das Bürgerrecht in der der deutschen (Exil-)Literatur verlor. Trotz dieser Omnipräsenz und Vielfalt hat das Thema der Sprache(n) im Exil bislang in der Forschung noch wenig Aufmerksamkeit erfahren, obgleich ein solches Desiderat seit langem immer wieder formuliert wurde.

Im Workshop werden Fragen der Konzeption von Einsprachigkeit, Mutter- und Fremdsprache sowie Sprachwechsel und Mehrsprachigkeit im Kontext des Exils anhand unterschiedlicher Sprachdokumente und Textsorten (z. B. philosophische, wissenschaftliche, literarische, essayistische, autobiographische) untersucht. Der Hauptfokus liegt auf dem Exil aus NS-Deutschland 1933-45 (bzw. dessen Nachleben), eine Ausweitung auf andere Exilsituationen und -literaturen wird aber ausdrücklich angestrebt.

Mittwoch 19.02.2014

9:00-9:30
Eröffnung und Einführung in die Thematik
Doerte Bischoff

9:30-10:30
Plenarvortrag Moderation: Doerte Bischoff
Mark Gelber (Beer Sheva)
Mehrsprachigkeit und Stationen des Exils in der Literatur des Überlebens

10:30-11:00
Pause

11:00-13:00
Slot 1 Moderation: Esther Kilchmann

Birgit Erdle (Jerusalem)
Adornos Sprachdenken im Exil

Daniel Weidner (Berlin)
Politisierung des Sprechens. Die Exilerfahrung und die frühe Totalitarismustheorie

Jenny Willner (Berlin)
Sprache, Sexualität, Faschismus. Georges-Arthur Goldschmidts Beschreibungen der deutschen Sprache

13:00-14:30
Mittagspause

14:30-15:50
Slot 2 Moderation: Angelika Redder

Elisabeth Güde (München)
Judezmo, Türkisch, Judéo-Fragnol. Sephardische Mehrsprachigkeit in literarischen Texten

Susann Fischer, Christoph Gabriel & Elena Kireva (Hamburg)
Sprache im Exil zwischen Konvergenz und Stabilität: Syntaktische und prosodische Aspekte des Judenspanischen in Bulgarien

15:50-16:20
Pause

16:20-17:40
Slot 3 Moderation: Angelika Redder

Tanja Kupisch (Hamburg)
Mehrsprachigkeit im Exil: Die Sprache der italienischen Auswanderer in der ersten und zweiten Generation

Simona Leonardi (Neapel)
Sprachmetaphorik in biographischen Interviews mit Israelis deutschsprachiger Herkunft

17:40-18:00
Pause

18:00-19:00
Plenarvortrag Moderation: Christoph Gabriel

Monika Schmid, Cornelia Lahmann & Rasmus Steinkrauss (Essex)
“I always thought I was a German – it was Hitler who taught me I was a Jew.” National-socialist persecution, identity, and the German language

19:30
Abendessen


Donnerstag 20.02.2014

09:00-11:00
Slot 4 Moderation: Christoph Gabriel

Eva Duran Eppler (London)
Language shift and culture loss as factors in inter-generational conflict between two generations of female Holocaust refugees

Susanne Utsch (Berlin)
“Der unerbittliche Zwang zur Sprachgemeinschaft”: Der Einfluss der Muttersprachkonzepte von Johannes Leo Weisgerber und Georg Schmidt-Rohr auf das Sprachverhalten der Exilintellektuellen

Esther Kilchmann (Hamburg)
Inneres Babel und äußeres Babel. Mehrsprachigkeit und Sprachwechsel in der Psychoanalyse des Exils

11:00-11:30
Pause

11:30-13:30
Slot 5 Moderation: Anja Tippner

Friederike Heimann (Hamburg)
Sprachexil. Zum Verhältnis von Muttersprache und “Vätersprache” bei Gertrud Kolmar und Paul Celan

Lina Barouch (Jerusalem)
Anti-Purismus und Parodie. Die mehrsprachigen Gedichte von Ludwig Strauss in Palästina 1936–37

Justus Fetscher (Mannheim)
Das deaktivierte Deutsche. Sprach-Widerstände bei Peter Weiss

13:30-14:00
Schlusswort und Abschlussdiskussion
Doerte Bischoff, Esther Kilchmann, Christoph Gabriel


Kontakt:
E-mail: buero.exil@uni-hamburg.de
Web: http://www1.slm.uni-hamburg.de/de/forschen/arbstzentren/exilforschung.html

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHamburg
Beginn19.02.2014
Ende20.02.2014
KontaktdatenName/Institution: Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur 
Strasse/Postfach: Von-Melle-Park 3 
Postleitzahl: 20146 
Stadt: Hamburg 
Telefon: 040/42838-2049 
E-Mail: buero.exil@uni-hamburg.de 
Internetadresse: http://www1.slm.uni-hamburg.de/de/forschen/arbstzentren/exilforschung.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLinguistik; Methodologie / Wissenschaftsgeschichte; Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturwissenschaft; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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