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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Tendenzen der deutschsprachigen Literatur und des Films nach 1989 (ALEG-Panel)"
RessourcentypCall for Papers
TitelTendenzen der deutschsprachigen Literatur und des Films nach 1989 (ALEG-Panel)
BeschreibungVom 8. bis 12. September 2014 findet der 15. Kongress des Lateinamerikanischen Germanistenverbandes (ALEG) an der Universidade Federal do Paraná in Curitiba (Brasilien) statt.

Für das Panel „Tendenzen der deutschsprachigen Literatur und des Films nach 1989“ unter der Leitung von Prof. Dr. Olivia Díaz (Guadalajara), Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Hamburg), Prof. Dr. Rolf G. Renner (Freiburg), Prof. Dr. Marisa Siguan (Barcelona) werden bis 28. Februar 2014 Beitragsvorschläge angenommen.

Tendenzen der deutschsprachigen Literatur und des Films nach 1989

Der Terminus Gegenwartsliteratur, dem für die Literaturvermittlung im Ausland besondere Bedeutung zukommt, bedarf mit Blick auf die jüngste Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einer entschiedenen Differenzierung. Vieles spricht dafür, dass der Fall der Mauer 1989 zu einem Paradigmenwechsel führte, der nicht nur die Politik, sondern auch alle Formen kultureller Produktion nachhaltig bestimmt. Weil zeitgenössische Literatur und Film zunehmend die Voraussetzungen und Effekte dieses Umbruchs in den Blick nehmen, kann Studierenden ein durch literarische Texte und visuelle Medien vermittelter Zugang zu politischen und kulturellen Entwicklungen im gegenwärtigen Deutschland eröffnet werden.
Die Literatur nach 1945 entfaltete mit ihren Forderungen nach Aufarbeitung schuldhafter Verstrickung und Neuanfang („Stunde Null“) Schreibstrategien, die Anschluss an Traditionen der Moderne suchten oder auf neue ästhetische Formen zielten. Nachdem die 1968er Protestbewegungen die Polarisierung zwischen Befürwortern des sprachlichen Experiments und des politischen Engagements verstärkt hatten, führten Mauerfall 1989 und Wiedervereinigung zu einem tiefgreifenden Wandel in der Literaturszene: Die neue Rolle Deutschlands im Kontext von Globalisierung und weltweiter Migration führt bei vielen Autorinnen und Autoren zu einer Neubewertung der deutschen Geschichte und der in ihrem Verlauf ausgebildeten Erfahrungsmuster. Zugleich setzt eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Realität der ehemaligen DDR und den unterschiedlichen Entwicklungen der Literatur in Ost und West ein. Weil sich das vereinte Deutschland überdies zunehmend als Einwanderungsland versteht, rückt Migration unter neuen Blickwinkeln in den Fokus des Interesses. Verstärkt erscheinen literarische Texte von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die aus anderen Ländern und Kulturkreisen, aber auch aus ehemals deutschen Gebieten immigriert sind. So zeichnet sich die deutschsprachige Gegenwartsliteratur durch eine Vielfalt von Literaturen aus, die sich auf komplexe Weise mit Grenzüberschreitungen elaborieren und diese durch Schreibverfahren einer ‚interkulturellen Postmoderne‘ reflektieren. Das Panel möchte das Spektrum der deutschsprachigen Literatur nach 1989 mit Blick auf seine Themen und ästhetischen Verfahren diskutieren, wobei die Analyse von zeitgenössischen Filmen ausdrücklich mit eingeschlossen werden soll.
So ist zu fragen, wie die Gegenwart durch einen veränderten Blick auf die deutsche Geschichte gedeutet wird (z. B. bei Günter Grass, Martin Walser, Reinhard Jirgl, Bernhard Schlink oder in Filmen wie Michael Hanekes „Das weiße Band“ und Jan-Ole Gersters „Oh Boy“).
Zugleich ist zu untersuchen, wie die geteilte Vergangenheit der neuen Bundesrepublik zum Thema wird (z. B. bei Uwe Tellkamp, Ingo Schulze, Thomas Brussig, Monika Maron, Eugen Ruge sowie in Filmen wie Leander Haußmanns „Sonnenallee“ und Florian Henckel von Donnersmarcks „Das Leben der Anderen“). Als weitere Herausforderung erweist sich die Untersuchung kulturdifferenter Erfahrungen deutscher Gegenwart (z. B. bei Arno Geiger, Anna Katharina Hahn, Emine Sevgi Özdamar, Herta Müller, Ulrich Peltzer, Sven Regener, Yoko Tawada, Feridun Zaimoğlu und Wladimir Kaminer sowie in Filmen wie Fatih Akıns „Auf der anderen Seite“, Feo Aladağs „Die Fremde“ und Yasemin Şamderelis „Almanya. Willkommen in Deutschland“). Schließlich sollen ästhetische Innovationen untersucht werden, die den Anschluss an transkulturelle Schreibstrategien und Inszenierungsstile suchen (wie z. B. bei Dietmar Dath, Felicitas Hoppe, Florian Illies, Daniel Kehlmann sowie in Filmen von Christian Petzold oder Fatih Akın). Zu fragen ist in den Beiträgen dieses Panels, wie die jeweils vorgestellten Texte und Filme mit ihren Narrativen (z. B. zu Migration, Wende, Postkolonialismus, Entdeckungsreise oder transgenerationalem Erinnern, Gewalt, Verrat und Vertrauen) Veränderungen der Nachwendezeit vergegenwärtigen oder literarische Tendenzen fortschreiben.

Ihre Beitragsvorschläge reichen Sie bitte über das Online-Portal der ALEG ein. Hierzu ist eine Anmeldung über untenstehenden Link erforderlich:

http://www.aleg2014curitiba.ufpr.br/system/register_form.php

Die Anmeldefrist endet am 28. Februar 2014. Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.aleg2014curitiba.ufpr.br/index-de.php.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.aleg2014curitiba.ufpr.br/index-de.php
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortCuritiba, Brasilien
Bewerbungsschluss28.02.2014
Beginn08.09.2014
Ende12.09.2014
LandBrasilien
Ediert von  H-Germanistik
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