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Ergebnisanzeige "Intermedialität - Multimedialität. Literatur und Musik in Deutschland von 1900 bis heute"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelIntermedialität - Multimedialität. Literatur und Musik in Deutschland von 1900 bis heute
BeschreibungIntermedialität - Multimedialität
Literatur und Musik in Deutschland von 1900 bis heute

Internationales wissenschaftliches Kolloquium
Universität Verona, 30.-31. Januar 2014 (30.01.14: Palazzo di Lettere (Polo Zanotto), Aula 1.1; 31.01.14: Palazzo di Lingue, Biblioteca di Germanistica)

Mit diesem Projekt beabsichtigen wir, die vielschichtigen semiotischen und medialen Beziehungen zwischen Literatur und Musik in Deutschland von der klassischen Moderne bis heute zu untersuchen.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts unterlagen die musikalischen Entwicklungen dem Einfluss des Wagnerismus, um anschließend in die Ergebnisse der Avantgarde zu münden (Atonalität, Zwölftonmusik, Polytonalität). Weitere Tendenzen sind in der Gebrauchsmusik, dem Schlager, der Übernahme exotischer Klänge oder in der Musik volkstümlicher Herkunft (Jazz, Tango) zu erkennen. Die tonkünstlerischen Neuerungen wurden von den Autoren dieser Epoche mit wachem Interesse aufgenommen. Die Zusammenarbeit mit den Komponisten fand auf der Grundlage des Gedankens statt, die Musik sei „das deutsche l’art pour l’art“ (Th. Mann). Schriftsteller wie Arthur Schnitzler, Franz Werfel, Thomas Mann, Robert Musil, Hermann Hesse und Lion Feuchtwanger unternahmen vielfältige Versuche, in ihren Werken nicht nur Figuren von Musikern zu schildern, sondern auch musikalische Strukturen nachzuahmen. Die intersemiotischen Beziehungen intensivierten sich in der Nachkriegszeit zunächst mit den Experimenten der Wiener Gruppe und zuletzt mit Autoren wie Thomas Bernhard oder Elfriede Jelinek.
Eine so orientierte Literatur ist in Anbetracht der zeitgenössischen Frage nach den möglichen Berührungspunkten zwischen den Kunstformen Musik und Literatur besonders anregend. Das Ziel der Tagung ist die Analyse der Durchlässigkeit und des Dialogs zwischen den genannten semiotischen Systemen und Medien. Unsere Untersuchungen sollen auf Kategorien und methodische Ansätze zurückgreifen, die von Wissenschaftlern wie Steven P. Scher, Peter V. Zima, Albert Gier oder Werner Wolf entwickelt und angewandt wurden. Auf dem Hintergrund der beispielhaften Studien von Theodor W. Adorno (Noten zur Literatur, Fragment über Musik und Sprache) und den Arbeiten der Poststrukturalisten zur Sprachwissenschaft, Literaturkritik und Semiologie werden die ReferentInnen sich unter folgenden Themenschwerpunkten bewegen:

-Der Zusammenarbeit zwischen Literaten und Tonkünstlern;
-Der Nachahmung musikalischer Formen in Prosa und Lyrik;
-Der Nachahmung literarischer Strukturen in der Musik;
-Dem „musikalischen“ Inhalt eines Werks im Sinne von Schers Begriff der „verbal music“ und den Entwicklungen des Musikerromans und der Musikerzählung innerhalb der Klassischen Moderne, der Exilliteratur und der Postmoderne;
-der Doppelbegabung im Kontext der Gesamtproduktion eines Künstlers.

PROGRAMM

Donnerstag 30. Januar 2014

Università di Verona, Palazzo di Lettere (Polo Zanotto): Aula 1.1

9.30 Begrüßung/Saluto delle autorità
Moderation: Raul Calzoni (Bergamo)
10.00 Luca Crescenzi (Pisa)
Künstlerbiographien. Musik als Thema der Literatur
10.45 Valentina Savietto (Verona)
Das Pathos der Musik. Klaus Manns »Symphonie Pathétique«
11.30 Kaffeepause
11.45 Frank Weiher (Düsseldorf)
Die literarische »Wiedergabe« fiktiver Musik. Über Adrian Leverkühns Kompositionen im »Doktor Faustus« von Thomas Mann
12.30 Herbert Grassl (Salzburg)
Die Vertonung der Gedichte von Celan und Kaser
13.15 Mittagspause
15.00 Podiumsdiskussion: Elmar Locher (Verona), Herbert Grassl (Salzburg)
Celan, Kaser: Gebrochene Echoräume?
Moderation: Peter Kofler (Verona)

Freitag 31. Januar 2014

Università di Verona, Palazzo di Lingue: Biblioteca di Germanistica
Moderation: Elena Agazzi (Bergamo)
9.30 Guglielmo Gabbiadini (Bergamo)
Intermediale Missverständnisse. Die Tradition der Operette und das
schiefe E.T.A. Hoffmann-Bild in der DDR der Siebziger Jahre
10.15 Peter Kofler (Verona)
Semiotische und mediale Verflechtungen in den Dramen von Elfriede Jelinek
11.00 Kaffeepause
11.15 Tim Lörke (Berlin)
Handkes Konzeptalbum. Die mystische Poetik der Musik in den drei Versuchen
12.00 Raul Calzoni (Bergamo)
»Moments musicaux«. W.G. Sebald und die Musik
12.45 Mittagspause
15.00 Abschließende Diskussion

Organisation:
peter.kofler@univr.it
raul.calzoni@unibg.it
valentina.savietto@univr.it

Prof. Dr. Peter Kofler:
Palazzo di Lingue, Raum T12, Via S. Francesco 22, 37129 Verona, Italien
Tel.: 0039 045 8028313

Sekretariat:
gabriella.vinco@univr.it
elena.ruggeri@univr.it
Tel.: 0039 045 8028011/8319

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.dlls.univr.it/?ent=iniziativa&convegno=1&id=5226
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortVerona
Beginn30.01.2014
Ende31.01.2014
PersonName: Peter Kofler 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: peter.kofler@univr.it 
KontaktdatenName/Institution: Università degli Studi di Verona / Dipartimento di Lingue e Letterature Straniere 
Strasse/Postfach: Lungadige Porta Vittoria, 41  
Postleitzahl: 37129 
Stadt: Verona 
Telefon: +39 045 802 8313  
Fax:  +39 045 802 8576  
E-Mail: peter.kofler@univr.it 
Internetadresse: http://www.dlls.univr.it/?ent=persona&id=878&lang=it 
LandItalien
SchlüsselbegriffeSprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Literaturwissenschaft; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortIntermedialität
Ediert von  H-Germanistik
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