VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "34. Großen Arbeitstagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur & Psychoanalyse: Interkulturalität. Konstruktionen des Anderen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel34. Großen Arbeitstagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur & Psychoanalyse: Interkulturalität. Konstruktionen des Anderen
BeschreibungAnkündigung der 34. Großen Arbeitstagung des Freiburger Arbeitskreises Literatur & Psychoanalyse

am 24./25. Januar 2014 über

Interkulturalität. Konstruktionen des Anderen

Tagungsort: Bürgerhaus am Seepark in Freiburg i. Br.
Adresse: Gerhart-Hauptmann-Straße 1
Parkplatz: Siedlerweg
Stadtbahn: Linie 1, Richtung Landwasser
Haltestelle: Betzenhauser Torplatz

Der vielfältig einsetzbare und deutungsoffene Begriff Interkulturalität steht hoch im Kurs und stößt ganz offensichtlich ob seiner positiven Konnotation mit kultureller Begegnungssituation, Fremdverstehen und Zugang zu neuen kulturellen Dimensionen auf breiten Konsens. Wie aber lässt sich Interkulturalität psychoanalytisch konzeptualisieren?

In entwicklungspsychologischen und kulturtheoretischen Konzepten der Psychoanalyse nimmt die Selbsterfassung über spiegelnde und abgewehrte Andere einen zentralen Stellenwert ein. Bilden sich bereits in der frühen Kindheit über solche Differenzidentifikationen Wahrnehmungsmuster aus, wird in der weiteren Entwicklung Andersheit zumeist als kulturspezifische bewertet, wenn sie auf die Sozialisierung durch unterschiedliche Wertesysteme zurückgeführt werden kann. Somit sind es nur bedingt wahrnehmbare Unterschiede, die der Konstruktion des Anderen dienen, als vielmehr diskursiv abgestützte Fremdheitsvorstellungen und unbewusste Mechanismen, die erst zur Dramatisierung von Differenzen führen. Gerade die Literatur spielt in wechselnden Figurenkonstellationen auf vielfältige Weise durch, dass Identitätsfindung auf die immer wieder neue (nicht selten gewaltsame) Inszenierung der Beziehung zum konstitutiven Anderen angewiesen ist. Inwieweit dabei ein spezifisches Wissen über die psychischen Gestehungskosten der Konstruktionsmechanismen vermittelt wird, soll anhand von beispielhaften Textanalysen gezeigt werden.

Die Tagung wird sich mit einschlägigen psychoanalytischen Ansätzen zur Konstruktionen des Anderen (wie auch Fremden) befassen und fragen, wie sich individualpsychologische Befunde und kulturtheoretische Überlegungen für ein psychoanalytisch orientiertes Konzept von Interkulturalität fruchtbar machen lassen. Nicht zuletzt das kulturkritische Erbe der Psychoanalyse gilt es dabei erneut zu sichten. Bei den Literaturinterpretationen rückt die Analyse psychischer Verfahren und implizit bleibender Regelungsmechanismen kultureller Verständigung in den Fokus. Es soll somit erörtert werden, aus welchen kulturellen Archiven sich Inszenierungsmodi kultureller Zuschreibungsmuster bedienen und durch welche Tiefensemantiken im Text Interkulturalität (vielleicht auch im Sinne einer Gegenrede) sprechend gemacht werden kann.

Die Zertifizierung der Arbeitstagung mit Fortbildungspunkten durch die Landesärztekammer Baden-Württemberg ist beantragt. Besucher, die an der Zertifizierung teilnehmen möchten, müssen sich vor Ort im Tagungsbüro in die Anwesenheitsliste eintragen.


Programm zur Tagung


Freitag, 24. Januar 2014

14.15 – 14.30 Begrüßung

14.30 – 15.00 Prof. Dr. Joachim Küchenhoff (Basel):
Interkulturelle Gewalt und interkulturelle Übergangsräume
Konstruktion und Dekonstruktion des Fremden[1]

15.00 – 15.30 Diskussion

15.30 – 16.00 Kaffeepause

16.00 – 16.30 Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Hamburg):
Interkulturalität psychoanalytisch konzeptualisieren?
Konstruktionen des Anderen in Literatur und Film

16.30 – 17.00 Diskussion

17.00 – 17.30 Prof. Dr. Hartmut Böhme (Berlin):
Das Primitive und das Archaische
Annahmen über Ursprünge und Alteritäten der Kultur

17.30 – 18.00 Diskussion


Samstag, 25. Januar 2014

09.00 – 9.30 Prof. Dr. Dr. Rolf-Peter Warsitz (Kassel):
Der Fremde als das eigene Fremde im Anderen[2]

09.30 – 10.00 Diskussion

10.00 – 10.30 Kaffeepause

10.30 – 11.00 Prof. Dr. Carl Pietzcker (Freiburg):
Die Geburt heimatlicher Unmittelbarkeit aus dem Geist der Interkulturalität:
Johann Peter Hebels Allemannische Gedichte

11.00 – 11.30 Diskussion

11.30 – 12.00 Prof. Dr. Ulrike Prokop (Frankfurt):
Konstruktion des Fremden in Paarbildern[3]

12.00 – 12.30 Diskussion

12.30 – 14.30 Mittagspause

14.30 – 15.00 Prof. Dr. Vera King (Hamburg):
Migration und Adoleszenz
Bilder von Trennung und Differenz in lebensgeschichtlichen und literarischen Narrativen[4]

15.00 – 15.30 Diskussion

15.30 – 16.00 Prof. Dr. Jürgen Straub (Bochum):
Lost in Translation: Eva Hoffmans autobiographisch-interkulturelle Reise in der Perspektive einer narrativen Psychologie und Psychoanalyse

16.00 – 16.30 Diskussion

16.30 – 17.00 Kaffeepause

17.00 – 17.30 Prof. Dr. Maya Nadig (Bremen):
Schreiben über die Mosuo.
Schwierigkeiten, einer fremden Kultur gerecht zu werden[5]

17.30 – 18.00 Diskussion

18.00 – 18.30 Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Waldenfels (Bochum):
Fremdheit innerhalb und außerhalb unserer eigenen Kultur

18.30 – 19.00 Diskussion


[1] Es werden folgende Texte herangezogen: Louise Erdrich:Tracks, New York: Henry Holt & Co. 1988; deutsch: Spuren, Berlin: Suhrkamp 2011. – Jonathan Lear: Radical Hope: Ethics in the Face of Cultural Devastation, Cambridge, Mass./London 2006.

[2] Folgende Texte werden herangezogen: Julia Kristeva: Fremde sind wir uns selbst, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990 und Albert Camus: Der Fremde [1942].

[3] Auf folgende Texte wird Bezug genommen: Charlotte Roche: Feuchtgebiete, Köln 2008; Michel Houellebecq: Ausweitung der Kampfzone, [Paris 1994], Berlin 1999 und auf E. J. James: Shades of Gray, [New York 2011], München 2012.

[4] Bezug genommen wird auf folgende Texte: Melinda Nadj Abondji: Tauben fliegen auf, Salzburg: Jung und Jung 2010 und Aris Fioretos: Die halbe Sonne [2012], München: Hanser 2013.

[5] Folgender Text wird herangezogen: Coler, Ricardo (2009): Das Paradies ist weiblich. Eine faszinierende Reise ins Matriarchat, Berlin: Aufbau-Verlag 2011.


Anmeldung zur Tagung

Als Anmeldung gilt Ihre Einzahlung von € 70,00 (Studierende € 15,00) bis spätestens: 10. Januar 2014
auf das Konto: Literatur und Psychoanalyse e. V.
Konto-Nr. 13242460, Sparkasse Freiburg (BLZ 680 501 01) [neue Kontonummer!]
IBAN DE93 6805 0101 0013 2424 60 Swift-BIC FRSPDE66XXX

Karten für einzelne Vorträge sind im Tagungsbüro erhältlich.

Um den üblichen Andrang an der Tageskasse vor der ersten Veranstaltung zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen dringend, den Teilnahmebeitrag vorweg zu überweisen. Da die Raumkapazität auf 500 Teilnehmende beschränkt ist, bitten wir um Verständnis dafür, dass wir diejenigen, die den Beitrag nicht überwiesen haben, bei zu großem Andrang nicht einlassen können.

Information
astrid.lange-kirchheim@germanistik.uni-freiburg.de
pfeiffer@ph-freiburg.de

Zimmerreservierung
HolidayInsider AG / Am Bischofskreuz 1
79114 Freiburg / Tel.: 0761 88581 169
Fax: 0761 88581 149 / veranstalter@holidayinsider.com

Veranstalter:

Ortrud Gutjahr
Tatjana Jesch
Joachim Küchenhoff
Astrid Lange-Kirchheim
Wolfram Mauser
Joachim Pfeiffer
Carl Pietzcker
Petra Strasser
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.litpsych.uni-freiburg.de/wp/?page_id=33
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFreiburg i. Br.
Beginn24.01.2014
Ende25.01.2014
PersonName: Astrid Lange Kirchheim 
E-Mail: astrid.lange-kirchheim@germanistik.uni-freiburg.de 
Name: Joachim Pfeiffer 
E-Mail: pfeiffer@ph-freiburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Freiburger Arbeitskreis Literatur & Psychoanalyse e. V., Deutsches Seminar – Neuere Deutsche Literatur Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 
Strasse/Postfach: Platz der Universität 3 
Postleitzahl: 79085 
Stadt: Freiburg 
E-Mail: astrid.lange-kirchheim@germanistik.uni-freiburg.de 
Internetadresse: http://www.litpsych.uni-freiburg.de/wp/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literaturpsychologie
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/36518

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 10.01.2014 | Impressum | Intern