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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Krieg und Nachkrieg. II. Leonhard Frank Symposium"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelKrieg und Nachkrieg. II. Leonhard Frank Symposium
BeschreibungKRIEG und NACHKRIEG
II. Leonhard Frank Symposium in Würzburg

15.-16.2.2014

veranstaltet von
Justus-Maximilian Universität Würzburg
Lehrstuhl für neuere deutsche
Literatur- und Ideengeschichte
Leonhard-Frank-Gesellschaft e.V.
Michael Henke – Lausitzer Str. 13 – 10999 Berlin
Titel unter Verwendung eines Werbeplakats für den Film
"Niemandsland" (Idee und Filmskript: Leonhard Frank), Herbst 1931.




Das Thema

Aus Anlass der 100. Wiederkehr des Beginns des
Ersten Weltkrieges richtet die Leonhard-Frank-
Gesellschaft in Kooperation mit der Universität
Würzburg am 15. und 16. Februar 2014 das II.
Leonhard-Frank-Symposium aus.
Obwohl damals die größeren Teile Europas von
Generationen geprägt waren, für die Krieg kein
Element des eigenen Lebens war und für die
auch keine Notwendigkeit bestand, sich
kriegerisch zu engagieren, führten sozioöko-
nomische und politische Interessenlagen zur
„Urkatastrophe des 20. Jahrhundert“ (George F.
Kennan).
Im Zentrum unseres Symposiums soll nicht der
Erste Weltkrieg im Besonderen stehen, vielmehr
interessieren uns die Auswirkungen von Krieg und
dem, was danach kommt, auf alle Bereiche
menschlicher Beziehungen, und die Verarbeitung
dieser Wirkungen in der Literatur.
Entsprechend ist auch das Motto der Literatur
entlehnt. „Krieg“ war das erste, 1928 erschienene
Buch von Ludwig Renn, dem zwei Jahre später
„Nachkrieg“ folgte, Bücher, die aufzeigen, wie
einer, der von Hause aus nationalistisch und
militärorientiert aufwuchs, sich in historischer
Situation aus diesem Milieu löst und am Ende gar
kommunistisch wird. Renn, der die eine Diktatur
nicht wollte, in ihr gefoltert wurde und sie später in
Spanien militärisch bekämpfte, fand in der
anderen trotz privat geäußerter Kritik nicht den
Weg zur Opposition. Aber auch in dieser
Ambivalenz steht er für die Generationen, für die
Krieg und Nachkrieg lebensprägend waren.
Das Motto kennzeichnet auch das Leben und das
schriftstellerische Werk Leonhard Franks. Sein
erster Ruhm als Schriftsteller fiel fast zusammen
mit jenem Kriegsbeginn, als ein deutscher Kaiser
keine Parteien mehr zu kennen behauptete. Für
den damals 32jährigen Frank war die Kriegs-
gegnerschaft eine aus sozialer Herkunft resul-
tierende Selbstverständlichkeit und gerade das
begründete eine tiefe und andauernde Zäsur in
seinem Leben. Immer wieder kreisen seine Werke
um Krieg und Nachkrieg: 1917 sein fanatischer,
antimilitaristisch-revolutionärer Appell „Der
Mensch ist gut“, 1923/24 seine Nachkriegs-Utopie
„Der Bürger“, 1926 „Karl und Anna“ – als
„Heimkehr-Novelle“ oft mehr desavouiert als
gewürdigt, gleichwohl vom Publikum geliebt -, der
unbekannt gebliebene, während zehn Exil-Jahren
entstandene Roman „Mathilde“, schließlich die
nach Ende des Zweiten Weltkrieges geschrie-
benen Werke „Die Jünger Jesu“ und „Michaels
Rückkehr“, beide Nachkriegszeit und das Motiv
der gerechten Rache thematisierend, und die
„Deutsche Novelle“, die sich dem deutschen
Untergang im Faschismus allegorisch nähert –
alle atmen und reflektieren diesen Themenkreis.


Programm

Samstag, 15. Februar
11.00 Uhr
Grußwort und Einführung durch Prof. Dr.
Wolfgang Riedel (Universität Würzburg) und
Michael Henke (Berlin, 1. Vors. Leonhard
Frank-Gesellschaft)

11.30 Uhr
Storch, Michael (Universität Würzburg)
Wie Zarathustra in die Schützengräben kam:
nietzscheanische Legitimationen des Ersten
Weltkriegs

12.15 Uhr
Süselbeck, Dr. Jan (Universität Marburg):
Der Mythenkomplex des belgischen
Franktireurkriegs. Emotionale Aspekte
kollektiver Autosuggestion in den Romanen
Ludwig Renns

13.00 – 14.30 Mittagspause

14.30 Uhr
Rudolph, Katharina (Offenbach):
„Das leidenschaftlichste Buch gegen den
Krieg, das die Weltliteratur aufweist“.
Leonhard Franks „Der Mensch ist gut“. Ein
Werk und seine Wirkung

15.15 Uhr
Dittmann, Dr. Ulrich (Oskar Maria Graf-
Gesellschaft, München):
KRIEG - biographisches Motiv und
literarisches Thema bei Oskar Maria Graf

16.30 Uhr
Filmvorführung:
„Chronik eines Mordes“ (nach L.F. „Die Jünger
Jesu“) im Programmkino Central (gegenüber
der Residenz)

anschließend Abendpause


21.00 Uhr
Literarischer Abendspaziergang mit
Dr. Hans Steidle durch das alte Mainviertel
auf den Spuren Leonhard Franks.



Sonntag, 16. Februar


10.00 Uhr
Hetyei, Dr. Judit (Universität Pecs/Ungarn):
Zur literaturwissenschaftlichen Einord-
nung der "Deutschen Novelle" von
Leonhard Frank.

10.45 Uhr
Ächtler, Dr. Norman (Universität Gießen):
Krieg und Gefangenschaft in der Lyrik
nach 45

11.30 – 12.00 Uhr: Kaffepause

12.00 Uhr
Hien, Markus (Universität Würzburg):
‚Zu einem Grab kam er nie‘. Gert Ledigs
Poetik des Erinnerns

12.45 Uhr
Hilgendorf, Prof. Dr. Eric (Universität
Würzburg):
Politischer Humanismus als Antwort auf
Krieg und Faschismus

13.30 Uhr: Resümee und Verabschiedung


ORT:
Oswald-Külpe-Hörsaal
an der alten Augenklinik
Röntgenring 12, 97070 Würzburg
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWürzburg
Beginn15.02.2014
Ende16.02.2014
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
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