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Ergebnisanzeige "Gibt es einen ›Geist der Erzählung‹? – Narratologie trifft Thomas Mann"
RessourcentypCall for Papers
TitelGibt es einen ›Geist der Erzählung‹? – Narratologie trifft Thomas Mann
BeschreibungGibt es einen ›Geist der Erzählung‹? – Narratologie trifft Thomas Mann

Workshop des Kreises junger Thomas Mann-Forscher am 23./24. Mai 2014
am Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

In den Klassikern der deutschsprachigen Erzähltheorie, etwa den einschlägigen Texten von Eberhard Lämmert, Franz K. Stanzel und Käte Hamburger werden die Texte Thomas Manns sehr häufig zur Illustrierung erzähltheoretischer Phänomene herangezogen. Das hat etwas mit dem hohen Kanonisierungsgrad des Autors zu tun, aber auch damit, dass die Erzählverfahren schon im Frühwerk einen hohen Komplexitätsgrad aufweisen, wie die Thomas Mann-Forschung auch in den letzten Jahren immer wieder gezeigt hat. Dem steht das Bild des traditionell realistisch erzählenden Autors gegenüber, der üblicherweise nicht zu jenen Klassikern der Moderne gezählt wird, die das Spektrum an Erzählverfahren erweitert und verändert haben, wie etwa Alfred Döblin, Franz Kafka, Robert Musil. Es existiert demnach kein Forschungskonsens darüber, wie die Komplexität der Mannschen Erzähltechniken zu bewerten sind.

Die klassische narratologische Begrifflichkeit nach Stanzel u.a. konnte zugleich der Komplexität der Erzählverfahren, die die moderne Literatur kennzeichnet, nicht gerecht werden. Seit den 1990er Jahren hat sich deshalb auch im deutschsprachigen Raum eine neuere Terminologie durchgesetzt, die v.a. auf die Popularisierung der erzähltheoretischen Überlegungen von Gérard Genette zurückgeht. Seitdem hat eine umfangreiche narratologische Forschung gezeigt, dass in dieser gemäßigten Form des Strukturalismus ein großes Potential zur Beschreibung von Erzählverfahren liegt.

Dieses Potential ist in der Thomas Mann-Forschung bisher nur ganz vereinzelt genutzt worden. Die hochkomplexen Erzählstrukturen, die sich in Texen aller Werkphasen finden, sollten sich mit Hilfe der neueren Terminologie sehr viel genauer erfassen lassen, Interpretationen dadurch eine höhere Plausibilität gewinnen. Hier ist etwa der vielgestaltige Bereich der erzählerischen Unzuverlässigkeit zu nennen, der in der Narratologie intensiv diskutiert wird und der zur Deutung zahlreicher Erzählsituationen in Thomas Manns Texten in höchstem Maße ergiebig ist, dort aber bislang kaum präzise beschrieben wurde.

Hier setzt der Workshop des Kreises junger Thomas Mann-Forscher an. Ziel ist es, wichtige Ergebnisse der neueren Narratologie auf Thomas Manns Texte anzuwenden. Dabei sollen sich neben Thomas Mann-Forschern ausdrücklich solche Beiträger angesprochen fühlen, die einen eher theoretisch-systematischen Zugriff wählen und diese Perspektive an Manns Texten verdeutlichen möchten.

Zwei Fragerichtungen können daraus abgeleitet werden:
1. Was lässt sich aus den Ergebnissen der neueren Erzählforschung für die Analyse und Interpretation von Thomas Manns Werk gewinnen? Und was bedeuten diese Erkenntnisse mit Blick auf die Verortung Thomas Manns im Kontext der modernen Erzählliteratur?
2. Welche Erkenntnisse lassen sich aus der Analyse von Thomas Manns Texten für die Präzisierung der aktuellen narratologischen Terminologie gewinnen?

Die Vorträge sollen eine Länge von 30 Minuten nicht überschreiten und können ausdrücklich Auskoppelungen aus größeren Projekten sein, die noch im Entstehen begriffen sind.
Interessenten schicken Ihr Exposé (max. 1 DIN A4-Seite) bitte bis zum 15.02.2014 an Prof. Dr. Andreas Blödorn (andreas.bloedorn@uni-muenster.de), Dr. Regine Zeller (regine.zeller@gmx.de) und Dr. Jens Ewen (jens.ewen@uni-jena.de).

Ein Zuschuss zu den Reise- und Übernachtungskosten kann bereits in Aussicht gestellt werden.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünster
Bewerbungsschluss15.02.2014
Beginn23.05.2014
Ende24.05.2014
PersonName: Blödorn, Andreas [Prof. Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: andreas.bloedorn@uni-muenster.de 
Name: Ewen, Jens [Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: jens.ewen@uni-jena.de 
Name: Zeller, Regine [Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: regine.zeller@gmx.de 
KontaktdatenName/Institution: Germanistisches Institut der Wilhelms-Universität Münster 
Strasse/Postfach: Schlossplatz 34 
Postleitzahl: 48143 
Stadt: Münster 
Name/Institution: Kreis der jungen Thomas Mann Forscher 
Internetadresse: http://www.thomas-mann-gesellschaft.de/de/5/aktuelles.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945; Literatur nach 1945
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.16.00 Gattungen und Formen > 17.16.03 Epik
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