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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Brechts Romane und Romanprojekte"
RessourcentypCall for Papers
TitelBrechts Romane und Romanprojekte
BeschreibungBrechts Romane und Romanprojekte
14.02.2014, Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin

Brechts Prosawerk steht noch immer im Schatten seiner Theatertexte und Dichtungen. Das gilt – bedenkt man die Aufmerksamkeit, die zumindest die „Keuner“-Geschichten bisweilen erfahren – noch umso mehr für Brechts Romanschaffen. Verwunderlich ist dies nicht zuletzt, weil Klaus-Detlef Müller und Wolfgang Jeske bereits Anfang der 1980er Jahre nachweisen konnten, dass Brecht zu den Pionieren des modernen Romans zu zählen ist – eine nie widersprochene These, die erstmals von Otto Keller in seiner Schrift „Brecht und der moderne Roman“ (1975) verfolgt wurde.

Die Irritation erhält weiteren Nachdruck angesichts der Tatsache, dass der „Dreigroschenroman“, das einzige zu Lebzeiten abgeschlossene Romanprojekt, nicht nur eine große Beachtung und Aufmerksamkeit bei Erscheinen, sondern seither auch eine ungemein auflagenstarke Verbreitung auf dem Buchmarkt erfuhr. Auch die weiteren, posthum veröffentlichten Fragmente zum „Tuiroman“ und zu dem Roman „Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar“ liegen schon lange als Druck vor und unterstreichen auf ihre Weise die Tradition des komischen, satirischen Romans, innerhalb derer sich Brecht bewegte.

Inzwischen sind noch fünf weitere fragmentarische Romanentwürfe als Text zugänglich. Woran aber liegt es, dass es bisher gleichwohl nicht zu einer substantiellen Neuentdeckung des Romanciers Brecht gereicht hat? Wieso fehlt so auffällig der Name Brechts, wenn das Romanschaffen der 1930er Jahre in den Blick gerät? Wie lässt sich die Komik seiner Romane poetologisch genauer fassen? Die Brecht-Tage 2014 wollen diese Fragen aufgreifen und in Form einer Tagung vertiefen.

Bereits in Einzelbeiträgen gut erforscht ist die Quellenlage, Materialbasis und Rezeption der drei großen Romanprojekte Brechts. Vornehmliches Ziel der Tagung ist es daher, die Texte nicht mehr nur gesondert, sondern in übergreifender Form zu diskutieren, und zwar 1. bezogen auf die alle drei großen Romanprojekte Brechts prägende Komik, 2. vor dem Hintergrund des Romans der Moderne und 3. hinsichtlich der besonderen Bedeutung des Romanschaffens innerhalb von Brechts Gesamtwerk.

Im Einzelnen stellen sich etwa folgende Fragen:

1. Komik und Satire in Brechts Romanen
- wie funktioniert die Komik in Brechts Romanen und wie lässt sie sich näher spezifizieren: Satire, Parodie, Burleske, Ironie, Absurdität?
- in welcher Tradition satirischen Schreibens bewegt sich Brecht (Voltaire, Swift karnevalistische Tradition, …)?
- wie verhält sich die Satire zur marxistischen Ästhetik, der sich Brecht mit seinen Romanen verpflichtet fühlt?

2. Brechts Romane im Kontext der Moderne
- formulieren die Romane eine eigenständige, alternative Konzeption literarischer Modernität? Wie zeichnet diese sich aus?
- wie verhält sich Brechts Romanwerk zu demjenigen seiner Zeitgenossen (Döblin, Thomas Mann, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Klaus Mann, Kafka)?
- welchen Traditionslinien folgen die Genrezitate Brechts (Kriminalroman, Kaufmanns- und Fabrikantenroman, Liebesroman, zeitgeschichtlicher Roman)?
- welche Impulse setzte Brecht für den zeitgenössischen Roman?
- wo finden sich strukturäquivalente Momente im zeitgenössischen Roman?

3. Brechts Romanschaffen innerhalb seines Gesamtwerks
- wie funktioniert der Medienverband aus Roman, Filmprojekt, Theatertext, in dem Brecht seine Stoffe arrangierte?
- welche Möglichkeiten bot im Besonderen die Romanform zur Thematisierung des Faschismus oder ähnlicher Kontexte, die sich als gattungsspezifisch beschreiben lässt?
- welche besonderen Formen der Zusammenarbeit entwickelte Brecht angesichts der Romanprojekte mit seinen MitarbeiterInnen?
- inwiefern ist die Auffassung, die Romane dienten vornehmlich dem Broterwerb, zu korrigieren?

Die Tagung bildet den Abschluss der Brecht-Tage 2014 des Literaturforums im Brecht-Haus Berlin. Bereits für einzelne Beiträge vorgemerkt sind:

- Prof. Dr. Klaus-Detlef Müller (Universität Tübingen)
- Dr. Marja-Leena Hakkarainen (Universität Turku, Finnland)
- PD Dr. Stefan Willer (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin)
- Prof. Dr. Frank D. Wagner [angefragt]

Wir freuen uns über weitere Beitragsangebote, wobei ausdrücklich auch junge WissenschaftlerInnen eingeladen sind, sich zu bewerben. Vorschläge für Vorträge (Arbeitstitel und Abstract, max. 300 Wörter) und knappe Angaben zur Person bitte per Email bis zum 15.11.2013 an unten aufgeführte Emaildresse. Zusagen erfolgen zeitnah bis zum 22.11.2013. Neben einer Beteiligung an Reise- und Unterbringungskosten ist für geladene ReferentInnen ein Honorar in Höhe von 300 Euro eingeplant. Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist vorgesehen.

Die Tagung bildet den Abschluss der Brecht-Tage 2014. Zuvor wird eine Reihe von Abendveranstaltungen mit Autorinnen und Autoren das Gespräch über Brechts Romane eröffnen.

Kontakt:

Dr. Christian Hippe
Literaturforum im Brecht-Haus
Chausseestr. 125
10115 Berlin
Email: hippe@lfbrecht.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss15.11.2013
Beginn14.02.2014
Ende14.02.2014
PersonName: Dr. Christian Hippe 
Funktion: Literaturforum im Brecht-Haus/PM, Projekte 
E-Mail: hippe@lfbrecht.de 
KontaktdatenName/Institution: Literaturforum im Brecht-Haus 
Strasse/Postfach: Chausseestr. 125 
Postleitzahl: 10115 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030-28385349 
E-Mail: hippe@lfbrecht.de 
Internetadresse: www.lfbrecht.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Literatur 1880 - 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Zusätzliches SuchwortBrecht, Roman
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.03 Epik; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.16.00 Gattungen und Formen > 17.16.03 Epik; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.17.00 Stoffe. Motive. Themen; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren
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