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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Theater im Aufbruch: das europäische Drama der Frühen Neuzeit. Interdisziplinäre Vorlesungsreihe"
RessourcentypVortragsreihen
TitelTheater im Aufbruch: das europäische Drama der Frühen Neuzeit. Interdisziplinäre Vorlesungsreihe
BeschreibungTheater im Aufbruch: das europäische Drama der Frühen Neuzeit

Interdisziplinäre Vorlesungsreihe veranstaltet vom Institut für
Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik) in
Zusammenarbeit mit der Shakespeare-Forschungsbibliothek und dem Promotionsstudiengang
Literaturwissenschaft

In der Schwellenepoche der frühen Neuzeit stellt das Drama die dominante
Gattung dar. Aufgrund seiner schnellen Produktionsweise und seiner
Stellung zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit, zwischen
"Unterhaltungsindustrie" und höfischer Repräsentation, ist das Drama von allen Textsorten am
ehesten in der Lage, die sozialen, religiösen und politische Spannungen des
Zeitalters zu verhandeln. Auch wenn der Buchdruck, als eine der revolutionären Entwicklungen, den "Anfang" dieser neuen Epoche markiert und den Adressatenkreis literarischer (und anderer, insbesondere religiöser)
Texte in bis dahin unerhörter Weise erweitert hat, so richtet sich das Drama, etwa in der Shakespeareschen Theaterpraxis, als einzige Textsorte und Kommunikationspraxis an alle sozialen Gruppen, vom des Lesens unkundigen Volk bis zum höfischen Publikum. In hervorragender Weise repräsentiert
das Drama damit den "Strukturwandel der Öffentlichkeit" der frühen Neuzeit.
Dabei erfüllt es sehr heterogene Funktionen: Es reflektiert den Übergang vom
religiösen zum sekulären System; es fängt den "Schock des Neuen" auf, der
durch die großen Entdeckungsreisen ausgelöst wird und der die Verabschiedung
von den klassischen Autoritäten einleitet; als erstes literarisches Massenmedium kommuniziert es politische und religiöse Konflikte, repräsentiert die Interessen der Staatsmacht, aber auch kritische
Positionen des sich allmählich herausbildenden Bürgertums. Die öffentliche
Wirksamkeit des Dramas entfaltet sich somit in einem Spannungsfeld von Neuanfang und
Bewahrung, von Normalisierung und Überschreitung. Diese Problematik des "Anfangs" als Epochenmerkmal in ausgewählten Texten des europäischen Dramas der Frühen Neuzeit zu beleuchten, ist ein wesentliches Ziel dieser Vortragsreihe. Zugleich soll Studierenden der philologischen Fächer
damit ein Überblick über die Gattung und die Epoche vermittelt werden.

Konzeption und Organisation: Roger Lüdeke, Virginia Richter


PROGRAMM

Eröffnungsvortrag im Senatssaal der Universität
Dienstag, 25.10., 18 Uhr
Andreas Höfele (München)
Shakespeares Sturm: Religion, Wissenschaft und die Meteorologie des Theaters

Montag 18-20 Uhr Schellingstr. 3/Rg./ HS 051

7. 11.
Jan-Dirk Müller (München): Das mittelalterliche Erbe: Zwischen Ritual und Theater

14.11.
Andreas Mahler (München): Einbruch in die Mimesis. Stimme und Schrift
auf der elisabethanischen Bühne

21.11.
Hans Walter Gabler (München): Aufbruch im Theater. Das Reden zum Anbruch
der Neuzeit im Theater Englands im 16. und frühen 17. Jahrhundert

28. 11. Bernhard Teuber (München): Die Tragödie als Staatstheater? -
Repräsentation und Verhandlung von Macht im frühneuzeitlichen Theater
der Romania

5. 12.
Catherine Belsey (Cardiff): The Riddle of Twelfth Night

12.12.
Wolfgang Matzat (Tübingen): Welttheater und Bühne der Gesellschaft.
Überlegungen zur Tragödie der französischen Klassik

9.1.
Sabine Schülting (Berlin): Elizabeth Carys Mariam, the Fair Queen of
Jewry und die Problematik eines weiblichen Aufbruchs im englischen Drama der
Frühen Neuzeit

16. 1.
Tobias Döring (München): Doctor Faustus bricht auf

23.1
Hendrik Birus (München): Wiederholung der Anfänge: Die romantische
Rezeption des europäischen Dramas des 16./17. Jahrhunderts

30.1.
Jürgen Schläder (München): Orfeo hieß der moderne Mensch. Oper als
Spiegel und Entwurf der Gesellschaft

6. 2. Inka Mülder-Bach (München): Das Theater der Anatomie

Freitag, 10.2., 20 Uhr
Abschlußevent: Podiumsdiskussion in den Münchner Kammerspielen,
Werkraum, "In Love with Shakespeare! Zur Aktualität eines Klassikers" mit
Vertretern aus Universität, Theater und Feuilleton


Ludwig Maximilians Universität München
Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Schellingstraße 3
RGB, Raum 415
80799 München
Tel.: 2180-3379
Fax: 2180-3377
E-Mail: komparatistik@lrz.uni-muenchen.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Beginn25.10.2005
Ende10.02.2006
PersonName: Roger, Lüdeke  
Funktion: Konzeption und Organisation 
Name: Richter, Virginia  
Funktion: Konzeption und Organisation 
KontaktdatenName/Institution: Ludwig-Maximilians-Universität München - Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft - 
Strasse/Postfach: Schellingstr. 3 
Postleitzahl: 80799 
Stadt: München 
Telefon: +49 89 2180-3379 
Fax: +49 89 2180-3377 
E-Mail: komparatistik@lrz.uni-muenchen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKomparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Theater (Aufführungspraxis)
Zusätzliches SuchwortRitual; Faust ; Orpheus; Shakespeare, William; Französische Klassik
Klassifikation04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/35

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