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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Paul Celan und der Holocaust - Neue Perspektiven"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelPaul Celan und der Holocaust - Neue Perspektiven
Beschreibung09. November 2013 - Universität des Saarlandes, Geb. C7.4, R. 1.17
Beginn: 10 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung des Graduiertenprogramms der Universität des Saarlandes (GradUS)

Dass dem Holocaust eine ganz zentrale Rolle im Werk des jüdischen Lyrikers Paul Celan zukommt, ist unbestritten. In der neueren Forschung wird zwar noch stets auf dieses Thema verwiesen, doch zumeist nur noch im Vorbeigehen, so als wäre darüber im Grunde alles gesagt. Auch in dem hochaktuellen interdisziplinären Forschungsfeld der Erinnerungskultur und im Diskurs über Ästhetik und Poetik des Holocaust erscheint der Dichter der "Todesfuge" oftmals eher als Kronzeuge und Stichwortgeber denn als Gegenstand sui generis. Griffige poetische Wendungen aus seinem Werk werden dabei immer wieder gerne herbeizitiert , ohne aber ihre Bedeutung im Kontext von Celans Poesie und Poetik hinreichend zu untersuchen. Mit anderen Worten: Es fehlt der Diskussion um den Stellenwert des Holocaust bei Celan heute mitunter an der Tiefe, die der Komplexität dieses Werkes eigentlich entspricht.

Anlässlich des 75. Jahrestags der "Reichskristallnacht" will das internationale Symposium, an dem sowohl Nachwuchs- als auch etablierte Wissenschaftler teilnehmen werden, neue Perspektiven auf die Rolle des Holocaust in der Poesie Paul Celans und im biographischen Umfeld des Dichters eröffnen. Das Symposium besteht aus drei thematischen Sektionen: Die erste wird sich mit Celans Verhältnis zu seinen Zeitgenossen und der Bedeutung des Holocaust-Diskurses im zeitgeschichtlichen Kontext, zum Beispiel der 68er Bewegung, beschäftigen. Der zweite und größte Teil wird seinen Fokus ganz auf Celans Werk und Dichtungstheorie legen; hier sollen insbesondere motivische Aspekte der Lyrik, etwa das Totengedächtnis an die Opfer des Holocaust, sowie das Konzept der Zeugenschaft im Vordergrund stehen. In der dritten Sektion wird schließlich die feuilletonistische und künstlerische Rezeption von Celans Werk diskutiert. Zum Ausklang der Tagung ist zudem eine Lesung aus einem literarischen Prosatext über Paul Celans Leben vorgesehen.

Der Eintritt zum Symposium ist frei. Ein interessiertes Publikum ist herzlich willkommen. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.
Kontakt:
Ruven Karr, M. A.
E-mail: r.karr@mx.uni-saarland.de
Web: http://www.uni-saarland.de/fachrichtung/germanistik/aktuelles/tagungen.html


PROGRAMM

Moderation: Ruven Karr
Assistenz: Stephanie Blum und Hendrik Stiemer

10:00 Begrüßung

SEKTION 1: BIOGRAPHIE UND ZEITGENOSSEN

10:20 – 10:40 Barbara Wiedemann (Tübingen): „ausgerechnet jetzt“ – Der Mai 1968 und die Jüdische Katastrophe

10:40 – 11:00 Clément Fradin (Paris): 1960-1963: Paul Celan und die Dialektik zwischen Anerkennung und Diffamierung einer jüdischen Stimme in Deutschland

11:00 – 11:20 Paul Sars (Nijmegen): Der Oratoriumplan "Psalm 1943" von Jaap Geraedts mit Paul Celan – Zur (Un)Möglichkeit der Thematisierung des ‚Geschehenen‘ in den 1950er Jahren

Diskussion

12:15 – 13:15 Mittagspause


SEKTION II: DICHTUNG UND POETIK

13:20 – 13:40 Cindy Renker (Dallas): Wort und Bild in Paul Celans Übersetzung von Alain Resnais‘ "Nacht und Nebel"

13:40 – 14:00 Stephanie Blum (Saarbrücken): Zwischen Totengedächtnis und poetologischer Reflexion – Das Luftmotiv bei Paul Celan

14:20 – 14:40 Yvonne Al-Taie (Kiel): Das Auge als Ort der Begegnung zwischen den Toten und den Lebenden in Paul Celans Dichtung

14:40 – 15:00 Mareike Stoll (Princeton/Konstanz): „mitten ins / Metapherngestöber“ – Paul Celans Texte der 1960er Jahre zwischen Metapher, Zeugnis und Wahrheit

15:00 – 15:20 Lydia Koelle (Bonn): „Verjuden“ – Paul Celans Konzeption und Anspruch reflektierter Zeugenschaft

Diskussion

16:30 – 17:15 Kaffeepause


SEKTION III: REZEPTION

17:20 – 17:40 Hendrik Stiemer (Saarbrücken): Paul Celan im Holocaust-Gedenken des deutschsprachigen Feuilletons seit 1960

17:40 – 18:00 Felix Forsbach (Bamberg): Labyrinthische Erinnerung – Paul Celan und Anselm Kiefer

Diskussion

18:45 Lydia Koelle liest aus "Schwerer werden – Celan-Monolog"

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortSaarbrücken
Beginn09.11.2013
Ende09.11.2013
PersonName: Ruven Karr 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: r.karr@mx.uni-saarland.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität des Saarlandes / Fachrichtung 4.1 Germanistik / Graduiertenprogramm GradUS 
Strasse/Postfach: Campus 
Postleitzahl: 66123  
Stadt: Saarbrücken 
E-Mail: r.karr@mx.uni-saarland.de 
Internetadresse: http://www.uni-saarland.de/fachrichtung/germanistik.html http://www.uni-saarland.de/forschung/gradus.html  
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.16.00 Gattungen und Formen > 17.16.04 Lyrik; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.08.00 Gattungen und Formen > 18.08.04 Lyrik; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.05 Literarisches Leben; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.08 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
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