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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mittelalterrezeption in der DDR-Literatur"
RessourcentypCall for Papers
TitelMittelalterrezeption in der DDR-Literatur
BeschreibungCfP „Mittelalterrezeption in der DDR-Literatur“, Literaturwissenschaftlicher Workshop an der Technischen Universität Chemnitz, Institut für Germanistik und Kommunikation, 3.-5. Oktober 2014

Verfolgt man die Kulturpolitik der SED, scheint die mittelalterliche Literatur weitestgehend aus dem Kanon ausgeblendet. Zum etablierten Korpus der DDR-Literatur gehörten seit den 1970er Jahren neben Texten der (vor allem griechischen) Antike und der Renaissance (z. B. Shakespeare) zumal die der Klassik, wobei den Werken Lessings, Schillers, Heines und vor allem Goethes besondere Bedeutung zugesprochen wurde. Im Mittelpunkt des kulturpolitischen Programms stand die Tradierung humanistischen Gedankenguts, mit der Begründung „den ganzen Reichtum des humanistischen und revolutionären Erbes der Weltkultur von marxistisch-leninistischen Positionen aus zu erschließen und zu vermitteln“ (K. Hager 1975). Kunst und Literatur galten als Vehikel zur Modifikation des ideologischen Bewusstseins und zur Etablierung einer „sozialistischen Nationalliteratur“ (W. Ulbricht 1959). Die Rezeption mittelalterlicher Erzählstoffe war in die umfassende ‚Erbediskussion‘ eingebunden. Die Literatur der Vormoderne wurde von der DDR-Germanistik vor allem auf ihre „Einfunktionierung“ in die „junge sozialistische Nationalliteratur“ (R. Bräuer 1979) befragt und bewertet. Ästhetische Kriterien sowie die Untersuchung spezifischer Transformationsprozesse blieben dabei weitestgehend unberücksichtigt.

Ungeachtet der kulturpolitischen Leitlinie sind bereits in den 1950er und 1960er Jahren (E. Hilscher „Die Entdeckung der Liebe“; F. Fühmann „Reineke Fuchs neu erzählt“ etc.), vor allem aber zwischen 1970 und 1980 in einer Phase der Neuorientierung und „Umwertung der Klassiker“ (P. Stuber 1998) eine Reihe von Übersetzungen und Nacherzählungen (W. Heiduczek, F. Fühmann, G. de Bruyn, J. Nowotny etc.) medievaler Texte entstanden – überdies Editionen von Texten sowie eigenständige Bearbeitungen (R. Schneider „Der Tod des Nibelungen“; I. Morgner „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“; E. Hilscher „Der Morgenstern oder Die vier Verwandlungen eines Mannes, Walther von der Vogelweide genannt“; B. Gloger „Dieterich. Vermutungen um Gottfried von Straßburg“; H. Müller „Germania Tod in Berlin“ etc.). In dieser Zeit sowie in der Endphase der DDR (C. Hein „Die Ritter der Tafelrunde“) ist eine produktive Rezeption mittelalterlicher Stoffe und Motive in der DDR-Literatur deutlich vernehmbar.

Im Mittelpunkt des Workshops soll neben einer grundsätzlichen Bestandaufnahme einschlägiger Texte die Transformation mittelalterlicher Stoffe in der DDR-Literatur, sprich die besondere Spezifik der Texte vor dem Hintergrund ihrer Verflechtung mit dem zeitgenössischen kulturellen bzw. geschichtspolitischen Kontext untersucht werden. Erwünscht sind daher auch Beiträge aus vergleichender Perspektive, die die Mittelalter-Rezeption in der DDR-Literatur kontrastiv zu der in der Literatur der BRD beleuchten.

Ausgehend von verschiedenen Transformationstypen (siehe etwa G. Genette 1993; H. Böhme [u.a.] 2011) soll die Modifikation mittelalterlicher Erzählstoffe und Motive sowie ihre Funktion innerhalb der DDR-Literatur in den Blick genommen werden. Darüber hinaus wäre die spezifische Aktualisierung vormoderner Texte nicht nur als Adaptation sondern als (text)spezifische Konstruktion eines Mittelalterbildes in der Zielkultur zu untersuchen.

Bitte schicken Sie Ihre Exposés (max. 2500 Zeichen) bis spätestens 31.12.2013 an PD Dr. Michael Ostheimer (michael.ostheimer@phil.tu-chemnitz.de) und PD Dr. Gesine Mierke (gesine.mierke@phil.tu-chemnitz.de). Die Auswahl der Beiträge wird bis Ende Januar 2014 erfolgen.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortChemnitz
Bewerbungsschluss31.12.2013
Beginn03.10.2014
Ende05.10.2014
PersonName: PD Dr. Gesine Mierke; PD Dr. Michael Ostheimer 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: gesine.mierke@phil.tu-chemnitz.de; michael.ostheimer@phil.tu-chemnitz.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik und Kommunikation 
Strasse/Postfach: Thüringer Weg 11 
Postleitzahl: 09107 
Stadt: Chemnitz 
Telefon: 0371/53136974 
Internetadresse: http://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1300 - 1500; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Motiv- u. Stoffgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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