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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Herzog-Ernst-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung"
RessourcentypStipendien
TitelHerzog-Ernst-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung
BeschreibungHERZOG-ERNST-STIPENDIEN DER FRITZ THYSSEN STIFTUNG AN DER UNIVERSITÄTS- UND FORSCHUNGSBIBLIOTHEK ERFURT/GOTHA

I. DIE FORSCHUNGSBIBLIOTHEK GOTHA

Die Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein Gotha bewahrt bemerkenswerte Sammlungen zur Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und der Neuzeit: Die vormalige Herzogliche Bibliothek ist nach Berlin und München neben der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel die bedeutendste Bibliothek historischer Bestände des 16. bis 18. Jahrhunderts in der Bundesrepublik Deutschland. Die seit 2003 zur Forschungsbibliothek gehörende Sammlung Perthes Gotha umfasst die Bestände des 1785 gegründeten Verlages Justus Perthes Gotha und gehört weltweit zu den bedeutendsten geografischen Spezialsammlungen.

Die frühneuzeitliche Sammlung wurde durch das Herzoghaus Sachsen-Gotha-(Altenburg) zusammen getragen und ist universal ausgerichtet. Sie umfasst:

– 380.000 vor 1900 gedruckte Werke, darunter mehr als 1.000 Inkunabeln sowie die ehemalige öffentliche, die gymnasiale und die privaten Büchersammlungen des Herzoghauses
– 7.900 abendländische Handschriften, darunter 521 mittelalterliche Handschriften sowie eine einmalige Sammlung an Handschriften, Autographen und Nachlässen zur Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit
– eine Sammlung von 3.500 Bänden orientalischer Handschriften, die die drittgrößte ihrer Art in der Bundesrepublik ist.

Die Sammlung Perthes Gotha umfasst drei Bereiche, die ein einzigartiges Zusammenhangsmaterial bilden:

– die Kartensammlung, vor allem aus dem 18. bis 20. Jahrhundert mit ca. 185.000 Blättern der internationalen und verlagseigenen Kartenproduktion, darunter See- und Schulwandkarten
– die kartografisch-geografische Fachbibliothek mit 120.000 Bänden, darunter eine genealogisch-statistische Büchersammlung und ein Exemplar des bei Perthes verlegten Almanach de Gotha
– das Verlags-/Firmenarchiv mit 800 laufenden Metern; einschließlich einer Belegexemplarsammlung der Verlagsproduktion, u.a. „Petermanns Mitteilungen“ sowie 1.650 Kupferplatten.

II. STIPENDIENPROGRAMM „HERZOG-ERNST-STIPENDIEN DER FRITZ THYSSEN STIFTUNG“

1. INHALTLICHE AUSRICHTUNG

Das Herzog-Ernst-Stipendienprogramm fördert und intensiviert die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beständen der Forschungsbibliothek und den zur Forschungsbibliothek gehörenden historischen Sammlungen des Verlages Justus Perthes Gotha. Die wissenschaftlich-inhaltliche Ausrichtung des Stipendienprogramms zielt darauf, den vielfältigen Beständen und dem universellen Geist der Gothaer Bibliothek Rechnung zu tragen. Das Programm besitzt thematisch und disziplinär einen offenen Charakter. Doch sind folgende inhaltliche Schwerpunkte vorgesehen, die besonders markant vertretene Sammelgebiete der Forschungsbibliothek reflektieren:

– Kultur des deutschen und europäischen Fürstenhofes am Beispiel Gotha (Herzogliche Privatbibliotheken; Korrespondenzen; Hofkalender)
– Verlags- und Buchhandelsgeschichte (bezogen auf das umfangreiche Verlagsarchiv des Perthes-Verlags)
– Wissens- und Wissenschaftskulturen als Global-, Transfer- und Verflechtungsgeschichte (16.–20. Jh.)
– Rezeption und Geschichte der europäischen Literatur, vornehmlich 16. bis beginnendes 19. Jh. (Sammlungen neulateinischer und barocker Dichtung)
– Geschichte der Religionskulturen des klassischen Altertums, des Protestantismus und des Islam (Erwerbungen Cyprians; Bibliotheca Gerhardina sowie Gesangbuchsammlung; orientalische Handschriften)
– Philosophie und Geschichte der deutschen und europäischen Aufklärung (Privatbibliotheken von Louise-Dorothée und Prinz August; Theaterliteratur)
– Heterodoxie, Dissidenz und Subversion 1650–1750
– Wissenschafts- und Wissensgeschichte der Geisteswissenschaften 1500–1800 (Philologie, Orientalistik, Numismatik usw.)
– Wissensgeschichte raumorientierter Disziplinen (Geografie, Geologie, Zoologie, Botanik, Ethnologie und Statistik), 1500–1990
– Kartografie- und Imperialgeschichte (u.a. Nachlässe von Forschungsreisenden und Verlagsbibliothek in der Sammlung Perthes)
– Kartografie und "critical geopolitics" (u.a. Kartensammlung/Sammlung Perthes)
– Geschichte der Alchemie
– Geschichte der Astronomie

Auf Schloss Friedenstein befinden sich zudem die musealen Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein sowie das Thüringische Staatsarchiv Gotha, die für weitergehende Forschungen kontaktiert werden können. Ergänzend bieten sich Recherchen in den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften und Drucken der Bibliotheca Amploniana und der 1816 geschlossenen alten Universität Erfurt an.

2. VERGABEMODALITÄTEN

Für die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beständen der Forschungsbibliothek Gotha werden ab dem 01.02.2014 Stipendien für Doktoranden (in Höhe von monatlich € 1.100) für die Dauer von max. neun Monaten und Postdoktorandenstipendien (in Höhe von monatlich € 1.600) bis zu einer Dauer von in der Regel sechs Monaten vergeben.

Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten ihrem Antrag folgende Unterlagen beizufügen:

1. Bewerbungsformular (Download unter www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/stipendien/herzog-ernst-stipendien/)
2. Curriculum vitae
3. Kurze Projektskizze (2–5 Seiten) mit einer Begründung, warum zur Durchführung des Arbeitsvorhabens der Aufenthalt am Standort Gotha notwendig ist
4. Zwei Gutachten zum Projekt (Namen beider Gutachter auf dem Bewerbungsformular vermerken); die Gutachten können separat per Post oder E-Mail geschickt werden
5. Zeugniskopien
6. Ggf. Publikationsliste

Anträge auf Stipendien können unter Angabe des Stichworts "Herzog-Ernst-Stipendien der Fritz Thyssen Stiftung" bis zum 15.10.2013 in deutscher und englischer Sprache gestellt werden an:

Vergabekommission
Herzog-Ernst-Stipendien der Fritz Thyssen Stiftung
Prof. Dr. Martin Mulsow
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
Postfach 10 05 61
99855 Gotha

Die Unterlagen sind ausschließlich in elektronischer Form an unsere E-Mail-Adresse herzogernst@uni-erfurt.de einzureichen. Gegebenenfalls kann Einsicht in die Schriften verlangt werden.

Rückfragen richten Sie bitte an: herzogernst@uni-erfurt.de

Hinweis: Die Stipendiaten sind an das Forschungszentrum Gotha angebunden und berichten in einem öffentlichen Kolloquiumsvortrag über ihr Forschungsvorhaben. Zudem legen sie nach Abschluss der Studien einen Bericht über die aus den Gothaer Bibliotheksbeständen gewonnenen Erkenntnisse vor. Sie sind verpflichtet, in Veröffentlichungen, die aus dem Forschungsaufenthalt in Gotha hervorgehen, auf die Förderung durch das von der Fritz Thyssen Stiftung ermöglichte Herzog-Ernst-Stipendienprogramm hinzuweisen und drei Publikationsexemplare dem Vorsitzenden der Vergabekommission zu überlassen.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/stipendien/herzog-ern...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.10.2013
Beginn01.02.2014
Ende31.12.2014
PersonName: Stefanie Kießling 
Funktion: wissenschaftliche Koordinatorin 
E-Mail: herzogernst@uni-erfurt.de 
KontaktdatenName/Institution: Forschungszentrum Gotha (FZG) der Universität Erfurt 
Strasse/Postfach: 100561 
Postleitzahl: 99855 
Stadt: Gotha 
Telefon: +49(0)361-737-1702 
Fax: +49(0)361-737-1709 
E-Mail: herzogernst@uni-erfurt.de 
Internetadresse: http://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMethodologie / Wissenschaftsgeschichte; Übersetzungswissenschaft; Verständlichkeitsforschung (Popularisierung und Wissenstransfer, Schreibforschung, Textoptimierung); Bibliographien, Handbücher; Buchwissenschaft (Bibliotheks-, Verlagsgeschichte); Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie; Theater (Aufführungspraxis)
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
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