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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Transformationen von »Wissen« und »Wissenschaft« im digitalen Zeitalter"
RessourcentypCall for Papers
TitelTransformationen von »Wissen« und »Wissenschaft« im digitalen Zeitalter
BeschreibungEinsendungen erbeten bis 30. Oktober 2013

Die Kodexförmigkeit der Bücher und später die Erfindung des Buchdrucks hatten maßgebliche Konsequenzen für das, was wir unter »Wissen« verstehen: Die empfängerunabhängige, unveränderbare Form des Buches prägt auch unsere Ansprüche an Wissen, das intersubjektiv überprüfbar, unveränderbar und eindeutig wahr oder falsch sein soll. Dabei soll es nicht darauf ankommen, wer einen Wissensanspruch äußert, sondern maßgeblich ist nur, was, für alle jederzeit rekapitulierbar, dasteht. Die Textform der Monographie bestimmt bis heute in den Geisteswissenschaften die Form, in der wir uns epistemische Gebilde wie Theorien vorstellen. Bibliotheken und Enzyklopädien sind nach wie vor überzeugende, universelle Metaphern für das menschliche Wissen schlechthin.

Wenn also Medien nicht nur die Verbreitung des Wissens verändern, sondern auch unser abendländliches Konzept von »Wissen« und »Wissenschaft« selbst, so stellt sich heute die Frage, welche Implikationen und Folgen für die Geisteswissenschaften vom digitalen Medienwandel ausgehen: Wie verändert sich geisteswissenschaftliches Denken durch die Digitalisierung von Schriftmedien? Überlegungen hierzu wollen wir nicht in Form einer Konferenz oder eines Sammelbandes, sondern als eine thematisch ausgerichtete Serie von E-Books publizieren. In der Reihe sollen kritische Essays erscheinen, die zu einer breit geführten Diskussion dieses Themas anregen und zugleich für diese Diskussion die Grundlage bieten.

Die Beiträge erscheinen als jeweils eigenständige Publikation, um der immensen Breite des Themenfelds gerecht zu werden. Sie können sich sowohl auf spezielle Fragen beziehen wie auf die Konzepte »Wissen« und »Wissenschaft« allgemein. Es können Fragen behandelt werden wie beispielsweise die folgenden (selbstverständlich sind auch Beiträge zu anderen Fragen und Problemfeldern willkommen):

- Wie verändert sich der Textbegriff durch die Digitalisierung?
- Welche Folgen ergeben sich für die geisteswissenschaftliche Methodologie?
- Was folgt aus der neuen digitalen Zugänglichkeit der Textquellen?
- Müssen die Darstellungs- und Präsentationsformen des Wissens angepasst werden? In welcher Beziehung steht diese Veränderung zu seinem Inhalt?
- Wie verändert sich die innerwissenschaftliche Diskussion und welche Konsequenzen hat das?
- In wiefern lassen sich semantische Veränderungen von sozialen Rollenbildern wie dem »Gelehrten«, dem »Experten«, dem »Wissenschaftler«, auch dem »Künstler« und dem »Rezipienten« verzeichnen?

Die Beiträge sollten einen Umfang von mindestens 5.000 Wörtern haben, eine Obergrenze gibt es nicht. Sie können allgemeine Aspekte beleuchten oder disziplinäre Spezialfragen diskutieren. Erkenntnistheorie, Methodologie, Medientheorie und Kulturkritik können ebenso Gegenstand sein wie die Auswirkungen auf Erziehung und akademische Lehre. Offene und kritische Fragen sind explizit erwünscht, aber auch die Präsentation bereits bestehender Reaktionen, etwa aus dem Bereich der Computerphilologie oder der Digital Humanities.

Vorschläge für eigenständige Beiträge werden bis zum 30. Oktober 2013 per E-Mail erbeten (Abstract von ca. 500 Wörtern), sowie zusätzlich bitte einige kurze bio-bibliographische Angaben. Abgabetermin für die vollständigen Beiträge (mindestens ca. 5.000 Wörter) ist der 30. März 2014. Für einzelne Beiträge kann auch ein späterer Fertigstellungstermin vereinbart werden, da die E-Books in einer Folge im Ripperger & Kremers Verlag voraussichtlich ab dem Frühjahr 2014 erscheinen werden.

Vorschläge und Beiträge werden erbeten an:

Dr. Mirco Limpinsel
m.limpinsel@fu-berlin.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.10.2013
Ediert von  H-Germanistik
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