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Ergebnisanzeige "Journal of Literary Theory Vol. 8, No. 1 (2014) KONTEXT"
RessourcentypCall for Papers
TitelJournal of Literary Theory Vol. 8, No. 1 (2014) KONTEXT
BeschreibungJournal of Literary Theory Bd. 8, Nr. 1 (2014)

KONTEXT

Manuskripttermin: 01.01.2014

›Kontext‹ gilt vielen als ein Grundbegriff aller Wissenschaften, die sich mit Texten beschäftigen. Jede Text- bzw. Literaturtheorie, so ließe sich behaupten, muss Annahmen darüber einschließen, was Kontext ist, und sei es in Form impliziter Voraussetzungen. Nimmt man an, dass Kontexte – allgemein gesprochen – Zusammenhänge sind, die zwischen einem Text und textexternen Sachverhalten (wie Sprache, Textsorten, anderen Texten, Kultur, Gesellschaft, Geschichte) bestehen, dann ist kaum eine wissenschaftliche Behandlung von Texten vorstellbar, die keine Kontexte einbezieht. Modelle des Textverstehens, editorische, historische und interpretative Untersuchungen wären folglich im Gegenteil in hohem Maße darauf angewiesen, die erforderlichen Kontexte zu berücksichtigen. Allerdings ist der Kontextbegriff auch von verschiedenen Seiten problematisiert worden. Es wird etwa kritisiert, dass er ein bestimmtes, nicht mehr zeitgemäßes Verständnis von ›Text‹ voraussetze, und daher zugunsten alternativer Zugangsweisen zu Texten aufgegeben und durch andere Begrifflichkeiten ersetzt werden müsse, oder es wird gar angenommen, dass die Unterscheidung von Text und Kontext selbst hinfällig sei.

Gemessen an anderen Grundbegriffen, wie z.B. ›Autor‹, hat ›Kontext‹ jedenfalls bisher nicht die Aufmerksamkeit der textwissenschaftlichen Forschung erfahren, die ihm aufgrund seiner Relevanz zukommt. Der Begriff wird häufig verwendet, aber selten erläutert. Es dominiert ein mehr oder weniger unterminologischer Gebrauch, der eine Vielzahl von Redeweisen mit sich bringt. Folglich besteht ein nicht geringer terminologischer Klärungsbedarf.

Ein Blick auf die verschiedenen Text- bzw. Literaturtheorien zeigt, dass die Auffassungen davon, welche Kontexte für die Interpretation von Literatur relevant(er) und fruchtbar(er) sind, sehr weit auseinander gehen. Strukturalistische Positionen sehen Texte durch semiotisch-systemische Zusammenhänge bestimmt, poststrukturalistische Positionen gehen gar von diskursiven oder intertextuellen Verweisungszusammenhängen aus. Am Autor orientierte Ansätze legen besonderes Gewicht auf produzentenspezifische Kontexte, etwa Leben und Werk des Autors oder Zusammenhänge, die über seine Intentionen Auskunft geben. Am Leser ausgerichtete Positionen betrachten Kontext im Hinblick auf ästhetische oder kognitive Verstehensleistungen und beschreiben Kontexte als Wissen auf Seiten des Rezipienten. Im Rahmen von Theorien, die an Gesellschaft oder Kultur orientiert sind, wurde verschiedentlich der Anspruch erhoben, Modelle vorgelegt zu haben, mit denen sich Text und Kontext system-, feld- oder handlungstheoretisch fundiert aufeinander beziehen lassen. Diese Liste kann leicht erweitert werden. Es herrscht mithin Uneinigkeit in der elementaren Frage, auf welcher theoretischen Grundlage Text und Kontext zu beschreiben sind. In Anbetracht dieses ›Theorienpluralismus‹ bedarf es einer kritischen Bestandsaufnahme und weiterführender Überlegungen, die über den status quo fundamentaler Uneinigkeit hinausweisen können. Zudem stellen Texte in digitalen Medien die Wissenschaft scheinbar vor ganz neue Herausforderungen.

Die fachliche Praxis ist weitgehend dadurch bestimmt, dass zahlreiche Kontexte ganz selbstverständlich in die Untersuchung integriert werden. Allerdings wird selten deutlich gemacht, aufgrund welcher Entscheidungen gerade diese Kontexte ausgewählt wurden, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wozu sie dienen. Daher scheint es geboten, Stellenwert und Leistung von Kontexten für die Forschung methodisch zu reflektieren.

Die Beiträge zu diesem Heft sollen das Thema unter Fragestellungen wie den folgenden behandeln:

Was kann, was soll ›Kontext‹ heißen?


Wie ist ›Kontext‹ von verwandten Begriffen wie ›Kotext‹ oder ›Situation‹ abzugrenzen und systematisch auf sie zu beziehen? Wie verhält sich ›Kontext‹ zu ›Diskurs‹ und dergleichen?


Lässt sich die Fülle der potenziell als ›Kontext‹ zu bezeichnenden Sachverhalte sinnvoll klassifizieren?


Wie ist das Verhältnis von Text und Kontext zu beschreiben?


Bezogen auf welches Drittes ist ein Kontext die Umwelt für einen Text?


Wie hat man sich Kontexte der Sache nach vorzustellen?


Welche Funktion haben Kontexte im Rahmen des Textverstehens?


Wie entscheidet man, ob ein Kontext angemessen, relevant bzw. fruchtbar für den untersuchten Text ist?


Welche Rolle spielen Kontexte bei der Bildung und Überprüfung von Hypothesen über Texte?


Was leisten Kontexte im Rahmen der wissenschaftlichen Argumentation?


Bedarf es im Zeitalter der Digitalisierung neuer Verfahrensweisen und Begrifflichkeiten, die der spezifischen Medialität digitaler Artefakte Rechnung tragen? Wie müssten sie beschaffen sein?


Kann der Kontextbegriff trotz der Einwände, die gegen ihn vorgebracht werden, beibehalten werden oder setzt er texttheoretische Annahmen voraus, die sich nicht aufrecht erhalten lassen? Was könnte, was sollte dann an seine Stelle treten?


Beiträge aus allen Disziplinen, die Texte zu ihren zentralen Gegenständen zählen, sind willkommen. Zu denken ist u.a. an die Literaturwissenschaften, an Linguistik, Philosophie und Geschichtswissenschaft. Gleiches gilt für Disziplinen, die andere Artefakte untersuchen, aber vor vergleichbaren Problemen stehen, wie z.B. die Medienwissenschaften, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft.

Die Beiträge sollten nicht mehr als 50.000 Zeichen umfassen. Wir bitten um die Einreichung der Artikel bis zum 01.01.2014 über unsere Webseite www.jltonline.de unter ›Artikel‹.

Beiträge werden von unserem internationalen Beirat in einem doppelt anonymisierten Peer-Review-Verfahren begutachtet und für die Publikation ausgewählt.

Weitere Informationen zum JLT sowie zur Beitragseinreichung finden sie auf www.jltonline.de. Gerne können Sie uns auch per Email kontaktieren: jlt@phil.uni-goettingen.de.

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JLT publiziert Forschungsbeiträge zu systematischen Problemen der Literaturtheorie, zur Methodologie, zum Aufbau von Theorien und zur Begriffsbildung sowie zu einzelnen literaturtheoretischen Ansätzen. Einzelfallstudien – d.h. Studien zu einzelnen AutorInnen, Werken oder literaturgeschichtlichen Problemen – werden nur berücksichtigt, wenn sie auf ihren systematischen Ertrag hin ausgewertet sind, einen Beitrag zur Rekonstruktion der Geschichte der Literaturtheorie leisten oder innovative Methoden vorstellen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Redaktion.

Hannes Worthmann

Assistant Editor

JLT - Journal of Literary Theory

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Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
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Bewerbungsschluss01.01.2014
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Internetadresse: www.JLTonline.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLinguistik; Angewandte Linguistik/ Sprache im Beruf (Technische Kommunikation, Sprachberatung, Schreibtraining, Gesprächstraining, Sprecherziehung, Texttechnologie, sprachbezogene Computeranwendungen, forensische Linguistik); Gesprächsanalyse / gesprochene Sprache; Kognitive Linguistik (Metapherntheorie, Prototypentheorie, Konzeptualisierung); Kontaktlinguistik (Sprachkontakt, Interferenzforschung, Interkulturelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit); Korpuslinguistik / Computerlinguistik; Methodologie / Wissenschaftsgeschichte; Neurolinguistik/ Patholinguistik; Pragmatik (Sprechakttheorie, Implikatur, Handlungstheorien, Historiopragmatik); Sprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Sprachphilosophie / Kommunikationstheorie (Sprachtheorie, Sprachbegriffe); Stilistik / Rhetorik (inkl. Argumentationstheorie, Stilbegriff, Persuasionstheorie, politische Sprache, Werbesprache); Textlinguistik (Textbegriff, Textgrammatik, Textsorten, Hypertexte, Textsortengeschichte); Literaturwissenschaft; Erzähltheorie; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturpsychologie; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Klassiker; Literaturtheorie: Themen; Lyriktheorie; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie; Rhetorik; Stilistik
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft
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