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Ergebnisanzeige "Aussiger Beiträge 8 (2014). Thema „Begegnungen und Bewegungen: österreichische Literaturen”"
RessourcentypCall for Papers
TitelAussiger Beiträge 8 (2014). Thema „Begegnungen und Bewegungen: österreichische Literaturen”
BeschreibungThema „Begegnungen und Bewegungen: österreichische Literaturen”

Literatur ist neben anderen Medien und Künsten eine überaus bedeutsame öffentliche Ausdrucksform für Menschen mit so genanntem „Migrationshintergrund“. Während jedoch etwa in Deutschland in den letzten Jahren vermehrt wissenschaftliche Arbeiten zu literarischen Produktionen von eingewanderten Autor/innen vorliegen (Ezli/Kimmich/Werberger 2009, Yildiz 2008, Chiellino 2007, Arnold 2006), gibt es in Österreich bislang wenig systematische Beschäftigung mit diesem Thema. In Sammelbänden finden sich erste Beiträge (u.a. Fiddler 2006, Grabovszki 2009, Vlasta 2011, Babka 2011). Die bislang eher zögerlichen Forschungsunternehmungen der letzten Jahre sind auch durch den Literaturbetrieb und Fördermöglichkeiten begründet: Im Vergleich zu Deutschland wurde erst Ende der 1990er Jahre ein dem Münchener Chamisso-Preis vergleichbarer Wettbewerb eingeführt, nämlich der Preis „schreiben zwischen den kulturen“ des Vereins Exil, der wesentlich zu einer erhöhten Sichtbarkeit eingewanderter Autor/innen und zu vermehrten Publikationsmöglichkeiten für deren Werke beigetragen hat. Damit einhergehend hat auch die österreichische Germanistik im In- und Ausland begonnen, vermehrt im Bereich der sogenannten „MigrantInnenliteratur“ zu forschen und zu publizieren.
Als ein Beitrag zu diesem Forschungsfeld liegt der Fokus der geplanten nächsten Nummer der Aussiger Beiträge auf der Literatur von eingewanderten Autor/innen aus mittel- und osteuropäischen Ländern in Österreich nach 1918 mit besonderem Schwerpunkt auf jenen, die aus dem Gebiet der ehemaligen Doppelmonarchie immigriert sind (wie Alois Theodor Sonnleitner aus Böhmen, Paul Celan aus der Bukowina, György Sebestyén aus Ungarn, Milo Dor aus dem ehemaligen Jugoslawien, Zdenka Becker und Michael Stavaric aus der ehemaligen Tschechoslowakei bzw. auch Dimitré Dinev und Ilija Trojanow aus Bulgarien, Julya Rabinowich und Vladimir Vertlib aus Russland). Die Beiträge sollen sowohl theoretische Fragestellungen behandeln sowie Texte und AutorInnen vorstellen. Wir laden ein, folgende Aspekte besonders zu berücksichtigen:

- Reflexion der heuristischen Begriffe „Migration“, „Migrationsliteratur“, inter- und transkulturelle Literatur, internationale Literatur etc., deren Verwendung in Literaturkritik und -wissenschaft im österreichischen Kontext; damit einhergehend eine mögliche Neuperspektivierung/Revision/Dekonstruktion der im gegenwärtigen Diskurs gängigen Terminologien
- die De-/Konstruktion der Kategorie ‚Migrant/innen’ bzw. der Narrative von ‚Migration’ in Texten, die diese Motivkomplexe und Dispositive thematisieren, deren ästhetische Umsetzung und Rezeption in Österreich sowie deren theoriegeleitete Reflexion, u.a. mit Blick auf Gender
- Analysen auf der Basis intersektionaler Ansätze, die sowohl die Konstruktion von ethnischen, kulturellen, geschlechtlichen Identitäten in den Blick nehmen
- eine Analyse der Sprachwahl der Autor/innen unterschiedlicher Generationen: Welche Motive liegen einer Entscheidung für die Mehrheitssprache Deutsch als Sprache der eigenen Textproduktion zugrunde und welche Folgen hat diese Aneignung für den literarischen Text einerseits und für die Entwicklung deutschsprachiger Literatur in Österreich generell?
- die kritische Bestandsaufnahme und Analyse der bestehenden Strukturen für Literat/innen mit „Migrationshintergrund“: Verlage, Fördermöglichkeiten, wesentliche Akteur/innen in der österreichischen Literaturlandschaft; Berücksichtigung der Realitäten und Strukturen des Literaturbetriebs. Die kritische Durchleuchtung bestehender Fördermaßnahmen folgt einer grundlegenden Frage: Kann dieses Insistieren auf die Biografie der Autor/innen als Förderkriterium im Sinne eines strategischen Essentialismus (Gayatri Spivak) verstanden werden, als (vorläufig) notwendiger Zwischenschritt, um die Partizipation von Autor/innen, die nicht in Österreich sozialisiert sind und/oder deren Erstsprache nicht Deutsch ist, im gegenwärtigen österreichischen Literaturbetrieb zu gewährleisten? Oder schreibt diese Struktur nicht vielmehr genau jene Differenzen ungebrochen fort, gegen die sich die Texte richten und die Autor/innen selbst aussprechen?

Wir laden alle Interessierten zum gemeinsamen Nachdenken über diese und ähnliche übergreifende Fragestellungen ein, sowie zu ihrer Konkretisierung am Beispiel einzelner Fallstudien und möchten Sie bitten, Ihr voraussichtliches Beitragsthema sowie ein kurzes Abstract spätestens bis zum 15. Oktober 2013 an die Redaktion der Aussiger Beiträge (ABredaktion@ujep.cz) zu schicken (bitte auch die Institution angeben). Entsprechend der Vorauswahl durch den Redaktionsrat (Herbst 2013), der Abgabe der ausgewählten Beiträge (bis Mitte März 2014) und nach einem erfolgreichen Peer-Review-Verfahren (anonyme Begutachtung durch zwei unabhängige Rezensenten) werden die Beiträge in den Aussiger Beiträgen 8 (2014) im Herbst 2014 veröffentlicht. Nähere Informationen zu der Zeitschrift und den einzelnen Nummern finden Sie unter http://ff.ujep.cz/index.php/kger/menu-kger/aussiger-beitraege.

Ihr Herausgeberinnenteam
Anna Babka (Wien), Renata Cornejo (Ústí nad Labem) und Sandra Vlasta (Wien)
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.10.2013
PersonName: Cornejo, Renata, Dr. habil. 
Funktion: Mitherausgeberin 
E-Mail: renata.cornejo@yahoo.de 
KontaktdatenName/Institution: J.E.Purkyne-Universität in Ústí nad Labem, Lehrstuhl für Germanistik 
Strasse/Postfach: Ceske mladeze 8 
Postleitzahl: CZ-400 96 
Stadt: Ústí nad Labem 
E-Mail: abredaktion@ujep.cz 
Internetadresse: http://ff.ujep.cz/index.php/aussiger-beitraege 
LandTschechische Republik
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945
Zusätzliches SuchwortÖsterreichische Literatur nach 1918, Migrationsliteratur, Interkulturelle Literatur
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.17.00 Stoffe. Motive. Themen; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich > 18.12.07 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich > 19.11.07 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.13.00 Zu einzelnen Autoren
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