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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "8. Forum des Projekts Wertewelten: Grenzen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel8. Forum des Projekts Wertewelten: Grenzen
BeschreibungGrenzen

Tübingen, 11.06.-14.06.2013

Im Kontext der Moderne werden in allen Kulturen räumliche, aber auch gedankliche Grenzlinien, die seit Jahrhunderten als unberührbar galten, überschritten. Gleichzeitig werden andere Grenzen neu gezogen und zum Teil rabiat verteidigt. Dem oft irritierenden Wechselspiel zwischen der Auflösung und der Zementierung von Demarkationslinien widmet sich das 8. Forum des Projekts Wertewelten an der Universität Tübingen.

Noch nie war eine Situation gegeben, in der es praktisch nur mehr eine Zeitrichtung gab. Wir alle spekulieren an denselben Börsen, spekulieren auf dieselbe Zukunft. Standards scheinen die Welt zusammenzuhalten, Maßstäbe sind einander zum Verwechseln ähnlich. Doch gerade aufgrund dieser Annäherungen in Echtzeit kommen Divergenzen, Widersprüche und Unvereinbarkeiten zum Vorschein. Planetarische Gleichzeitigkeit auf der einen, bleierne Zeit des Stillstands, des Leerlaufs auf der anderen Seite. Hier bewirkt Globalisierung gerade nicht eine Vereinheitlichung von Zeiterfahrung, sondern deren Auseinanderdriften. Gelegentlich hat man sogar den Eindruck, unter dem Druck der Globalisierung würden die Oberflächen (aber auch nur die Oberflächen) sich rapide einander angleichen. Alles jenseits des Firnisses der Außenseite indes droht sogar zu verhärten, jedenfalls nahezu unverändert auf der eigenen Tradition zu beharren. Der immer wieder aufflammende Streit um die „Unversehrbarkeit“ religiöser Ideen zwischen „dem Islam“ und dem Westen zeigt dies auf bestürzende Weise. Auf diesem Hintergrund geht es in der Tat um nichts mehr denn um eine Reorganisation des Phänomens der „Grenze“ (topographisch wie kulturell, in Bezug auf Räume, Gruppen, Individuen, Disziplinen). Wie gehen wir mit dem Phänomen der „Grenze“ um? Akzeptieren wir die Differenz? Suchen wir die „Übergänge“? Oder ignorieren wir sie? Durchbrechen wir sie? Respektieren wir sie? Gehen wir von einer Seite auf die andere? Gehen wir hin — und zurück? Pendeln wir, wechseln wir? Haben wir eine Identität? Suchen wir zwei Identitäten?

In den großen Abendveranstaltungen wird zunächst Herta Müller (Berlin) am Dienstag, dem 11. Juni, 20 Uhr im Hörsaal 25 (Kupferbau) zum Thema „Grenzüberschreitungen. Vom Ausscheren und Weggehen.“ lesen und diskutieren. Die Moderation übernimmt Jürgen Wertheimer. Am Mittwoch, dem 12. Juni, 20 Uhr wird der nigerianische Autor Wole Soyinka im Hörsaal 25, Kupferbau einen Vortrag in englischer Sprache mit Übersetzung halten. Thema: „The END of BORDERS and the LAST MAN: Excursions in virtual Reality”.

Das Wertewelten-Forum selbst ist ebenfalls öffentlich und findet am 13. Juni in der Alten Aula (Münzgasse 30, 72070 Tübingen) statt, am 14. Juni im Pfeghofsaal, Schulberg 2, 72070 Tübingen.

DONNERSTAG, 13. JUNI 1013 (Alte Aula)
9:00 – 11:00
JÜRGEN WERTHEIMER (Tübingen)
Zur Dialektik der Grenze.
LEO KREUTZER (Köln)
Die Grenze als Ort, von dem aus man spricht.
FAWZI BOUBIA (Rabat/Caen)
Theorie und Praxis der „Grenze“ bei Goethe und Hegel.
CHETANA NAGAVAJARA (Bangkok)
Die Problematik des europäischen Begriffs „Grenzen“:
eine Re-lektüre aus buddhistischer Sicht.
Anschließend Diskussion

12:15 – 14:00 Mittagspause
14:00 — 16:00
ROBERTO CAZZOLA (Mailand/Turin)
Sich versenken, um sich zu entgrenzen.
Eine uneinnehmbare Burg am Kreuzweg vieler Grenzen
im Werk von Etty Hillesum.
CARLOTTA VON MALTZAN (Stellenbosch)
Hilfe als Grenzerfahrung.
ULRIKE KISTNER (Pretoria)
Rassismus ohne „Rasse”?
Überlegungen zur Frage nach dem „kolonialen Unbewussten“.
SEYRAN ATES (Berlin)
Identitäten und ihre Grenzen.
Anschließend Diskussion

17:15
RONEL ALBERTI DA ROSA (Porto Alegre)
Variationen über „Unser Norden ist der Süden“:
eine visuelle Grenz- und Rahmenüberschreitung.
YEON-SOO KIM (Seoul)
Grenzüberschreitung auf der koreanischen Halbinsel
und eine Grenze im Kopf.
STEPHANIE SCHWERTER (Paris)
Peace lines und boundary markers: zur mural language
von Belfasts Stadtlandschaft.
Anschließend Diskussion


FREITAG, 14. JUNI 2013 (Pfleghofsaal)
9:00 — 11:00
KARIN AMOS (Tübingen)
Grenzen in der Pädagogik: Aspekte und Perspektiven.
FRANK-OLAF RADTKE (Frankfurt)
Grenzwerte — wie funktioniert der Europäische Bildungsraum?
NADJIB SADIKOU (Tübingen)
Grenzziehung oder Grenzüberschreitung —
Wege des interkulturellen Lernens in der Moderne.
GRET HALLER (Bern)
Zugehörigkeit und Dissidenz.
Anschließend Diskussion

12:15 — 14:00 Mittagspause
14:00 — 16:00
HEINZ-DIETER ASSMANN (Tübingen)
Grenzziehung durch Recht —
Möglichkeiten, Grenzen, Alternativen.
JOCHEN VON BERNSTORFF (Tübingen)
Die Menschenwürde als absolute Grenze.
CHRISTIAN TRAULSEN (Tübingen)
Grenzen der Grenzziehung: Die Anwendung von Grundrechten
auf kulturell fremde Phänomene.
HANS-JÜRGEN KERNER (Tübingen)
„Null Toleranz“ in der Kriminalpolitik, der Strafverfolgung und
der Sanktionierung: Eine tragfähige amerikanische „Verheißung“
auch für Deutschland?
Anschließend Diskussion

17:15
Panel „Europa und seine Grenzen“
Mit KLAUS HARPPRECHT, SARHAN DHOUIB und RUDOLF HRBEK
(Moderation: Frank Baasner)



Dr. Nadjib I. SADIKOU
Wiss. Mitarbeiter - Projekt Wertewelten
Deutsches Seminar/ Internationale Literaturen
Universität Tübingen
Tel: 07071-29 77121
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTübingen
Beginn11.06.2013
Ende14.06.2013
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
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