VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Das Unnütze Wissen (in) der Literatur / Le savoir in-utile de la littérature"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDas Unnütze Wissen (in) der Literatur / Le savoir in-utile de la littérature
Beschreibung"Das Unnütze Wissen (in) der Literatur". Tagung an der Universität Genf, 27.-29.6.2013. Veranstaltet von Jill Bühler & Antonia Eder

http://www.unige.ch/lettres/alman/News/UnnuetzesWissen.html

Unsere Tagung "Das Unnütze Wissen (in) der Literatur" möchte anhand des momentan in der geisteswissenschaftlichen Forschung vieldiskutierten und oft affirmativ gehandelten Wissensbegriffs der in den Hintergrund gerückten Frage nach dem konstitutiven Moment von "Unnützem Wissen" (in) der Literatur nachgehen. In der Diskussion um Verwertbarkeit und Macht von Wissen gehen Überlegungen zu ästhetischen, spielerischen und poetologischen Momenten gerade eines "nicht verwertbaren" Wissens zunehmend verloren. Das Anliegen der Tagung wäre also nicht zuletzt, einen Begriff des "Unnützen Wissens" zu schärfen, der sich von einem machtökonomischen Diskurs befreit und aus dem Zutrauen in die Mittel und Wirkungen der Literatur speist.

Den Einsatzpunkt bildet hierbei die Überlegung, dass dem Faktor Macht eine gewichtige Position in der Produktion von Wissen zukommt. Die Analysen von Genealogien (im Sinne Foucaults) fragen nach Bedingungen und Praktiken, die den Diskurs unter Beteiligung von Macht bestimmen und erzeugen. Es bleibt aber zu diskutieren, ob es nicht immer auch Formen von Wissen gibt, die in diesem Zusammenhang überflüssig, also an keiner 'mächtigen' diskursiven Praxis beteiligt sind und demzufolge keinen Nutzen haben und dennoch Wissen bleiben.
Kurz: Inwiefern wird der Diskurs- und damit nicht zuletzt der Wissensbegriff bei einer Streichung des Faktors Macht variiert? Welche Dynamiken werden jenseits einer dialektischen Logik (Ausschluss/Einschluss) sichtbar, wenn die "Aneignung der Diskurse mitsamt ihrem Wissen und ihrer Macht" (Foucault) umgewendet und die Technik der Verknappung (Macht qua Wissen) durch eine des Überschusses und der Ausuferung ersetzt ist?
Zu fragen ist dann, ob und wie sich etwas beschreiben lässt, das als Irrelevantes zwischen und neben dem diskursiv mächtigen Relevanten auf Nichtsnutz insistiert, dem Nützlichen aufsitzt oder auch losgelöst davon, oft bequem, koexistiert und sich dabei vor allem dadurch auszeichnet, überflüssig und doch unvergesslich zu sein? Wie und warum laufen die Begehrensströme, wenn es gerade nicht (mehr) um Macht geht? Oder wäre es in diesem Sinne vielmehr gerechtfertigt, für einen 'entmächtigten' Diskursbegriff zu plädieren, der ein Jenseits und Neben und Zwischen als 'Dis-Negativ' zu machterzeugenden Sinnzusammenhängen, Wahrheit, Bedeutung etc. herstellt?
Die angedeutete ‚Formnot’ spielt natürlich und insbesondere für die Literatur und ihre Wissenschaft eine entscheidende Rolle. Denn das Unnütze ist selbst ja durchaus diskursiv, d.h. einerseits sprachlich strukturiert und andererseits funktioniert es zudem als Praxis. Dieser Punkt scheint, so der Tagungsansatz, insbesondere in Bezug auf literaturwissenschaftliche Analysen von großer Relevanz zu sein.

Das Unnütze Wissen (in) der Literatur. Tagung, Universität Genf, Uni Bastions, Raum B 214

Donnerstag, 27. Juni

14.30 - 15.00
Begrüßung: Jill Bühler & Antonia Eder

15.00 - 16.00
Dirk Oschmann, Universität Leipzig: Was ist das Unnütze Wissen der Literatur?

16.30 - 17.30
Johannes Lehmann, Universität Essen: Das Unnütze Wissen der Literaturwissenschaft.

17.30 – 18.30
Peter Schnyder, Université de Neuchâtel: Vom Nutzen und Nachteil des Unnützen. Historisches Wissen bei Nietzsche und Foucault.

Freitag, 28. Juni

09.30 - 10.30
Maximilian Bergengruen, Université de Genève: "Ich ging im tribe des grossen Centrums als ein kind voller einfalt". Die 'Schreibart' in Kuhlmanns Kühlpsalter zwischen Glauben und Wissen.

10.30 - 11.30
Christiane Holm, Universität Halle: Vom Geheimen Tagebuch zum Abfall für alle. Diaristische Praktiken und Unnützes Wissen um 1800, 1900, 2000.

12.00 - 13.00
Kathrin Schär, Université de Neuchâtel: "Nur der Irrtum ist das Leben, und das Wissen ist der Tod." Wissen und Rahmungen in Schillers Kassandra.

14.30 - 15.30
Edith Anna Kunz, Université de Lausanne: "... als das was es ist wirken und nutzen" – Zur Differenz zwischen 'wirken' und 'nutzen' bei Goethe.

15.30 - 16.30
Burkhardt Wolf, HU Berlin: Der Nichtsnutz als Noch-Nichtsnutz. Potentielles Wissen im deutschen Realismus.

17.00 - 18.00
Christina Isensee, Université de Genève: Von Wissen und Wahn, Romanen und Rittern: (Un)nützes Wissen als Don Quijoterie.

18.00 – 19.00
Stefan Willer, ZfL Berlin: "Une espèce d'encyclopédie en farce": Wie unnütz ist das Wissen von Bouvard und Pécuchet?

Samstag, 29. Juni

09.30 - 10.30
Uwe Wirth, Universität Gießen: "His ignorance was as remarkable as his knowledge" – Zum Wissenskonzept bei Sherlock Holmes.

10.30 - 11.30
Margarete Fuchs, Universität Marburg: "unbrauchbar für die Zettelwand." Das Archiv des Unnützen Wissens in Max Frischs Der Mensch erscheint im Holozän.

11.45– 12.45
Hans Richard Brittnacher, FU Berlin: Das Herz der Welt. Hohlwelttheorien (in der phantastischen Literatur und in der rechtsradikalen Esoterik).

12.45 – 13.00
Abschluss

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Konzept und Organisation: Jill Bühler & Antonia Eder
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.unige.ch/lettres/alman/News/UnnuetzesWissen.html
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGenf
Beginn27.06.2013
Ende29.06.2013
PersonName: Eder, Antonia [Dr.] 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: antonia.eder@unige.ch 
Name: Bühler, Jill 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: jill.buehler@unige.ch 
KontaktdatenName/Institution: Département de langue et de littérature allemandes. Faculté des lettres / UNI-Bastions 
Strasse/Postfach: Rue de Candolle 5 
Postleitzahl: 1211 
Stadt: Genève 4 
Telefon: +41 (0)22 379 73 09 
E-Mail: antonia.eder@unige.ch 
Internetadresse: www.unige.ch/lettres/alman 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Klassiker; Literaturtheorie: Themen
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.04.00 Wissenschaftsgeschichte; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 11.00.00 17. Jahrhundert; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.01.00 Forschung; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.01.00 Forschung; 13.00.00 Goethezeit; 13.00.00 Goethezeit > 13.01.00 Forschung; 13.00.00 Goethezeit > 13.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen; 14.00.00 Romantik; 14.00.00 Romantik > 14.01.00 Forschung; 14.00.00 Romantik > 14.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 14.00.00 Romantik > 14.10.00 Gattungen und Formen; 15.00.00 19. Jahrhundert; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.01.00 Forschung; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.12.00 Realismus; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.13.00 Gattungen und Formen; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.01.00 Forschung; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.13.00 Gattungen und Formen; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.01.00 Forschung; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.16.00 Gattungen und Formen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.01.00 Forschung; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.08.00 Gattungen und Formen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz > 18.13.01 Forschung; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz > 18.13.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.01.00 Forschung; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.08.00 Gattungen und Formen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/32771

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 08.06.2013 | Impressum | Intern