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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Unsichtbare Ordnungen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelUnsichtbare Ordnungen
Beschreibung"Jahrestagung 2007: 'Unsichtbare Ordnungen'

Das Marbacher Jahresthema 2007 lautet: Ordnen. Beim 'Tag der Erschließung' für Bibliotheken und Archive (19.-20. April 2007) wurde die bibliothekarische und archivarische Tätigkeit des Ordnens thematisiert – dies mit Blick auf aktuelle Probleme bei der Massen- und Komplexerschließung. Die im Frühsommer 2007 eröffnete Jahresausstellung zum Thema 'Ordnung. Eine unendliche Geschichte' hat den Ordnungsvorgang als Voraussetzung des Schreibens in den Blick gerückt. Das Symposium im Dezember 2007 reflektiert das Jahresthema unter dem Titel 'Unsichtbare Ordnungen'. Im Vordergrund steht nicht 'Ordnung' als literarisches Sujet, sondern Ordnung als Denk- und Darstellungsprinzip.


I. Als Unordnung getarnte Ordnung

Ordnung versteckt Unordnung. Ordnung freilich, die allzu sichtbar ist, muss sich, will sie nicht Peinlichkeit riskieren, gleichermaßen verstecken. Unangestrengte Virtuosität ist eine traditionelle Zielvorgabe von Rhetoriken, Poetiken und Verhaltenslehren. Gemeint ist die Leichtigkeit und Eleganz des Kalkulierten, welche die Kalkuliertheit selbst zu verdecken vermag. Castiglione verwendet den Begriff der sprezzatura für die Kunst, anstrengende Wendungen mühelos erscheinen zu lassen. Ordnungen, die sich als Unordnung tarnen, werden in der ersten Sektion thematisiert. Wie lässt sich der Umschlag von ostentativer Ordnung in ostentative Unordnung beschreiben, wo wird er unterlaufen?

II. Sätze aufräumen

Ordnung ist nicht ein zu erhaltender Zustand, sondern ein Herstellungsvorgang. Die rhetorische Tradition fasst ihn unter dem Begriff der dispositio. Zur Ordnung des Sprechens und Schreibens gehört aber nicht allein die argumentative Gliederung, sondern auch der Umgang mit Syntax und Lexik, mit Metrik und Reim. Der poetische Prozess verdient dabei ebenso große Aufmerksamkeit wie der Vorgang des Redigats. Wie viel Ordnung, hierarchische oder rhizomatische, verträgt ein Text? Wo beginnt der Overkill?

Programm

Freitag, 14. Dezember 2007
Literaturmuseum der Moderne, Leibinger Auditorium, 14 Uhr

Ulrich Raulff, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Eröffnung, Begrüßung


I. Als Unordnung getarnte Ordnung

Heike Gfrereis, Helga Raulff, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Einführung, Moderation: Sternchen sehen. Wie Rilke seine Unordentlichkeit versteckt

Verena Lobsien, Humboldt Universität Berlin
Literarische sprezzatura. Thomas Brownes „The Garden of Cyrus“

Steffen Siegel, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin
Sichtbare Unordnung


Kaffeepause


Fortsetzung der Tagung
Leibinger Auditorium, 16.30 Uhr

II. Sätze aufräumen

Jan Bürger, Marcel Lepper, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Einführung, Moderation: Ordnungen der Dichter, Ordnungen der Denker

Andreas Kilcher, Universität Tübingen
Das unsichtbare Netz. Artistik der Enzyklopädie nach Diderot

Nikolaus Wegmann, Princeton University
Overkill: Ordnung und Überordnung"

Internetadressehttp://www.dla-marbach.de/aktuelles/veranstaltungen/einzelansicht_term...
VeranstaltungsortMarbach
Beginn14.12.2007
Ende14.12.2007
PersonName: Wollgarten, Birgit 
Funktion: Ansprechpartnerin/Anmeldung 
E-Mail: wollg@dla-marbach.de 
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Literaturarchiv Marbach  
Strasse/Postfach: Schillerhöhe 8-10 
Postleitzahl: 71672 
Stadt: Marbach/Neckar 
Internetadresse: http://www.dla-marbach.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literaturtheorie: Themen; Rhetorik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.05 Literaturarchive. Museen. Forschungsinstitute. Gesellschaften. Sammlungen. Stiftungen
Ediert von  UB-Frankfurt
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