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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Räume räumen. Workshop für Nachwuchswissenschaftler"
RessourcentypCall for Papers
TitelRäume räumen. Workshop für Nachwuchswissenschaftler
BeschreibungRäume räumen.
Vom Aneignen, Verändern und Verlassen des literarischen Raums. Workshop für Nachwuchswissenschaftler.
Tübingen, 25.-26. Juli 2013

Call for Papers: Deadline 20.05.2013

Als der Spatial Turn in der deutschen Literaturwissenschaft zu Beginn des neuen Jahrtausends ausgerufen wurde, sollte er nicht nur neue Themen, sondern auch eine neue narratologische Herangehensweise mit sich bringen: Zahlreiche Sammelbände haben seitdem Anstoß dazu gegeben, Texte und Filme auf ihre räumliche Struktur hin zu untersuchen, die Hierarchisierung und Semantisierung von Räumen deutlich zu machen, aber auch – in Sigrid Weigels Variante des Topographical Turns – die Beziehung von Sprache und topographischer Repräsentation als einem (Be-)Schreiben von Raum neu zu betrachten.

Nach dieser Aufarbeitungphase (Böhme (2005); Dünne / Günzel (2008); Hallet / Neumann (2009)) der theoretischen Grundlegungen – von u.a. Foucault, Soja, Certeau, Deleuze / Guattari oder Augé – sind nun eine Reihe von Einzelanalysen im Entstehen begriffen oder vor Kurzem veröffentlicht worden, die versuchen, Raumtheorien und -konzepte in die konkrete Arbeit am Medium einzubinden, die Produktivität, aber auch die Grenzen räumlicher Lektüren auszuloten. In der Praxis stellen sich fiktionale Räume nicht nur in interdisziplinärer Hinsicht als äußerst dynamisch heraus: sie bilden weder leere ‚Container’ noch lassen sie sich in narratologisch-kategorialer Deskription erfassen. Vielmehr sind sie dauernder Veränderung unterworfen und verändern gleichzeitig auch diejenigen, die sich darin bewegen: Als Bewohner, Streuner und Eroberer betreten und verlassen die Figuren und Erzähler Räume, räumen um und werden bewegt, sammeln und besetzen, zerstören und verschwinden. Mit PeterLicht kann die Dynamik der Räume und ihres Personals als Vorgang der Aneignung begriffen werden:

„Und dann fangen sie an, den Raum vollzuräumen. Mit Möbeln. Mit Zeugs. Sie werden singen. Sie werden sprechen. Sie werden sich bewegen. Sie werden Ordnung schaffen, sie werden Ordnung verlieren. Sie werden weiter machen. Auch dann, wenn sie längst verschwunden sind, nach oben, ins Freie.“

Nicht nur die fiktionalen Räume selbst, auch die raumtheoretischen Konzepte, mit denen Texte und Medien erschlossen werden, erfahren in der Anwendung und Begegnung auf und mit literarischen und filmischen Verfahren Revisionen, Veränderungen und Dynamisierungen, werden geordnet, verworfen und wieder aufgenommen. In diesem Workshop soll es darum ums Sammeln gehen, ums Ausmisten, Ordnen und Verbinden:

- Welche Rolle spielen Prozesse des Räumens, Aneignens und Veränderns in fiktionalen Räumen? Wie sieht das Zusammenspiel von Figuren und Raum aus?
- Welchen Einfluss nehmen Erzähler auf Räume und wie beeinflussen Räume Erzähler? Auf welche Weise verändern sich beide im Fortgang von Erzählungen?
- Auf welche Weisen werden raumtheoretische Konzepte in literatur- oder kulturwissenschaftliche Analysen übernommen?
- Wie können sich Literatur- und Kulturwissenschaften fiktionale Räume und theoretische Raumkonzepte aneignen?
- Welche Raumvorstellungen haben sich in der Praxis als fruchtbar erwiesen?
- Ist der Spatial Turn bereits an seinem produktiven Ende angekommen oder ist der räumliche Blick in den täglichen wissenschaftlichen Werkzeugkasten eingegangen?

Der Workshop findet am 25.-26. 7. 2013 an der Universität Tübingen statt. Er wird NachwuchswissenschaftlerInnen die Chance bieten, die aktuellen Entwicklungen zum Raum in den Literaturwissenschaften und ihren benachbarten Feldern zu diskutieren und ihre aktuellen Projekte vorzustellen. Zwei Keynotes werden die Projektvorstellungen ergänzen und eine weiter gefasste Forschungsperspektive aufzeigen.

Bitte reichen Sie Ihr Abstract für einen Vortrag (20 min.) bis zum 20.5.2013 an die Adresse markus.gottschling@uni-tuebingen.de ein. Ihr Abstract sollte max. 300 Wörter lang und von bio-bibliographischen Informationen begleitet sein.
Die Tagungssprache ist Deutsch, Vorträge auf Englisch sind möglich. Veranstaltet wird sie von Markus Gottschling und Caroline Merkel.


Dieser Workshop findet im Rahmen des Zukunftskonzeptes der Universität Tübingen statt.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTübingen
Bewerbungsschluss20.05.2013
Beginn25.07.2013
Ende26.07.2013
PersonName: Markus Gottschling 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: markus.gottschling@uni-tuebingen.de 
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Seminar der Universität Tübingen 
Strasse/Postfach: Wilhelmstraße 50 
Postleitzahl: 72074 
Stadt: Tübingen 
Telefon: 07071/2977998 
E-Mail: markus.gottschling@uni-tuebingen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Ediert von  H-Germanistik
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