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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "„Über das Schweigen“: Das Verschwiegene – das Ungesagte – das Unsagbare "
RessourcentypCall for Papers
Titel„Über das Schweigen“: Das Verschwiegene – das Ungesagte – das Unsagbare
Beschreibung„ÜBER DAS SCHWEIGEN“
Das Verschwiegene – das Ungesagte – das Unsagbare

27. – 29. September 2013

2. interdisziplinäre Tagung des Neophilologischen Instituts, Fachbereich Germanistik
Pädagogische Universität, Kraków, Polen

Sprache artikuliert sich in einem Raum von Schweigen. Sie bildet in Texten Sprachinseln und Bereiche aus. Das Schweigen bleibt als Konstituente, scheint als unsagbarer Rest in der Sprache wieder auf. Dem Wechselspiel von Schweigen und Sprache in literarischen Texten und kulturellen Phänomenen nachzugehen, ist Gegenstand einer interdisziplinären Tagung des Instituts für deutsche Sprache und Kultur der Pädagogischen Universität, Kraków, zu der Kulturwissenschaftler, Historiker, Philosophen, Literaturwissenschaftler und Sprachwissenschaftler eingeladen sind, sich mit einem Exposé zu bewerben.

Die Möglichkeit der Sprache besteht im Benennen und Bezeichnen sowie in den Konstruktionen von Beziehungen zwischen dem Benannten, in dem das, was sich in der Welt zeigt, verhandelt wird. Was von der Welt als sprachlicher Reflex aufgehoben wird, ist durch verschiedene Komponenten bestimmt. Sie sind als Einflüsse der Macht, sozialer Praktiken und Tabus, Fragen der Wahrnehmung und der wechselnden soziologischen Faktoren abzulesen. Ob diese zur Sprache kommen oder ungesagt bleiben, in beiden Fällen, determinieren sie die Sprache. Damit entsteht ein Wechselspiel zwischen dem Schweigen und der sprachlich verhandelten Welt, das sich vielgestaltig Ausdruck verschafft.

Schweigen als Mittel sozialpolitischer Unterdrückung nimmt gesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeiten und das Recht auf freie Äußerung. Fehlende oder mangelhafte Ausbildung von sprachlichem Ausdruck entziehen den Menschen die Basis für die Feststellung ihres Mangels. Hiermit werden hierarchische Strukturen in den Gesellschaften sichtbar. Ablehnung, Feindlichkeit, Unversöhnlichkeit, Forderungen oder Befehle können durch Schweigen wirksam und unter Schweigen ge- und erduldet werden. In dem Maße, in dem deutlich wird, worüber jeweils in einer Gesellschaft geschwiegen wird, was und welche Themen als Tabus auszumachen sind, wird ihre je eigene Konstitution greifbar. In dem Weichbild von Verschwiegenem und zur Sprache Gebrachtem entwirft sich das Spiegelbild einer Gesellschaft.

Diese sozialwissenschaftlichen Momente brechen sich in gleicher Weise in der Kultur und Literatur, insofern das Schweigen den Hintergrund zu dem bildet, was zur Sprache gebracht werden kann. Sie kann Verschwiegenes aufdecken und Unsagbares umschreiben. Literatur und Kunst können die Sprachräume spiegeln und erweitern. Durch dezidiertes Verschweigen bestimmter Aspekte kann künstlerisches Schaffen zum Ausdrucksmittel von Schmerz und Wehrlosigkeit werden und damit in Diskurse kommunikativ eingebunden werden. Das Unsagbare literarisch auszudrücken, daran können Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler scheitern und zu schweigen beginnen. In der Gegenwart kommt noch die Entfremdung von der sprachlichen Situation der Zeit hinzu, der Rückzug vom Wort führt dann zum Schweigen. Dann ist das Schweigen ein Scheitern vor dem, was nicht (mehr) zur Sprache gebracht werden kann.

Die Veröffentlichung der Konferenzbeiträge in deutscher Sprache wird von den Veranstaltern geplant.

Konferenzsprache: deutsch, englisch, polnisch

Ihre Exposés, max. 200 Wörter, schicken Sie bitte bis zum 30. 05. 2013 an Beata Kolodziejczyk-Mroz, kolodziejczyk.beata@gmail.com

Eine Bestätigung der angenommenen Exposés erfolgt bis zum 15. 06. 2013.

Der Konferenzbeitrag in Höhe von 300 zł ist im Voraus bis Ende Juni 2013 auf die im Anmeldeformular angegebene Kontonummer zu entrichten. Ausländische Teilnehmer können den Tagungsbetrag zu Beginn der Tagung am Tagungsort entrichten. Bedenken Sie jedoch bitte, dass der Verzicht auf die Teilnahme an der Konferenz nach dem 30. Juni 2013 mit der Notwendigkeit des Entrichtens der Konferenzgebühr verbunden ist.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKrakow
Bewerbungsschluss30.05.2013
Beginn27.09.2013
Ende29.09.2013
PersonName: Bednarowska, Aleksandra [Dr.] 
Funktion: Leiterin, Fachbereich Germanistik  
E-Mail: abednaro@kent.edu 
Name: Kolodziejczyk-Mroz [Dr.] 
E-Mail: kolodziejczyk.beata@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Aleksandra Bednarowska/Neophilologisches Institut Pädagogische Universität 
Strasse/Postfach: ul. Studencka 5 
Postleitzahl: 31-116 
Stadt: Krakow 
Telefon: 48 12 6626745 
E-Mail: abednaro@kent.edu 
Internetadresse: http://www.wsp.krakow.pl/neofil/neofilologia/ger/index.html 
LandPolen
BenutzerführungPolnisch
SchlüsselbegriffeSprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Sprachphilosophie / Kommunikationstheorie (Sprachtheorie, Sprachbegriffe); Genderforschung; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatursoziologie; Literaturtheorie: Themen
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie
Ediert von  H-Germanistik
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