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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Planlos! Zu den Grenzen von Planbarkeit"
RessourcentypCall for Papers
TitelPlanlos! Zu den Grenzen von Planbarkeit
Beschreibung„Planlos! Zu den Grenzen von Planbarkeit“
Kollegiatentagung des Graduiertenkollegs Automatismen. Kulturtechniken zur Reduzie-rung von Komplexität
Universität Paderborn, 28.-30. August 2013


Planung wird in der Moderne auf eine harte Probe gestellt: Erfahrungen von Kontingenz und steigender Komplexität von kulturellen und ökonomischen Prozessen zeigen Akteu-ren die Grenzen ihres Horizontes auf. Als Möglichkeiten verbleiben einerseits die Be-schränkung auf jene Praxen, die sich zuverlässig planen lassen, und andererseits die bewusste Einbindung scheinbar unplanbarer Prozesse als produktives Prinzip kreativer Möglichkeit. Zwischen diesen Antipoden liegt die Fragestellung unseres Tagungsvorha-bens: Wie lässt sich Unplanbarkeit theoretisch und praktisch fassen?

Es zeigt sich, dass in den unterschiedlichsten Bereichen Praxen mit dem Ziel entwickelt werden, die Genese unplanbarer Prozesse zu begünstigen oder zu vermeiden und sie in eine zumindest partielle Kontrolle zu überführen. Z. B. entwerfen ArchitektInnen Ge-bäude, so dass sich bestimmte Verhaltensweisen und Entwicklungen einstellen oder verhindert werden; in den Natur- und Ingenieurswissenschaften etablieren sich experi-mentelle Paradigmen, in deren Rahmen Unplanbarkeit ein konstitutiver Bestandteil da-für ist, Wissen zu produzieren; im viralen Marketing setzen PR-Agenturen auf die epi-demische Verbreitung von Produktinformationen, deren Gelingen durch geschicktes ‚seeding‘ der Botschaft unterstützt wird; im E-Commerce wird die Relevanz von Produk-ten in Rankings und personalisierten Empfehlungen aus der automatisierten Auswer-tung von massenhaften individuellen Kaufhandlungen generiert statt zentral festgelegt zu werden. In all diesen Beispielen wird Unplanbarkeit konstitutiv in das Konzept ein-gebunden, um Ergebnisse zu erzielen, die sich durch klassische Planung nicht erreichen ließen.

Solche Prozesse können als unplanbar gelten, weil sie sich erstens zu einem gewissen Grad einer intentionalen Herbeiführung und Kontrolle entziehen. Zweitens zeichnen sie sich durch verteilte und komplexe Konstellationen und Abläufe aus. Drittens zeitigen sie strukturelle Effekte, die sich kausal nicht immer erklären lassen. Diese Prozesse laufen daher hinter dem Rücken der Beteiligten ab und sind meist nur nachträglich bzw. ange-sichts der von ihnen hervorgebrachten Strukturen identifizierbar.

Die in den Beispielen skizzierten Versuche zur Operationalisierung derartiger Prozesse setzen dabei voraus, anwendbares Wissen über sie zu erzeugen. Die damit verbundene Beobachtungsproblematik entsteht aus der Annahme, dass das pragmatische Potential der Unplanbarkeit gerade aus der mangelnden Kontrollierbarkeit sowie der für kausale Erklärungsmodelle vorherrschenden Unverfügbarkeit dieser Prozesse resultiert.

Die Tagung fragt daher: Wie kann auf beschreibender und praktischer Ebene Aufschluss über die hypothetischen Voraussetzungen, Verlaufseigenschaften und Resultate unge-planter Prozesse gewonnen werden? Wie können die grundlegenden Wechselseitigkei-ten reflektiert werden, die ungeplante Prozesse auszeichnen: auf der epistemologischen Ebene (Theorie und Beobachtung/Beschreibung), auf der phänomenalen Ebene (Struk-tur und Prozess) sowie zwischen diesen beiden Ebenen. Offensichtlich erzwingt dies alternative theoretische, methodische und deskriptive Ansätze.

Der Call ruft dazu auf, diesen Fragen anhand konkreter Materialbeispiele nachzugehen. Vorträge zu folgenden und anderen Themenschwerpunkten sind denkbar:

• Operationalisierung unplanbarer Prozesse in Hard- und Software-Architekturen
• Unplanbarkeit in wissenschaftlicher Forschungspraxis
• Unplanbarkeit im Informationsmanagement
• Räume der Unplanbarkeit in Architektur und Stadtplanung
• Kulturen der Unplanbarkeit / Unplanbarkeit der Kultur
• Ökonomie der Unplanbarkeit / Unplanbarkeit der Ökonomie
• Operationalisierung von Unplanbarkeit im Marketing
• Open Source, Open Community, Open End?
• Historische Dynamiken begrenzt planbarer Prozesse
• (Diskurs-)Geschichte der Frage nach Planbarkeitsgrenzen
• (Un-)planbarkeit als Denkfigur
• Unplanbarkeit im Management: Adaptive Konzepte in der Strategieplanung

Formalia:
Die Ausrichtung der Tagung ist interdisziplinär und richtet sich sowohl an Theoretikerinnen und Theoretiker aus Kultur-, Sozial-, Ingenieurs-, Wirtschafts- und Naturwissen-schaften, als auch an Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis.
Wir freuen uns auf Abstracts zwischen 250 und 500 Wörtern und bitten um Einreichun-gen bis zum 10.05.2013. Die Vorträge sollten eine Länge von 25 Minuten nicht überschreiten. Die Tagungssprache ist Deutsch. Reise- und Übernachtungskosten werden durch die Veranstalter übernommen. Eine Publikation zur Tagung ist geplant.
Organisatoren und Ansprechpartner für Einreichungen und alle weiteren Fragen sind Matthias Koch, Christian Köhler, Julius Othmer und Andreas Weich, per E-Mail erreichbar über planlos@lists.uni-paderborn.de.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPaderborn
Bewerbungsschluss10.05.2013
Beginn28.08.2013
Ende30.08.2013
PersonName: Köhler, Christian 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: koehlerc@live.uni-paderborn.de 
KontaktdatenName/Institution: Graduiertenkolleg Automatismen 
Strasse/Postfach: Warburger Straße 100 
Postleitzahl: 33098 
Stadt: Paderborn 
Telefon: 05251/60-3772 
E-Mail: koord@gk-automatismen.upb.de 
Internetadresse: http://www.uni-paderborn.de/institute-einrichtungen/gk-automatismen/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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