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Ergebnisanzeige "Nationalsozialismus und Regionalbewusstsein im östlichen Europa. Ideologie, Machtausbau, Beharrung"
RessourcentypCall for Papers
TitelNationalsozialismus und Regionalbewusstsein im östlichen Europa. Ideologie, Machtausbau, Beharrung
BeschreibungCall for Papers

Konferenz

Nationalsozialismus und Regionalbewusstsein im östlichen Europa.
Ideologie, Machtausbau, Beharrung

– English version below –

Ort: Berlin, Botschaft der Slowakischen Republik in Berlin

Datum: 24.–25. Oktober 2013

Veranstalter: Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität (Warschau) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), dem Institut für Zeitgeschichte (München/Berlin) und dem Institut für nationales Gedächtnis (Bratislava)

Die Tagung möchte die Strategien nichtmilitärischer nationalsozialistischer Einflussnahme und Machterweiterung im östlichen Europa in den Blick nehmen. Die Frage nach dem Verhältnis von nationalsozialistischer Raum- und Volkstumspolitik einerseits und Staatsräson sowie regionalen Identitäten in den Ländern des östlichen Europa andererseits soll ebenso Gegenstand der Tagung sein wie der Vergleich der unterschiedlichen Regionen im Hinblick auf politische Vereinnahmungen und kulturelle Prägungen durch Ideologien.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Rolle der deutschen Minderheiten (der sog. „Auslandsdeutschen“) im Kontext der nationalsozialistischen Einflussnahme auf die politischen und kulturellen Belange in den jeweiligen Staaten und ihrer Instrumentalisierung bei einer ethnischen und räumlichen Neuordnung des östlichen Europas. Die Tagung nimmt vor allem jene Länder in den Blick, deren autoritäre bzw. faschistische Regierungen zeitweilig mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündet waren, wie Ungarn, Rumänien und – während des Zweiten Weltkriegs – die „Satellitenstaaten“ Slowakei und Kroatien. Berücksichtigt werden auch die Sowjetunion sowie besondere Regionen wie Galizien. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von den 1920er Jahren bis 1944.

Die Konferenz ist inhaltlich in drei Themenblöcke gegliedert:

1. Ideologie, Kultur und Selbstverständnis

Unter dem ideologischen und kulturellen Einfluss des Nationalsozialismus ver-änderte sich das Selbstverständnis der deutschen „Volksgruppen“. Es ist zu fragen:
• Inwieweit lässt sich in den einzelnen Ländern überhaupt von homogenen deutschen „Volksgruppen“ sprechen, und welche kulturellen Vorstellungen und politischen Ambitionen besaßen sie?
• Welche personellen Kontinuitäten gab es zwischen deren regionaler Kultur- und Brauchtumspflege und der auf die Region fokussierten Kultur- und Ge-schichtspolitik nationalsozialistischer Prägung?
• Wie verhielten sich die Nationalstaaten gegenüber den deutschen Minderheiten und wie veränderte sich das Verhältnis im Laufe der Jahre?
• Wie gestalteten sich in der Folge das Zusammenleben mit anderen Ethnien und das Verhältnis zu den jeweiligen Regierungen?

2. Regionale Identitäten: Kontinuität – Beharrung

Die Nationalsozialisten betrachteten regionale Kulturen vor allem durch das Prisma völkisch-rassischer Vorstellungen zum Zweck ihrer Machtsicherung und erweiterung.
• War die NS-Kulturpolitik in dieser Hinsicht einheitlich oder wurde sie in Anbe¬tracht regionaler Besonderheiten in Teilen modifiziert?
• Inwieweit wirkten regionales Selbstbewusstsein und Beharrungskräfte (bestehende Initiativen, Organisationen, Museen und Medien, religiöse und andere Traditionen) gegen eine NS-Vereinnahmung?
• Über welche Spielräume verfügten regionale Akteure gegenüber der NS-Kulturpolitik und wie wurden diese genutzt, beispielsweise in Form einer Selbstmobilisierung, die mit den nationalsozialistischen Zielen nur partiell zusammenfiel?

3. Politik und Machtausbau

Die NS-Raumpolitik knüpfte an Vorstellungen eines deutschen „Volks- und Kulturbodens“ an, die in wissenschaftlichen Institutionen der Weimarer Republik ausgearbeitet worden waren und in den 1930er Jahren nicht selten unter Wahrung personeller Kontinuitäten weiterentwickelt wurden.
• Inwieweit wurde die „Ostforschung“ zu einem konstitutiven Element dieser Volkstumspolitik?
• Und welche Instanzen und Strukturen des NS-Staates erwiesen sich bei der Interaktion mit der Peripherie als erfolgreicher als andere?
• Welche Rolle spielten die Verbände und Parteien der „Auslandsdeutschen“ angesichts unterschiedlicher Erwartungen und Loyalitätsbekundungen gegenüber der nationalsozialistischen Führung in Deutschland und den Regierungen in ihren Heimatländern?
• Welchen Einfluss hatten grenzübergreifende völkische oder faschistische Netzwerke und Zukunftsverheißungen auf die Gesellschaften der Länder Ostmitteleuropas?

4. Expansion und Krieg

Mit dem Münchener Abkommen 1938, der Zerschlagung der Tschechoslowakei, dem Überfall auf Polen und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges änderten sich die Bedingungen für die „Auslandsdeutschen“ in Bezug auf den Nationalsozialismus in Europa grundlegend.
• Welchen Einfluss hatte die deutsche Volksgruppe auf die zwischenstaatlichen Beziehungen zum Deutschen Reich bzw. in den annektierten Gebieten?
• Welche Funktion übten die „Auslandsdeutschen“ aus, wie wurde Loyalität während des Krieges generiert?
• Welche Rolle spielten schließlich Teile der „Auslandsdeutschen“ im Kontext der nationalsozialistischen Massenverbrechen, bei der Expansion sowie Exploitation okkupierter bzw. dominierter Staaten und beim Holocaust?
• Welche Konsequenzen ergaben sich daraus nach 1945 für die Wahrnehmung deutscher Minderheiten und/oder ihre kulturellen Hinterlassenschaften in den Ländern und Regionen des östlichen Europa?


Die Tagung ist interdisziplinär ausgerichtet; berücksichtigt werden die politische Ge-schichte, Historiographie, Vor- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Ethnologie, Museumswesen, Publizistik, Literatur und Film, zudem biographische Studien zu Akteuren und Netzwerken sowie Fragestellungen zur Quellenlage einer „auslandsdeutschen“ Sozialgeschichte im genannten Zeitraum.

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Bitte senden Sie uns bis zum 30. April 2013 ein Exposé Ihres (unveröffentlichten) Beitrags (ca. eine halbe bis eine DIN A4-Seite, max. 2.400 Zeichen) sowie kurze Angaben zu Ihrem beruflichen Werdegang und Ihrer derzeitigen Tätigkeit.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.

Vorschläge sind zu richten an:
ns-regions@enrs.eu

Dr. Burkhard Olschowsky
Europejska Sieć Pamięć i Solidarność
ul. Wiejska 17/m. 4
PL-00-480 Warszawa

Dr. Ingo Loose
Institut für Zeitgeschichte
Abteilung Berlin
Finckensteinallee 85-87
12205 Berlin

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Call for Papers

Conference

National Socialism and Regional Identity in Eastern Europe.
Ideology, Expansion of Power, Persistence


Location: Berlin, Embassy of the Slovak Republic

Date: October 24–25, 2013

Organisers: The European Network Remembrance and Solidarity (Warsaw) in col-laboration with the Federal Institute for Culture and History of the Germans in Eastern Europe (BKGE, Oldenburg), the Institute of Contemporary History (IfZ, Munich–Berlin), and the Slovak Institute of National Remembrance (UPN, Bratislava).

This international and interdisciplinary conference aims to examine the strategies of National Socialist non-military exertion of influence and expansion of power in Eastern Europe. The conference will consider such questions as the relationship between National Socialist territorial policy and ethnic policy on the one hand, and the reason of state and the regional identities in the countries of Eastern Europe on the other hand. There will also be a comparison of the different regions with regard to political instrumentalisation and the cultural impact of ideologies.

In particular, German minorities in Central-Eastern Europe (the so-called Germans abroad, “Auslandsdeutsche”) will be in the focus of the conference’s investigation, as factors of Nazi influence on political and cultural concerns in the various states and as instruments of a new ethnic and regional order in Eastern Europe.
The conference will pay particular attention to those countries within Eastern Europe that had authoritarian or fascist governments temporarily allied with Nazi Germany. This includes such countries as Hungary, Romania and – during the Second World War – the “satellite states” of Slovakia and Croatia. The Soviet Union, as well as specific regions such as Galicia, will also be taken into consideration. The period under consideration will extend from the 1920s to 1944.

The conference is to be structured according to the following sections:

1. Ideology, culture and self-perception

Under the ideological and cultural influence of National Socialism, the identity of the German “ethnic groups” changed. Guiding questions may be the following:
• To what extent can we actually talk about homogeneous German ethnic groups in the individual countries? Which cultural conceptions and political ambitions did they possess?
• What personal continuities were there between the regional promotion of culture and heritage and the characteristically National Socialist cultural and historical policies focussed on the respective region?
• How did the nation states treat the German minority groups and how did the relationship change over the years?
• How did living together with other ethnic groups and the relationship with the respective governments develop?

2. Regional identities: Continuity – Persistence

The National Socialists regarded regional cultures primarily through the prism of ethnic-racial ideas for the purpose of securing power and expansion.
• Were Nazi cultural policies always uniform or were they partially modified to better suit regional differences?
• To what extent did regional self-awareness and persistence (existing initiatives, institutions, museums and media, religious and other traditions) have an effect against Nazi monopolisation?
• What leeway did the regional protagonists have available within the context of Nazi cultural policies, and how was this used, for example in the form of self-mobilisation that only partially fell in line with National Socialist aims?

3. Politics and Expansion of Power

Nazi regional policies took up ideas of a “German ethnic and cultural soil” (Kultur- und Volksboden) which had been formulated in academic institutions during the Weimar Republic and which were developed further in the 1930s, often by the same persons.
• To what extent did the “Eastern research” (Ostforschung) become a mandatory element of this “Ethnic Policy”?
• Which authorities and structures of the Nazi state proved to be more successful than others in the interaction with the periphery?
• What role did the associations and parties of Germans abroad play with regard to the various expectations and loyalties towards the National Socialist leadership in Germany and the governments in their actual homelands?
• What influence did cross-border national or fascist networks and promises for the future have on the societies of the Eastern European countries – beyond the paradigm of ethnic groups?

4. Expansion and War

With the Munich Agreement in 1938, the dismemberment of Czechoslovakia, the invasion of Poland and the beginning of the Second World War, conditions fundamentally changed for the “Germans abroad” all over Europe in relation to National Socialism.
• What influence did the German ethnic groups have on inter-state relations to the German Reich and in the occupied areas?
• What function did they perform and how was loyalty generated during the War?
• What role did the “Germans abroad” actually play in the context of the National Socialist mass crimes, in the expansion and exploitation of the occupied and dominated countries, and in the Holocaust?
• What consequences did these events have after 1945 with regard to how the German minorities and/or their cultural legacy in the countries and regions of Eastern Europe were perceived?

This conference is organised according to an interdisciplinary structure. Academic disciplines that will be covered include Political History, Historiography, Prehistory and Early History, Art-History, Ethnology, Museum Studies, Media Studies, Literature and Film Studies as well as studies of the available sources on the social history of the “Germans abroad” during the period.

The conference languages will be German and English.

Please submit an abstract of your (yet unpublished) paper (half to at most one page, max. 2400 characters) as well as a brief biography including your current position until April 30, 2013. The organisers intend to produce a post-conference publication.

Proposals should be sent to the following address:
ns-regions@enrs.eu

Dr. Burkhard Olschowsky
Europejska Sieć Pamięć i Solidarność
ul. Wiejska 17/m. 4
PL-00-480 Warszawa

Dr. Ingo Loose
Institut für Zeitgeschichte
Abteilung Berlin
Finckensteinallee 85-87
12205 Berlin
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss30.04.2013
Beginn24.10.2013
Ende25.10.2013
PersonName: Loose, Dr. Ingo 
Funktion: Institut für Zeitgeschichte, Abteilung Berlin 
E-Mail: loose@ifz-muenchen.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Zeitgeschichte München-Berlin 
Strasse/Postfach: Finckensteinallee 85-87 
Postleitzahl: 12205 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030/843705-12 
Fax: 030/843705-20 
E-Mail: loose@ifz-muenchen.de 
Internetadresse: www.ifz-muenchen.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.06.00 Regionale deutsche Literatur; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.14.00 Literatur der NS-Zeit. 1933-1945
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/31535

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