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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Sympathie und Literatur. Zur Relevanz des Sympathiekonzeptes für die Literaturwissenschaft"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelSympathie und Literatur. Zur Relevanz des Sympathiekonzeptes für die Literaturwissenschaft
BeschreibungTagung "Sympathie und Literatur. Zur Relevanz des Sympathiekonzeptes für die Literaturwissenschaft“

Ort: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Rosensäle, Kleiner Sitzungssaal, Fürstengraben 27, 07743 Jena

Veranstalter: Dr. Claudia Hillebrandt, Institut für Germanistische Literaturwissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena; Dr. Elisabeth Kampmann, Germanistisches Institut, Ruhr-Universität Bochum

Gefördert durch die Ernst-Abbe-Stiftung und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen


Der Begriff ,Sympathie‘ wird alltagssprachlich auf Verschiedenes in unterschiedlichen Kontexten angewendet. So beschreiben wir Menschen als „Sympathieträger“ oder „Unsympathen“, Wirtschaftsunternehmen oder politische Parteien starten „Sympathiekampagnen“, professionelle Coaches geben Tipps, mit welchen Strategien Arbeitnehmer „sympathischer auftreten“. Auch Gedanken, Tiere, Pflanzen oder Gegenstände werden mitunter als „sympathisch“ bezeichnet.

Auch im Hinblick auf die Wahrnehmung, Wirkung und Bewertung von historischen Figuren, von Kunstwerken oder Künstlern und spezieller literarischen Artefakten spielt Sympathie eine bedeutsame Rolle: Autoren oder literarische Figuren werden von Lesern und Kritikern unter anderem daraufhin beurteilt, wie sympathisch sie wirken bzw. dargestellt werden.

In den Literatur- und Kulturwissenschaften dagegen hat Sympathie als Analysekategorie meistens keine bzw. nur eine implizite Funktion. Dies ist zum einen der notorischen Unschärfe des Sympathiebegriffs geschuldet, zum anderen scheint es dafür aber auch wissenschaftshistorische Gründe zu geben. Sympathie – als theoretisch kaum greifbarer mentaler Prozess mit auch emotionalen Anteilen oder als diffuses kulturelles Konstrukt verstanden – wurde lange für ein in wissenschaftlichen Zusammenhängen nicht isolier- und erklärbares Phänomen gehalten. Gleichwohl wird beispielsweise in den meisten im Fach geläufigen Figurentypologien stillschweigend vorausgesetzt, dass literarische Figuren bewertet werden können und je nach Bewertung auch unterschiedliche Reaktionen bei ihren Rezipienten hervorrufen.

Von diesen Beobachtungen ausgehend möchte die Tagung 1. einen Beitrag zu einer literatur- und kulturwissenschaftlich fruchtbaren Bestimmung von ,Sympathie‘ leisten, 2. Anwendungsperspektiven im Kontext literatur- bzw. kulturwissenschaftlicher Forschung eröffnen und Vorschläge zur Operationalisierung erarbeiten und 3. Anknüpfungspunkte für literatur- und kulturgeschichtliche Fragestellungen an konkreten Beispielen aufzeigen.


Programm:

DONNERSTAG, 21.02.2013
15.00 Uhr Begrüßung
15.15 Uhr Claudia Hillebrandt (Jena)/ Elisabeth Kampmann (Bochum): Sympathie und Literatur. Einführende Bemerkungen zu einem vernachlässigten Verhältnis

Sympathie und Literatur I – interdisziplinäre Perspektiven
15.45 Uhr Brigitte Scheele (Köln): Empathie und Sympathie bei der Literatur-Rezeption: ein Henne-Ei-Problem?
16.15 Uhr Diskussion
16.30 Uhr Kaffeepause
17.00 Uhr Tilman Reitz (Jena): Koordiniertes Fühlen. Empfindung und emotionale Zustände in literarischer Kommunikation
17.30 Uhr Diskussion

FREITAG, 22.02.2013
09.30 Uhr Tilmann Köppe (Göttingen): Sympathie mit fiktiven Personen. Theoretische Perspektiven
10.00 Uhr Diskussion
10.15 Uhr Dietmar Till (Tübingen): Funktionen von Sympathie/ Empathie in der Rhetorik
10.45 Uhr Diskussion
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Tom Kindt (Jena)/ Kai Sina (Göttingen): Sympathie und Komik. Zu Woody Allens Menschenfreundlichkeit
12.00 Uhr Diskussion

Mittagspause

Sympathielenkung – ein literaturtheoretisches Problem
14.00 Uhr Katharina Prinz/ Simone Winko (beide Göttingen): Sympathielenkung und textinterne Wertungen. Methodische Überlegungen
14.30 Uhr Diskussion
14.45 Uhr Thomas Anz (Marburg): Regeln der Sympathielenkung. Normative und deskriptive Poetiken emotionalisierender Figurendarstellung
15.15 Uhr Diskussion
15.30 Uhr Kaffeepause

Sympathie und Literatur II – literaturgeschichtliche Perspektiven
16.00 Uhr Friedrich Michael Dimpel (Erlangen): Tabuisierung und Dunkelheit – Probleme der Sympathiesteuerung in der Melusine Thürings von Ringoltingen
16.30 Uhr Diskussion
16.45 Uhr Andreas Degen (Potsdam): Sympathie und Faszination. Zum Verhältnis zweier wirkungsästhetischer Konzepte im Anschluss an Moses Mendelssohn
17.15 Uhr Diskussion

SAMSTAG, 23.02.2013
09.00 Uhr Fotis Jannidis (Würzburg): Sympathie ohne Moral? Zum Verhältnis von moralischen Normen und Sympathie-Schemata im 18. Jahrhundert
09.30 Uhr Diskussion
09.45 Uhr Julia Genz (Tübingen): „Sympathische Unsympathen“ – Heinrich Manns Professor Unrat und Josef von Sternbergs Der blaue Engel
10.15 Uhr Diskussion
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Jens Ewen (Jena): Deutungsangebote mit Sympathiepunkten. Zu einigen narrativen Strategien in Thomas Manns Doktor Faustus
11.30 Uhr Diskussion
11.45 Uhr Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse

Ende der Tagung

Weitere Informationen unter: http://www.uni-jena.de/Aktuelles_page_165217.html

Kontakt: claudia.hillebrandt@uni-jena.de ; Elisabeth.Kampmann@ruhr-uni-bochum.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-jena.de/Germanistische_Literaturwissenschaft.html
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortJena
Beginn21.02.2013
Ende23.02.2013
PersonName: Dr. Claudia Hillebrandt 
Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der FSU Jena 
E-Mail: claudia.hillebrandt@uni-jena.de 
KontaktdatenName/Institution: Dr. Claudia Hillebrandt, Institut für Germanistische Literaturwissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena 
Strasse/Postfach: Frommannsches Anwesen, Fürstengraben 18 
Postleitzahl: 07743 
Stadt: Jena 
Telefon: 03641/944228 
Fax: 03641/944202 
E-Mail: claudia.hillebrandt@uni-jena.de 
Internetadresse: http://www.uni-jena.de/Germanistische_Literaturwissenschaft.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Leserforschung; Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturdidaktik; Literaturpsychologie; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Themen; Rhetorik
Zusätzliches SuchwortSympathie
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/30972

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