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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Europa? Zur Kulturgeschichte einer Idee"
RessourcentypCall for Papers
TitelEuropa? Zur Kulturgeschichte einer Idee
BeschreibungEuropa? Zur Kulturgeschichte einer Idee.

Anlässlich des geplanten Beitritts der Republik Kroatien zur Europäischen Union veranstaltet das Institut für Germanistik der Universität Zadar in Zusammenarbeit mit der kroatischen Hegel-Gesellschaft Zadar und mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und Österreichischen Kulturforums in Zagreb vom 1. bis 5. September 2013 eine internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema „Europa? Zur Kulturgeschichte einer Idee.“
Das Fragezeichen zeigt an: die etymologische Herkunft des Wortes, die geographischen Grenzen des Subkontinents und die kulturelle Identität Europas sind seit jeher umstritten. Bernard-Henri Lévy prägte das Bonmot: „Europa ist kein Ort, sondern eine Idee.“ Handelt es sich um eine philosophische Idee? Gilt sie normativ oder regulativ? Stimmen Begriff und Wirklichkeit überein? Handelt es sich nicht eher um eine Konstruktion, Fiktion oder Illusion? Es stellen sich Fragen nach geographischen, historischen, wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen, architektonischen, sprachlichen, literarischen, philologischen, künstlerischen, musikalischen, religiösen, wissenschaftlichen und philosophischen Gesichtspunkten.
Bis ins 18. Jh. hinein war Europa kartographisch und ikonographisch das Christentum. Seit dem 18. Jh. entwickelte sich mittels historischer und regionaler Vergleiche ein reflexiver Begriff der europäischen Kultur. Europa zeichnete sich selbst vor anderen Kulturkreisen durch äußere Einheit und innere Vielfalt aus. Es war jahrhundertelang Schauplatz zahlreicher Errungenschaften, indessen wurde es von Krisen und Katastrophen heimgesucht. Teilung und Zerfall wirkten Einheit und Integration entgegen. Die europäische Identität wurde von Ausgrenzungen oder Vereinnahmungen des Anderen überschattet, sei es aus Sorge um oder Angst vor Einheit oder Vielfalt, sei es nach den Himmelsrichtungen oder Weltsphären, sei es im Streit der politischen Ideologien oder konfessionellen und religiösen Glaubensvorstellungen.
Aus der Leerstelle in der Präambel des Lissabonner Vertrags, der sich ohne nähere Bestimmung auf „die kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen Europas“ bezieht, erwächst eine Aufgabe für die kulturgeschichtliche Forschung: es gilt die Zeitstufen historisierend in Erinnerung an die Erzählungen der Europa-Idee aus der Vergangenheit die neuen Herausforderungen an die Gegenwart in Hinblick auf eine offene Zukunft zu überdenken. Eine Kulturgeschichte der Europa-Idee kann gleichermaßen einen wichtigen Beitrag zur Kritik am Eurozentrismus und Euroskeptizismus leisten.
Vor diesem Hintergrund möchten wir Nachwuchswissenschaftler und profilierte Forscher aus allen Fachbereichen aufrufen, ihre Beiträge zur Erforschung des kulturgeschichtlichen Wandels der Europa-Idee in Einzel- oder Gesamtuntersuchungen zu verschiedenen Epochen, Autoren oder Werken vorzustellen. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Herausgabe eines Tagungsbandes ist geplant. Unter Bewilligungsvorbehalt unserer Finanzierungsanträge können Reise- und Unterkunftskosten übernommen werden. Individuelle Bemühungen um Selbstfinanzierung aus anderen Quellen sind dennoch empfohlen.
Alle Interessierten werden gebeten bis zum 31. Mai 2013 ein Exposé (max. 500 Wörter) und eine kurze Biobibliographie (ca. 250 Wörter) zu ihren geplanten Beiträgen an tzelic@unizd.hr zu senden.


Vorsitzender des Organisationsausschusses
Univ.-Doz. Dr. Tomislav Zelić (Ph.D., USA)
Stellvertretender Institutsleiter des Instituts für Germanistik
Universität Zadar
Obala kralja Petra Krešimira IV. 2
HR-23000 Zadar, Kroatien

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Europe? Cultural history of an idea

On the occasion of the anticipated accession of the Republic of Croatia to the European Union, the Department of German Studies at the University of Zadar hosts an international and interdisciplinary conference on the topic “Europe? Cultural history of an Idea.” from September 1-5, 2013 in cooperation with the Croatian Hegel Society Zadar and support from the German Academic Exchange Service (DAAD) and the Austrian Cultural Forum Zagreb.
The question mark indicates: the etymological origin of the word, the geographic borderlines of the subcontinent, and the cultural identity of Europe are controversial. Bernard-Henri Lévy coined the bon mot: „Europe is not a place but an idea.“ Is it a philosophical idea? Is it normative or regulative? Does it concur with reality? Is it not rather a construction, fiction, or illusion? Many questions arise from different points of view: geography, history, economy, politics, law, architecture, linguistics, literary studies, philology, art, music, religion, and philosophy.
Europe was Christendom in cartography and iconography up until the eighteenth century. Since the eighteenth century a reflexive concept of European culture evolved through historical and regional comparison. Europe distinguished itself from other cultural spheres through external unity and internal diversity. It was the place for many achievements for centuries but it was simultaneously afflicted by crises and catastrophes. Divide and disintegration counteracted unity and integration. European identity was overshadowed by violent exclusions or usurpations of the other, be it out of concerns for or anxieties from unity or diversity, be it following the four points of the compass or the world spheres, be it in the conflict between political ideologies or confessional and religious beliefs.
From the loophole in the preamble to the Lisbon Treaty that refers to “the cultural, religious and humanist inheritance of Europe” without further provisions springs a task for research in cultural history: by historicizing the stages of time it is about recalling the narratives from the past to rethink the European idea in the face of new challenges in the present with an eye to the open future. A cultural history of the European idea may contribute to leveling a critique at Eurocentricism and Euroscepticism alike.
Against this backdrop, we call up junior and senior researchers from all fields to present their research on the cultural and historical change of the European idea through time in individual and summary examinations of different epochs, authors, and works. The conference languages are German and English. Publication of conference proceedings is planned. Travel and accommodation cost is reimbursable subject to approval. Individual application for self-financing from other funds is nonetheless recommended.
Interested presenters are kindly asked to send an abstract (max. 500 words) and short bio-bibliography (ca. 250 words) to tzelic@unizd.hr by May 31, 2013.


Conference Committee Chair
Tomislav Zelić (Ph.D., USA)
Assistant Professor and Deputy Chair
Department of German Studies
University of Zadar
Obala kralja Petra Krešimira IV. 2
HR-23000 Zadar, Croatia
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.unizd.hr/njemacki
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortZadar
Bewerbungsschluss31.05.2013
Anmeldeschluss12.08.2013
Beginn01.09.2013
Ende05.09.2013
PersonName: Tomislav Zelic 
Funktion: Kontaktperson 
E-Mail: tzelic@unizd.hr 
KontaktdatenName/Institution: Universität Zadar 
Strasse/Postfach: Obala kralja Petra Krešimira IV. 2 
Postleitzahl: HR-23000 
Stadt: Zadar 
Telefon: +385-23-200547 
E-Mail: tzelic@unizd.hr 
Internetadresse: www.unizd.hr/njemacki 
LandKroatien
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur- u. Kulturgeschichte
Zusätzliches SuchwortEuropa, Kulturgeschichte, Idee
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 06.00.00 Mittelalter > 06.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 07.00.00 Frühes Mittelalter (Von den Anfängen bis 1170) > 07.01.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 08.00.00 Hochmittelalter > 08.01.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert) > 09.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 10.00.00 16. Jahrhundert > 10.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 13.00.00 Goethezeit > 13.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 14.00.00 Romantik > 14.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR > 18.11.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich > 18.12.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz > 18.13.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland > 19.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich > 19.11.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.12.00 Schweiz > 19.12.03 Geistes- und Kulturgeschichte
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