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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Remediatisierung im Hypertext. Transtextualität im als Herausforderung"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelRemediatisierung im Hypertext. Transtextualität im als Herausforderung
BeschreibungRemediatisierung im Hypertext. Transtextualität im als Herausforderung

Arbeitstagung des Transcoop-Projekts 'Kafkas virtuelle Mediathek'
(Siegen – Princeton – Regensburg – Tübingen)

Regensburg, 30.11. – 1.12.2007
Ort: Großer Sitzungssaal der Philosophischen Fakultäten (PT 3.0.79)

Universität Regensburg
Universitätsstr. 31
93043 Regensburg

Gebäude: Theologie & Philosophie (PT)
(Lageplan: www.uni-regensburg.de/Einrichtungen/Rechenzentrum/Orientierung/uni.html)


Seit den frühen 1990er Jahren hat sich an die literaturtheoretische Rekonzeption des modernen literarischen Textes als „geometrischer Ort eines hors-texte", „Kreuzungspunkt von Schichten, die Myriaden von Horizonten entspringen" (A. Topia) eine lebhafte medientheoretische Diskussion über die neuen Perspektiven, Zugänge und Nutzungsweisen angeschlossen, die das neue Medium des elektronischen Hypertextes im Hinblick auf die besonders markanten Beispiele dieser Transtextualität der modernen Print-Literatur eröffnen würde.
In der Praxis allerdings beschränkt sich – entgegen manchen medienrevolutionären Szenarien der 90er Jahre – die „Remediatisierung" i.w.S. literarischer Hand- und Druckschriften im elektronischen „Schreibraum" des Hypertextes (J. Bolter) weitgehend auf die Optimierung biblionomer und archivalischer Strukturen und Funktionen der ‚Gutenberg-Galaxis'. Demgegenüber bleiben Versuche marginal, die komplexen Verweisstrukturen literarischer Print-Texte, also den durch sie erzeugten ‚autonomen' ästhetischen Raum selbst, durch Hypertext zu ‚remediatisieren'. Hierfür lassen sich zunächst zwei hauptsächliche Ursachenkomplexe benennen:

1) Die für die Digitalisierung literarischer Texte ‚zuständige' Disziplin, die Computerphilologie, definiert sich programmatisch über die Befassung mit „traditionellen philologischen Gegenständen":
a) Archivierung, Edition und Dissemination von Texten im elektronischen Format
b) Quantitativ-lexematische bzw. Qualitativ-semantische Analyse von Texten
c) Annotation, Kommentierung, wissenschaftliche Interpretation und Analyse von Texten (Tagging, Kodierung, Modellierung)
d) Methodenreflexion und Theoriebildung

2) Das Phänomen der Transtextualität überschreitet den „traditionellen", editionistisch bestimmten Textbegriff und seine tragende Unterscheidung von Textkörper und Textbedeutung. Wie die Forscher des Bachtin-Kreises gezeigt haben, lässt sich die Spezifik insbesondere literarischer Texte im Horizont des abstrakten Systems sprachlicher Formen nicht adäquat erfassen; nicht die – wie auch immer differenzierte und modalisierte – Bedeutung des Textes, sondern sein ereignishaftes Eintreten in den „Rede-Verkehr" bestimmt seinen ontologischen Status als ästhetisches Objekt. Erst durch die – transhermeneutische – Öffnung des literarischen Textes auf ein konkretes historisches Feld vorgängiger und gleichzeitiger Äußerungen wird die Komplexitätsschwelle überschritten, an der der Computer entweder als pathetische Metapher der Unzugänglichkeit/Unzulänglichkeit (bei J. Derrida), oder als praktisches Werkzeug zu Optimierung von Wissen (bei R. Busa) erscheint. In der Tat weist die Herausforderung der Digitalisierung von Transtextualität in zwei Richtungen: zum einen auf einen im Vergleich zu „traditionellen" computerphilologischen Aufgaben deutlich erhöhten Komplexitätsgrad im Hinblick auf Verdatung und Display; zum anderen – und vor dem Hintergrund des Komplexitätsgefälles zwischen ‚Joyce' und ‚IBM' – auf die Notwendigkeit einer diskurs-, medien- und kulturtheoretisch informierten Neukonzeption von Transtextualität in der Periode der Heraufkunft elektronischer Medien.



Freitag, 30.11.2007

14:45
Begrüßung (Bernhard Dotzler, Regensburg)


DIMENSIONEN VON TRANSTEXTUALITÄT


15:00
Benno Wagner (Siegen)
Transtextualität als Hypertext. Eine einführende Problemskizze

16:00
Timothy Attanucci (Princeton)
Beruf als Chiffre

17:00
Andreas Kilcher/Eva Edelmann (Tübingen)
Die Sprache des Zionismus und ihre Verhandlung bei Franz Kafka

18:00
Jochen Venus (Siegen)
Überlegungen zu einer transbiblionomen Poetik und Philologie am Beispiel von Franz Kafka und Arno Schmidt

20:00
Abendessen


Samstag, 1.12.2007


TRANSTEXTUALITÄT IM HYPERTEXT

9:30
Friedrich Geisselmann (Regensburg)
Multimedialität in den Planungen für eine ‚Deutsche Digitale Bibliothek'

10:30
Timo Reinhard/Michael Heilemann (Siegen/Regensburg)
Das virtuelle Kafka-Bureau. Von der Datenbank zum Hypertext

11:30
Alexander Mehler (Bielefeld)
Möglichkeiten und Grenzen der automatischen Explikation intertextueller Relationen: ein computerlinguistisches Modell

12:30
Christian Wolff (Regensburg)
Standards und Technologien für den Aufbau transtextueller Medienräume



Organisation:
Bernhard Dotzler, Benno Wagner, Christian Wolff


Kontakt:
Prof. Dr. Bernhard Dotzler
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Medienwissenschaft
Institut für Medien-, Informations- und
Kulturwissenschaft (IMIK)
D - 93040 Regensburg
Tel.: 0941/943-3455
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortRegensburg
Beginn30.11.2007
Ende01.12.2007
PersonName: Wagner, Benno [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: wagner@lit-wiss.uni-siegen.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Regensburg, Lehrstuhl für Medienwissenschaft, Institut für Medien-, Informations- und Kulturwissenschaft (IMIK)  
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 31 
Postleitzahl: 93040 
Stadt: Regensburg 
Telefon: +49(0)9419433455 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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