VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Das Theater des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Kulturelle Verhandlungen in einer Zeit des Wandels"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDas Theater des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Kulturelle Verhandlungen in einer Zeit des Wandels
Beschreibung"Das Theater des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Kulturelle Verhandlungen in einer Zeit des Wandels"

Interdisziplinäre Tagung

Termin: 6.-8. Februar 2013
Ort: Universität Amsterdam (UvA): Goethe Institut, Herengracht 470 (Eröffnungsvortrag 6.2.), Doelenzaal, Universiteitsbibliotheek, Singel 425 (Tagung 7./8.2.)
Veranstalter: Dr. Elke Huwiler, Deutsche Sprache & Kultur UvA sowie Amsterdam School for Cultural Analysis

Thema:

Das theatrale Geschehen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit in Europa befindet sich in einer Übergangszeit von in Festlichkeiten eingebundenen Spielformen einerseits und einer an einen festen Bühnenort gebundenen Theaterpraxis andererseits. Diese Übergangszeit ist geprägt von einer breiten Palette dramatischer Darbietungsformen: Schauspiele mit Laiendarstellern auf temporären Bühnen in den Städten, Darbietungen wandernder Schauspieltruppen, Aufführungen in Wirtshäusern, Schulen und anderen geschlossenen Räumen sowie höfische Aufführungspraktiken sind nur einige der bekanntesten Spielformen der Zeit.
Im Mittelpunkt der Tagung steht die Frage, wie in dieser Zeit in und durch theatrale(n) Formen kulturelle Spannungen verhandelt werden. Es wird davon ausgegangen, dass gerade im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit die Gesellschaft in theatralen Darbietungen ihre politischen, sozialen und kulturellen Bedingtheiten sowie (verborgene) Machtstrukturen überprüft, festigt oder aber in Frage stellt. Dabei beeinflusst eine Vielzahl von Elementen wie gesellschaftliche Anerkennung von Schauspiel und SchauspielerInnen, Zensurmechanismen durch die Behörden, Einbezug der Bevölkerung in das theatrale Geschehen, aber auch die räumliche Situierung des Theatergeschehens innerhalb des vorgegebenen (und sich wandelnden) topographischen und topologischen Gefüges die Art und Weise, wie diese Verhandlungen auf die Zuschauenden rückwirken konnten.
Ein besonderes Augenmerk soll dabei auch auf die Frage gerichtet werden, auf welche Weise die Forschung Erkenntnisse aus der historischen Theaterforschung einerseits und einer vorwiegend an Texten orientierten Literaturwissenschaft andererseits fruchtbar verbinden kann. Soziale und kulturelle Verhandlungen sollen sowohl anhand der Lektüre überlieferter Dramentexte als auch aus der versuchten historischen Einbettung von Aufführungen beleuchtet werden. Zu fragen ist insbesondere danach, auf welche Weise eine Verbindung der unterschiedlichen Perspektiven theoretisiert werden kann im Hinblick auf die Theaterpraxis des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit in Europa.

Tagungsprogramm:

6. Februar: Eröffnungsvortrag im Goethe Institut, Herengracht 470:

20.00
Kirsten Kramer (Bielefeld): Theatralität und Kosmologie. Variationen urbaner Raum- und Weltmodelle im spanischen Fronleichnamsspiel (Calderón)

Tagung im Doelenzaal, Universiteitsbibliotheek, Singel 425:

7. Februar

9.00
Begrüßung durch Elke Huwiler (Amsterdam)

THEATRALE PROZESSIONEN IM STÄDTISCHEN RAUM

9.15
Werner Röcke (Berlin): Prozessionen und der Vollzug von Recht und Glauben. Performances ritueller Bewegung im Theater des Spätmittelalters

9.45
Marion Steinicke (Bochum): Topographie eines städtischen Rituals. Das Mailänder Dreikönigsspiel und die Ancona dei Magi

10.45 Kaffeepause

PERFORMATIVE PRAKTIKEN DES OSTERFESTES

11.15
Johannes Janota (Augsburg): Und gheen myt der Antiphon vor dy eptischen. Zur Gestaltung der Osterfeiern in Frauenklöstern

11.45
Carla Dauven (Amsterdam): Ostern in Wienhausen

12.45 Mittagspause

PERFORMANZEN DES GLAUBENS

14.00
Glenn Ehrstine (Iowa): Crux interpretationis: Zum Gebrauch heiliger 'Requisiten' im Künzelsauer Fronleichnamsspiel

14.30
Philip Knäble (Bielefeld): Theatralität, Initiation, Sakralität – Tanzpraktiken im kirchlichen Kontext des Spätmittelalters

THEATRALE IDENTIFIKATIONEN

15.30
Sandra D. Theiß (Bochum): Progressiv oder restaurativ? – Ein Osterspiel bei Hofe

16.15 Kaffeepause

THEATRAL VERHANDELTE DISKURSFELDER

16.45
Kirsten Dickhaut (Koblenz Landau): Magische Verhandlungen – Der Negromant als Reflexionsfigur von Illusionskünstlern in Italien um 1500

17.15
Katharina Dufek (Wien): Geschlechterbeziehungen im Spannungsfeld zwischen komischem Theater, Marktplatz und Universität

8. Februar

STÄDTISCHER ORDNUNGSKONFLIKT UND ZENSUR

9.00
Klaus Ridder, Rebekka Nöcker, Beatrice von Lüpke (Tübingen): Ordnungskonflikte auf der Bühne des Spätmittelalters und der Reformationszeit

9.30
Jelle Koopmans (Amsterdam): Zensurmechanismen in Frankreich (1300-1660)

PUBLIKUM UND NATIONALE IDENTITÄT

11.00
Nadia T. van Pelt (Southampton): Spielen mit der Wirklichkeit: Abwägen von Risiko und Verantwortung des Publikums im englischen Drama der frühen Neuzeit

11.30
Ralf Hertel (Hamburg): Materialising England: Die Verhandlung nationaler Identität auf der elisabethanischen Bühne

12.30 Mittagspause

KONFESSIONELLE VERHANDLUNGEN IN MÄRTYRERSPIELEN

13.30
Cora Dietl (Giessen): Protestantisches Gedankengut auf der Simultanbühne: Melchior Neukirchs Stephanus (1592)

14.00
Heidy Greco-Kaufmann (Bern): Rohe Gewalt, Klamauk und freche Sprüche. Jakob Wilhelmis Aufführungen von Heiligen- und Märtyrerspielen im Spannungsfeld konkurrierender theatraler Formen

THEATRALE BILDER DES FREMDEN

15.00
Haruka Oba (Wien/Kyoto): Über Japan zu einem katholischen Europa? Japan und Japanbilder im frühneuzeitlichen Jesuitentheater

15.45 Kaffeepause

KULTURELLE VERHANDLUNGEN DURCH ADAPTATION

16.15
Kareen Seidler (Genève/Berlin): Kunst über alle Künste, ein bös Weib gut zu machen – Shakespeares The Taming of the Shrew auf der deutschen Wanderbühne

16.45
Katharina Keim (München): Theater für Bürgerschaft und Universität – städtische Schauspielkultur(en) im deutschsprachigen Raum nach 1648

18.30 Abschluss der Tagung

Kontakt:
Dr. Elke Huwiler
Assistant Professor
Deutsche Sprache & Kultur
Universität Amsterdam
Spuistraat 210
1012 VT Amsterdam
Niederlande
Tel: + 31 (0)20 525 6181
e-mail: e.huwiler@uva.nl

Tagungswebsite:
http://asca.uva.nl/conferences/das-theater-des-spaetmittelalters-und-der-fruehen-neuzeit
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortAmsterdam
Beginn06.02.2013
Ende08.02.2013
PersonName: Elke Huwiler 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: e.huwiler@uva.nl 
KontaktdatenName/Institution: Universiteit van Amsterdam 
Strasse/Postfach: Spuistraat 210 
Postleitzahl: 1012 VT 
Stadt: Amsterdam 
Telefon: +31205256181 
E-Mail: e.huwiler@uva.nl 
LandNiederlande
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Dramentheorie; Genderforschung; Literatur 1300 - 1500; Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Medien- u. Kommunikationstheorie; Theater (Aufführungspraxis)
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/30503

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 15.01.2013 | Impressum | Intern