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Ergebnisanzeige ""Vielerlei Versuche sind's, durch welche Kunst entsteht". Experiment und Literatur 1580-1790"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel"Vielerlei Versuche sind's, durch welche Kunst entsteht". Experiment und Literatur 1580-1790
BeschreibungEINLADUNG ZUR TAGUNG:

"Vielerlei Versuche sind's, durch welche Kunst entsteht"
Experiment und Literatur 1580-1790

Tagung an der ETH Zürich
7.-9. Dezember 2007

Dem Experiment als einer kulturellen Tätigkeit und den sich daraus ergebenden Produkten ist das Projekt "Experimentierkunst. Poetologie und Ästhetik des Versuchs in Neuzeit und Moderne" gewidmet, das im Rahmen der seit Oktober 2006 bestehenden SNF-Förderprofessur für Literaturwissenschaft an der ETH Zürich verfolgt wird. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Definitionsmacht über das 'Experimentelle' nicht prinzipiell bei der Wissenschaft und ihren Praktiken liege und von dort aus in andere Bereiche übertragen werde; im Gegenteil ist die Koevolution einer allgemeinen 'Kunst des Versuchs' während des 17. und 18. Jahrhunderts in verschiedenen Feldern des Wissens, im speziellen in Literatur und Naturlehre, der Ausgangspunkt, von dem aus, in interdisziplinär angelegten Untersuchungen, der 'Versuch' als epistemologische und poetologische Kategorie sowie als kulturgeschichtliches Konzept erschlossen werden soll. Es wird damit, in synchroner wie diachroner Perspektive, nach der Partizipation von Literatur am allgemeinen und spezifizierten Wissen und nach der Bedeutung von Fiktion, Rhetorik und Narrativik für die Wissenschaften gefragt.

Die erste von insgesamt drei geplanten Tagungen unseres Projekts wendet sich der Zeit von 1580 bis 1790 zu. Sie setzt ein beim historischen Entstehungszusammenhang einer 'Kunst des Versuchs', der markiert wird durch die Essayistik Montaignes und die Begründung der Erfahrungswissenschaft bei Bacon, und sie führt hin zu einer anderen Doppelkonstellation, nämlich der Ausbildung eines Systems der Experimentalwissenschaften im Kontext europäischer Aufklärungsbewegungen und der Begründung eines neuen Dichtungs-Begriffs um 1750. Es ist also das frühneuzeitliche Verhältnis von 'Literatur' und 'Wissenschaft' in ihren je vormodernen Konstitutionen, das von den Beiträger/innen untersucht werden wird im Hinblick auf den Status von Erkenntnis und Erzählung, von Tatsache und Rhetorik, von Fakten und Fiktionen. Thematisiert wird ein intermedialer und interdiskursiver Spielraum, in dem der 'Versuch' als produktives und repräsentatives Medium ein wichtiges Moment einer von moderner Neugier angetriebenen Wissenskultur ist, sich aber weder begrifflich noch konzeptuell ausdifferenziert hat. Die Epoche der Frühen Neuzeit und der Aufklärung, so kann zumindest erwartet werden, könnte sich so als ein zeit-räumliches Laboratorium erweisen, in dem in ergebnisoffenen Anordnungen ausprobiert wird, was später in disziplinärer Verfestigung sich präzisiert.


PROGRAMM

FREITAG, 7. 12. 2007
Ort: ETH Zentrum, Hauptgebäude, Rämistr. 101, Raum G19.1

09.00 - 09.30
Michael Gamper, Zürich: Begrüssung und Einleitung

09.30 - 10.15
Wolfgang Müller-Funk, Wien: Neugierde und literarisches Selbstexperiment im Essayismus der frühen Neuzeit. Montaigne und die Folgen

10.15 - 11.00
Wolfgang Krohn, Bielefeld: Rhetorik der Sachlichkeit - Francis Bacons literarische Experimente zur Begründung der Experimentalwissenschaft

11.00 - 11.30 Pause

11.30 - 12.15
Hans-Christian von Herrmann, Jena: Probe oder Untersuchung? Die "Saggi dell'Esperienze Naturali" der Accademia del Cimento

12.15 - 13.00
Misia Doms, Saarbrücken: Experiment im Gespräch - Gespräch als Experiment. Streifzüge durch die deutschsprachige barocke Gesprächsliteratur

13.00 - 15.00 Mittagspause

15.00 - 15.45
Martin Maurach, Frankfurt/Oder: Professionsmetaphern für "Experimente" in der Gelehrtenrepublik. Ein Vergleich von Bacon, Justi, Swift, u. a.

15.45 - 16.30
Maximilian Bergengruen, Freiburg: Die Wahrheit der Illusion. Zur literarischen Mobilisierung von Experienz in Harsdörffers Erquickstunden und Frauenzimmer Gesprächspielen

16.30 - 17.00 Pause

17.00 - 17.45
Richard Nate, Eichstätt: "Adventurous Attempts". Zur Topik des Experiments im frühneuzeitlichen England

17.45 - 18.30
Cornelia Wild, München: Schreibpraxis und Gottesbeweis - Pascals Experimentalsystem

***

SAMSTAG, 8. 12. 2007
Ort: Semper-Sternwarte, Schmelzbergstr. 25, Meridian-Saal

09.30 - 10.15
Sebastian Kühn, Berlin: Experimente im Tagebuch - chemische Laborprotokolle und astronomische Tagebücher im 17./18. Jahrhundert

10.15 - 11.00
Benjamin Specht, Oxford: Der Traum als Laboratorium. Fiktionale Traum-Erzählungen der Aufklärung zwischen Literatur und Experiment

11.00 - 11.30 Pause

11.30 - 12.15
Jörg Kreienbrock, Chicago: Merk's! Merk's! Aufmerksamkeit als Medium experimenteller Wahrnehmung in Barthold Heinrich Brockes' "Irdisches Vergnügen in Gott"

12.15 - 13.00
Ulrich Stadler, Basel: Den Weg zur richtigen Erkenntnis der Natur bahnen. Observieren und Experimentieren im Umkreis der Physikotheologie und bei Christian Wolff

13.00 - 15.00 Mittagspause

15.00 - 15.45
Thomas Fries, Zürich: Wissenschaftliches Denken als literarischer Dialog: d'Alembert, Diderot und Galiani

15.45 - 16.30
Roland Borgards, Giessen: Affenmenschen/Menschenaffen. Kreuzungsversuche im 18. Jahrhundert

16.30 - 17.00 Pause

17.00 - 17.45
Gunhild Berg, Halle (Saale): J. G. B. Pfeils "Versuch in moralischen Erzählungen" (1757). Empirische Psychologie und Anthropologie im Gattungsexperiment der aufklärerischen Literatur

17.45 - 18.30
Yvonne Wübben, Berlin: Wissenschaft im Experiment. Philosophische 'Versuche' und Experimentalkultur um 1750

***

SONNTAG, 9. 12. 2007
Ort: Semper-Sternwarte, Schmelzbergstr. 25, Meridian-Saal

09.30 - 10.15
Andreas Seidler, Karlsruhe: Ch. M. Wielands "Agathon". Das Experiment als gemeinsames Paradigma der Ausdifferenzierung von Literatur und Naturwissenschaft

10.15 - 11.00
Jörg Zimmer, Zürich: August Ludwig Schlözers "Anti-Basedow" - Textkonstellationen eines Erziehungsexperiments

11.00 - 11.30 Pause

11.30 - 12.15
Christine Weder, Basel: Experiment und Märchen: Zu einer literarisch-naturwissenschaftlichen Konstellation der Aufklärung

12.15 - 13.00
Marie-Christin Wilm, Berlin: Experimentalpoetik. Anthropologie und Ästhetik des Jakob Michael Reinhold Lenz

***

Eine Veranstaltung der SNF-Förderprofessur für Literaturwissenschaft an der ETH Zürich:
Prof. Dr. Michael Gamper, lic. phil. Martina Wernli, lic. phil. Jörg Zimmer, Mariana Prusak.

UNSERE HOMEPAGE:
http://www.lw.ethz.ch

KONTAKT:
ETH Zürich
lic. phil. Jörg Zimmer
SNF-Förderprofessur für Literaturwissenschaft
Rämistrasse 101, HG E 67.4
CH - 8092 Zürich
joerg.zimmer@gess.ethz.ch
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortZürich
Beginn07.12.2007
Ende09.12.2007
PersonName: Zimmer, Jörg 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: joerg.zimmer@gess.ethz.ch  
KontaktdatenName/Institution: ETH Zürich, SNF-Förderprofessur für Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Rämistrasse 101 
Postleitzahl: 8092 
Stadt: Zürich 
Internetadresse: http://www.lw.ethz.ch 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturtheorie: Themen
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik
Ediert von  H-Germanistik
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