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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Internationale Konferenz und Studierenden Tagung des Herder Kolleg. Zentrum für transdiziplinäre Kulturforschung"
RessourcentypCall for Papers
TitelInternationale Konferenz und Studierenden Tagung des Herder Kolleg. Zentrum für transdiziplinäre Kulturforschung
BeschreibungInternationale Konferenz und Studierenden Tagung
des Herder Kolleg. Zentrum für transdiziplinäre Kulturforschung
Stiftung Universität Hildesheim

Zeitpunkt: 26.-30.6.2013
Ort: Kulturcampus Domäne, Stiftung Universität Hildesheim

‚Making of‘
Beobachtung und Inszenierung ästhetischer Produktionsprozesse

Ausgangspunkt für die internationale Konferenz mit integrierter Studierenden Tagung ist die Beobachtung, dass gegenwärtig in den unterschiedlichsten Medien auf geradezu inflationäre Weise Formate entwickelt und präsentiert werden, in deren Mittelpunkt die Entstehungsprozesse künstlerischer Projekte oder ästhetischer Objekte stehen.
Nicht nur zeigt sich hier ein immer stärkeres Interesse von Künstlerinnen und Künstlern, die Dynamik und die Prozessualität der eigenen Tätigkeit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Auch auf der Seite des Publikums lässt sich ein verstärktes Interesse an der Begleitung oder Rekonstruktion ästhetischer Prozesse konstatieren: Leser, Zuhörer, Zuschauer sind gleichermaßen von Formaten fasziniert, die ihnen zeigen, dass Kunstwerke nicht nur als fertige Produkte, sondern vor allem als etwas Entstandenes zu verstehen sind. Dabei lösen sich die Formen des ‚Making of’ nicht selten vom direkten Bezug auf das Ergebnis des künstlerischen Produzierens ab und stellen den Vorgang des Machens in den Mittelpunkt. In diesen Verständigungs- und Beobachtungsprozessen wird auch die Kategorie des Werks selbst problematisiert und reflektiert.
Diese Entwicklung steht in auffälligem Zusammenhang mit der ebenso inflationären Etablierung populärkultureller Dokumentationsformate, die – z.T. auf ästhetisch innovative Weise – ein kulturindustrielles Produkt vor den Augen der Zuschauer entstehen lassen. Hochkonjunktur haben Castingshows, in denen minutiös die Entstehung eines Popstars, einer Boy- oder Girlgroup oder eines Models als Formierung nach Vorgaben und Regeln gezeigt wird. Dabei sind Sendungen dieser Art gerade nicht als Nebenprodukte gedacht. Vielmehr sind sie selbst das eigentlich ästhetische Produkt.
Versteht man die Formate des ‚Making of’ auf diese Weise, so lässt sich erkennen, dass sie viel mehr sind als ein bloßer Medieneffekt in der Kultur der Gegenwart. Ihren Ausgangspunkt nehmen sie von der Entwicklung einer Autonomieästhetik, die das ästhetische Werk vom künstlerischen Produzieren abtrennt, und der damit verbundenen Verschiebung von regelpoetischen und handwerklichen Vorgaben für die Künste hin zu individuellem künstlerischen Schaffen. In dem Maße wie das Konzept des künstlerischen Werks als Arbeitsprodukt eines individuellen und genialen Künstlers jenseits vorgegebener Regeln verstanden wird, wird es notwendig, auch die Entstehungsprozesse als individuelle in den Blick zu nehmen, sie an andere Künstler weiterzugeben (Aspekt der Weitergabe von Werkstattwissen an Kollegen), sie zur Aufklärung oder Weiterbildung des Publikums einzusetzen (Aspekt der Kulturvermittlung) und nicht zuletzt aus Gründen des Marketings in Umlauf zu bringen (Aspekt der Imagebildung für den Markt). So führt die Etablierung der Idee vom autonomen Kunstwerk und dem dazugehörigen Geniekult nur scheinbar dazu, dass die Entstehung von Werken zugunsten der Feier des fertigen Produkts ausgeblendet wird. Stattdessen wird das künstlerische Schaffen in einen erweiterten Produktionszusammenhang gestellt, der teils andere Lebensbereiche der Künstlerinnen und Künstler in den Blick nimmt und so immer auch Konzepte von Kunst und Künstlersein beschreibt und definiert.
Mit unserer internationalen Konferenz und der mit ihr verbundenen Studierenden Tagung wollen wir fächerübergreifend nach der Geschichte, Theorie und Praxis des ‚Making Of‘ fragen. Willkommen sind Beiträge,
* die erstens die Geschichte und Genealogie einer Selbstausstellung der ästhetischen und populärkulturellen Prozessualität aufgreifen;
* die zweitens methodologische und theoriegeleitete Fragen nach künstlerischen und populärkulturellen Inszenierungen von Schaffensprozessen adressieren – etwa die nach dem für die Formen des ‚Making of’ charakteristischen Medienwechsels – und
* die drittens die Praxis einer Produktionsästhetik befragen, die sich zwischen der Beobachtung künstlerischer und populärkultureller Praxis und deren gleichzeitiger Inszenierung bewegt.

VORLÄUFIGES PROGRAMM
26.6.2013 / abends: Studentische Performance und Begrüßungsfest

27.-28.6.2013: Studierenden Tagung im Zusammenwirken mit externen Mentoren/ Kommentatoren

28.6.2013 / nachmittags / abends: Abschluss der Studierenden Tagung und anschließender Eröffnungsvortrag der internationalen Konferenz. Empfang

29.-30.6.2013: Internationale Konferenz im Rahmen der Panel Geschichte-Theorie-Praxis des Making Of

29.6.2013 / abends: Studentische Performance

30.6.2013: Zusammenführung und Abschluss von Konferenz und Studierenden Tagung


Exposés für Vorträge im Umfang von 2.000 bis 3.000 Zeichen bitten wir bis zum 15. Januar 2013 an die folgende Adresse zu senden: makingof@uni-hildesheim.de


Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Prof. Dr. Stefan Krankenhagen (krankenh@uni-hildesheim.de)
Prof. Dr. Stephan Porombka (porombka@uni-hildesheim.de)
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKulturcampus Domäne, Stiftung Universität Hildesheim
Bewerbungsschluss15.01.2013
Beginn26.06.2013
Ende30.06.2013
Ediert von  H-Germanistik
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