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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Soziale / gesellschaftliche Rollen"
RessourcentypCall for Papers
TitelSoziale / gesellschaftliche Rollen
BeschreibungCFP – Jahrbuch der ungarischen Germanistik 2012
Bereich: Literaturwissenschaft
„Soziale/Gesellschaftliche Rollen”


„All the world’s a stage“ hieß es schon in Shakespeares‘ um 1600 entstandenem Stück Wie es euch gefällt. Die ganze Welt ist eine Bühne, wir nehmen darin nur Rollen ein.

In Anlehnung u. a. an George Herbert Meat beschreibt der Begriff soziale Rolle die Rollenerwartungen, die an das Individuum herangetragen werden und die über die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht, einer Rasse, einer Klasse, einer sozialen Gruppe etc. bestimmt werden. Der von Ralf Dahrendorf entwickelte Ansatz betrachtet die Übernahme von sozialen Rollen als gesellschaftlichen Zwang, der letztlich zur Entfremdung des Individuums führt. Andere Theorierichtungen betonen wiederum die Notwendigkeit der Rollendistanz, „um auswählen, negieren, modifizieren und interpretieren zu können“. (Lothar Krappmann) In jedem Fall dienen soziale Rollen zur Beschreibung des Verhältnisses zwischen Individuum und Gesellschaft und werden so zum wichtigen Analyseinstrument soziologischer, literaturwissenschaftlicher, gender-orientierter und anderer interdisziplinär ausgerichteter Forschungsrichtungen.

In Rückgriff auf die soziologischen Ansätze von Pierre Bourdieus Feldtheorie wird etwa nach dem Habitus der literarischen Akteure bzw. danach gefragt, wie soziale Kategorien wie Geschlecht, Rasse, Klasse die Produktionsbedingungen des künstlerischen Schaffens einer Autorin/eines Autors oder die Distributionsbedingungen ihrer/seiner Werke beeinflussen.

Eher kulturwissenschaftlich orientierte Zugänge (Gender Studies, Queer Theory u. a.) verbinden die Problematik der sozialen Rolle mit Fragen der symbolischen Ordnung, mit Normen und Werten, die auch die Verortung des Individuums in einer Gesellschaft ermöglichen oder im Falle der Abweichung seine Fremdheit reflektieren. Soziale Rollen hängen mit Kulturmodellen und Handlungsmustern, die die Orientierung ermöglichen, zusammen, aber auch mit Vorurteilen oder Sanktionen. Hervorgehoben wird in diesen Zugängen der Konstruktcharakter der legitimen Geltung der Norm.

Der Themenschwerpunkt des Jahrbuchs für Ungarische Germanistik sieht eine literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit sozialen Rollen vor. Erwünscht sind dabei sowohl Beiträge, die die Entstehung und Funktionsweise sozialer Rollen in literarischen Texten analysieren, als auch Aufsätze, die den Einfluss von sozialen Rollen auf den Literaturbetrieb in seinem weitesten Sinne beschreiben, oder theoretische Überlegungen, die den Begriff soziale Rolle in einem literarischen Kontext reflektieren. Möglich sind in diesem Rahmen auch literaturgeschichtliche Zugänge, die die relative Stabilität der Rolle oder aber vielmehr den Prozess der Innovationen und Änderungen reflektieren, aber auch Theorien, die Rolle eher als Kampfbegriff verstehen.

Einreichungstermin: 28. Februar 2013



CFP – Jahrbuch der ungarischen Germanistik 2012
Bereich: Sprachwissenschaft
„Soziale/Gesellschaftliche Rollen”



Die gesellschaftliche Verankerung eines Individuums ist u.a. dadurch gekennzeichnet, dass es Träger verschiedener Rollen ist, die ihm einerseits zugewiesen werden (Geschlecht, Herkunft, Rasse) oder die es andererseits im Laufe seines Lebens erwirbt. Dabei handelt es sich um normative Erwartungen an sein Verhalten in einer bestimmten sozialen Position. Rollen sind somit nicht individuell, sondern bilden sich heraus, „wenn Menschen ihre Handlungen routinemäßig und situationsübergreifend immer gleich deuten und sie in stabiler Weise aufeinander abstimmen“ (Girnth 2007: 206). Diese Vorhersagbarkeit des Verhaltens erleichtert die Interaktion in einer komplexen Rollenkonfiguration. Gelegentlich entspricht der Rollenträger aus bestimmten Gründen den Erwartungen an seine Position nicht, so dass es immer wieder zu Rollenkonflikten kommen kann, wobei dieser Verstoß gegen die Rollenerwartungen mit Sanktionen verbunden sein kann.

Um diese soziale/n Rolle/n auch oberflächensprachlich zu realisieren, werden bestimmte sprachliche Mittel eingesetzt. Besonders anthropologisch ausgerichtete Disziplinen der Sprachwissenschaft zeigen ein starkes Interesse an den Zusammenhängen von Sprachstruktur und Gesellschaftsstruktur, an der Sprache als sozialer Institution (de Saussure).

Im Rahmen des Themenschwerpunkts des Jahrbuchs für Ungarische Germanistik geht es um eine sprachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Konzepten sozialer Rollen. Erwünscht sind dabei sowohl Beiträge, die die Versprachlichung sozialer Rollen in sowohl mündlichen wie auch schriftlichen Textsorten analysieren, als auch Aufsätze, die sich der sprachlichen Umsetzung sozialer Rollen aus synchroner oder diachroner Perspektive im Rahmen von Soziolinguistik, Variationslinguistik, Konfliktlinguistik, Gender Studies u.a. nähern. Erwartet werden ferner auch Beiträge zur Dialektologie, zur Minderheitenforschung sowie zur Sprachinselforschung (insbesondere Untersuchungen zur linguistischen Beschreibung, zum Status, zur Rolle und zu den Perspektiven der ungarndeutschen Varietäten) sowie Untersuchungen zur Fachsprachenlinguistik, in denen auf den Fachsprachensprecher als sozialen Rollenträger fokussiert wird. Beiträge zum alterspezifischen Sprachgebrauch, zu den restringierten und elaborierten Codes sowie zur Sprachbarrierenproblematik und in diesem Zusammenhang auch zur Spracherziehung, Sprachpflege und Sprachkritik heißen ebenfalls willkommen. Von besonderem Interesse sind Aufsätze, die die Herausbildung neuer sozialer Rollenattribute durch die Inszenierungsindustrie und deren Versprachlichung zum Gegenstand haben bzw. sich der medialen Selbstinszenierung in den Massenmedien widmen.


Literatur
Girnth, Heiko (2007): Variationslinguistik. In: Steinbach, Markus et al.: (Hrsg.): Schnittstellen der germanistischen Linguistik. Stuttgart/Weimar: Metzler, 187-217.

Einreichungstermin: 28. Februar 2013



CFP – Jahrbuch der ungarischen Germanistik 2012

Bereich: Deutsch als Fremdsprache

Die gesellschaftliche Rolle/Soziale Rollen – im Fremdsprachenunterricht



Im Thema „Soziale Rollen – im Fremdsprachenunterricht“ lassen sich u.a. zwei Schwerpunkte setzen: Zum einen geht es um die Überlegung, in wie weit Themen über diverse gesellschaftliche Schichten im Unterricht präsent sein sollten.
Mit Hilfe von Texten besteht bekanntlich die Möglichkeit Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Gruppen im Unterricht darzustellen. So ist es hinsichtlich des Fremdsprachenerwerbs entscheidend, auf welche gesellschaftlichen Gruppen im Unterricht Bezug genommen wird.
Rollen beherrschen nicht nur die Gesellschaft, sondern ganz besonders natürlich das Individuum. So sind auch Fremdsprachenlerner_innen Rollenmustern bezüglich Geschlecht, Nationalität, Alter, Hautfarbe oder Klasse ausgesetzt. In wie weit kann nun der Fremdsprachenunterricht helfen, Stereotype zu zementieren oder aufzubrechen? In wie weit tut er das eine oder das andere? Mit Hilfe nicht nur von Texten können Repräsentationen verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen im Unterricht dargestellt werden. Dabei kann die eigene Gesellschaft im Bild des Ziellandes gespiegelt werden und umgekehrt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Themenbereiches wäre die Rolle der Fremdsprachensprecher selbst: Sie spielen eine relevante Rolle in der Gesellschaft, da sie als Mittler zwischen Menschen verschiedener Kulturen fungieren können.
So ist die Mehrsprachigkeit einzelner Personen ein Gewinn auch für die Gesellschaft. Im Rahmen der Mehrsprachigkeitsdidaktik werden Überlegungen angestellt, auf welchem Wege zu erreichen ist, dass man nicht nur in einer sondern mindestens in zwei Fremdsprachen souverän handeln kann. In diesem Kontext stellen sich Fragen, wie z. B: Was hat sich durch die Mehrsprachigkeitsdidaktik im Bereich Deutsch als Fremdsprache nachhaltig verändert? Wie erfolgreich ist das Umsetzen der Mehrsprachigkeitsdidaktik in der Praxis?

Weitere mögliche Fragestellungen für einen Aufsatz im Thema „Gesellschaftliche Rollen“ sind folgende:
- Welche neuen Aspekte lassen sich in den Landeskundeunterricht bringen? Sind die Vermittlung von Sprachkompetenz und die Sensibilisierung für verschiedene gesellschaftliche Gruppen miteinander zu verbinden?
- Inwieweit werden FremdsprachenlernerInnen auf ihre wichtige gesellschaftliche Rolle, als Mittler zu fungieren, vorbereitet? Welche neuen Akzente sind unter Umständen im Unterricht zu setzen?
- Wie lassen sich vor der Folie der Mehrsprachigkeitsdidaktik neuere Lehrwerke beurteilen? In wie weit werden im jeweiligen Lehrwerk Prinzipien der Mehrsprachigkeitsdidaktik tatsächlich umgesetzt?

Einreichungstermin: 28. Februar 2013

Dr. Lehel Sata, lehelsata@gmail.com
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss28.02.2013
PersonName: Dr. Lehel Sata 
Funktion: Univ. Oberassistent 
E-Mail: lehelsata@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Jahrbuch der ungarischen Germanistik 
Strasse/Postfach: Ifjúság u. 6. 
Postleitzahl: 7624 
Stadt: Pécs 
Telefon: +3672314008 
Fax: +3672314008 
E-Mail: jug.redaktion@gmail.com 
Internetadresse: www.jug.hu 
LandUngarn
SchlüsselbegriffeLinguistik; Literaturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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