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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Workshop: "Gerettete Kinder. Narrativik und Sozialisation bei Adalbert Stifter""
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelWorkshop: "Gerettete Kinder. Narrativik und Sozialisation bei Adalbert Stifter"
BeschreibungWorkshop: „Gerettete Kinder. Narrativik und Sozialisation bei Adalbert Stifter“


Veranstalter: Dr. Davide Giuriato (giuriato@lingua.uni-frankfurt.de), Univ.-Prof. Dr. Eva Horn, Mag. Marion Mang
Veranstaltungsort: Universitätsring 1, Wien; Stiege 7, 1. Stock Unterteilung, Raum ZG 201.153
Universität Wien, Institut für Germanistik, 30. November 2012


Das Werk Adalbert Stifters ist von einem ausdauernden und breit angelegten Interesse für Kinder gekennzeichnet. Dieser Sachverhalt ist mit dem Hinweis auf die tragende Rolle, die der unbefriedigte Kinderwunsch im Leben des Autors gespielt hat, nur vordergründig erklärt. Auch die Bezugnahme auf Stifters bürgerliches Erziehungsprogramm, das im Falle der Adoptivtochter Juliane Mohaupt dramatisch Schiffbruch erlitten und dabei alle Ambivalenzen pädagogischer Normalisierungsprozesse offengelegt hat, vermag allenfalls einen Aspekt von Stifters Aufmerksamkeit begreiflich zu machen. Im Motiv des Kindes konzentriert sich über die bildungspolitische Hingabe hinaus eine Mehrzahl von diskursübergreifenden Problemen, die Stifters Texte primär umtreiben. Neben einer poetologischen Perspektive, die eine spezifische »Kinder-Kunst« im Übergang von den märchenhaften Vorstellungen der Romantik zu einem modernen Bild universaler Entfremdung nach dem Modell Kaspar Hausers reflektiert (E. Geulen), bündeln Stifters infantile Gestalten eine Reihe kulturtheoretischer Überlegungen: Auf der schwer verfügbaren Schwelle zur symbolischen Ordnung stehend, veranschaulichen Kinder einen unmarkierten Raum, der bei Stifter dem schwierigen Prozeß der Kulturation unterzogen wird und die Texte als Geschichten scheiternder oder zwanghaft gelingender Sozialisationen lesbar macht (A. Koschorke, C. Begemann). An diesem Punkt wird die Veranstaltung einsetzen und zeigen, daß dieses Integrationsprojekt von einem politischen Programm gerahmt ist, das Michel Foucault mit dem Begriff der »Biopolitik« erfaßt hat und das sich in der Moderne durch die umfassende Sorge um das physische Dasein des Menschen zwecks Reproduktion auszeichnet. Wo Kinder im Raum der Kultur ›gerettet‹ und gleichsam sichergestellt werden sollen, steht bei Stifter nichts weniger als die zentrale politische Aufgabe der Moderne zur Debatte. Zu fragen ist auch, wie dieses Programm erzähltheoretisch umgesetzt werden kann – wie Erzählen bei Stifter zu einer Kulturtechnik der sozialen und historischen Integration wird.



PROGRAMM

10.15 bis 10.30 Uhr Uni.-Prof. Dr. Eva Horn (Universität Wien)
Begrüßung und Einleitung

10.30 bis 11.30 Uhr Dr. Davide Giuriato (Goethe Universität Frankfurt/Main)
„Kinder retten, Leben retten. Zu Stifters Waldgänger“

11.30 bis 12.00 Uhr Kaffeepause

12.00 bis 13.00 Uhr Prof. Dr. Christian Begemann (LMU München)
„Interiorisierung als Katastrophenbannung. Zu Stifters Granit“

13.00 bis 14.30 Uhr MITTAGSPAUSE

14.30 bis 15.30 Uhr Ass.-Prof. Dr. habil. Werner Michler (Universität Wien)
„Der Dichter als Kind. Zu Stifters ‚autobiographischem Fragment’“

15.30 bis 16.30 Uhr PD Dr. Cornelia Zumbusch (Universität Konstanz)
„‚rein und anfangsfähig’. Stifters Söhne (Die Narrenburg, Die Mappe meines Urgroßvaters)

16.30 bis 17.00 Uhr Kaffeepause

17.00 bis 18.00 Uhr Prof. Dr. Juliane Vogel (Universität Konstanz)
„Flache Archäologie. Bergung bei Stifter“



Eintritt frei
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 28. November 2012: giuriato@lingua.uni-frankfurt.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWien
Anmeldeschluss28.11.2012
Beginn30.11.2012
Ende30.11.2012
PersonName: Dr. Davide Giuriato 
Funktion: Wissenschaftlicher Mitarbeiter 
E-Mail: giuriato@lingua.uni-frankfurt.de 
KontaktdatenName/Institution: Dr. Davide Giuriato, Goethe Universität Frankfurt am Main 
Strasse/Postfach: Grüneburgplatz 1 
Postleitzahl: 60629 
Stadt: Frankfurt am Main 
E-Mail: giuriato@lingua.uni-frankfurt.de 
LandDeutschland
Ediert von  H-Germanistik
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