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Ergebnisanzeige ""Republik": Ursprünge, Ausgestaltungen, Repräsentationen eines scheinbar universellen Begriffs."
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel"Republik": Ursprünge, Ausgestaltungen, Repräsentationen eines scheinbar universellen Begriffs.
Beschreibung14.-17. November 2012

Evangelisches Stift,
Klosterberg 2
72070 Tübingen

Das nächste Kolloquium des Projekts WerteWelten wird im bewährten Format von zweieinhalb Tagen im November stattfinden. Wir möchten alle Partner in unserem Netzwerk einladen, sich diesen Termin vorzumerken und Themenvorschläge aus den Bereichen Literatur und Kunst, Rechtswissenschaft oder Ideengeschichte einzureichen.
Das Rahmenthema lautet „Republik“. Hinter diesem scheinbar universellen Begriff verstecken sich bei näherer Betrachtung ganz unterschiedlich wahrgenommene und ausgestaltete Konzepte. Im Kern geht es, wie es etymologisch nahe liegt, um die Konzeption des „Gemeinwohls“ und gleichzeitig des „öffentlichen Raums“.
Aus europäischer Perspektive ist der Begriff „Republik“ einer der politisch-kulturellen Kernbegriffe überhaupt. In der römischen Antike entwickelt, benennt er eine bestimmte Vorstellung von Organisation einer politisch verfassten Gesellschaft. Die Regierungsform ist in der ursprünglichen Form der Republik noch nachgeordnet: es kann durchaus eine Republik geben, die sich in monarchischer oder oligarchischer Form ausgestaltet. Entscheidend ist vielmehr, was bis heute im Begriff mitgedacht ist: eine rechtsstaatliche Verfassung, mit subjektiven Rechten ausgestattete Personen und die Möglichkeit des Einzelnen, in diesem System seine Rechte einzuklagen.

Die moderne Republik (in europäischem Verständnis) entsteht bei den Unabhängigkeitsbewegungen der Niederlande, die sich vom habsburgischen Regime befreien. Ausgehend von der Naturrechtslehre werden dem einzelnen Staatsbürger Rechte zuerkannt, die nicht metaphysisch, sondern aus der Natur abgeleitet werden. Dieser gesellschaftliche Zustand wird nicht, wie es 1789 der Fall sein sollte, aus einer Revolution hergeleitet, sondern versteht sich als Einlösung dessen, was in der Natur des Menschen angelegt ist. Dabei gibt es (implizit) eine Trennung von staatlicher Verfassung und Religion.
Dieses genuin europäische Verständnis von Republik, das heute weltweit vorzuherrschen scheint, soll im Dialog mit Vertretern anderer Kulturen und Disziplinen überprüft werden. Sehr unterschiedliche Staaten bezeichnen sich selbst als Republik. Anlässlich der teils sehr emotionalen Debatten um die jungen Regime in Nordafrika, die sich jeweils gerne als „islamische Republik“ bezeichnen, scheint es angebracht, verschiedenen Vorstellungen und Repräsentationen von „Republik“ nachzugehen und diese in den Mittelpunkt der Diskussionen zu stellen. Auch innerhalb der europäischen Union gibt es seit Jahren eine Debatte um die Frage, wie die demokratischen Regierungsformen, die in der Moderne mit dem Begriff „Republik“ eng verknüpft sind, an eine teilweise supranationale Staatengemeinschaft angepasst werden können.

Bei dem Kolloquium geht es sowohl um juristische Fragen als auch um Formen der öffentlichen Darstellung. Denn neben der Rechtsstaatlichkeit der Republik gehört zu ihrer Grundstruktur die Existenz eines öffentlichen Raums, der Meinungs- und Argumentationsfreiheit garantiert. Deshalb gehören auch kultur-, literatur- und medienwissenschaftliche Fragestellungen zu der Thematik – im Zentrum steht dabei die Frage nach der republikspezifischen Formen der Kommunikation und symbolischen Repräsentation (der Nation). Das dritte Element betrifft die Heranbildung der aktiven „citoyen“, ohne die jede Vorstellung von Republik abstrakt bleiben muss. Die (ebenfalls in der Natur verortete) Fähigkeit des Menschen, sich „aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ zu befreien gehört zum Ideal einer Republik, weshalb erziehungswissenschaftliche Fragestellungen gleichfalls eine zentrale Rolle spielen.

Der Tagungsplan und nähere Informationen zu dieser Konferenz sind auf der Homepage des Projekts zu finden.

www.wertewelten.net

ALLE VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DIESER KONFERENZ SIND ÖFFENTLICH.


Mittwoch, 14. November 2011
20:15 Abdelfattah Mourou (Tunis) et Alexandre Adler (Paris)
Valeurs universelles? — Regards croisés sur la République. (wird simultan übersetzt)

Universität Tübingen, Kupferbau, Hörsaal 21

Donnerstag 15. November 2012

9:00 Frank Baasner (Ludwigsburg)
Einführung

9:30 Leo Kreutzer (Köln)
Goethes Vorstellungen von einer künftigen „Weltliteratur“ als Entwurf einer kulturellen „Weltrepublik“.

10:15 Jürgen Wertheimer (Tübingen)
Die Republik als Show und Schau-Spiel (Büchner, Schiller).

11:00 Kaffeepause
11:15 Inge Jens (Tübingen)
Thomas Mann „Von deutscher Republik“.

12:00 Gret Haller (Bern)
„Res publica“ und Marktmechanismen: Bandbreite des westlichen Republikverständnisses und Anschlussfähigkeit für nicht-westliche Kulturen.

13:00 Mittagspause

14:15 Ali-Ridha Chennoufi (Tunis)
Der Versuch der Islamisierung der künftigen tunesischen Verfassung.

15:00 Faw zi Boubia (Rabat/Caen)
IRHALOKRATIE — Von der Revolution zum Rechtsstaat.

15:45 Kaffeepause
16:00 L event Tezcan (Tilburg)
Mythen der türkischen Republik.

16:45 Davide Carbonai (Porto Alegre)
Netz-Kapitalismus als Paradox einer Weltrepublik: Probleme der Messung und des Vergleichens der sozialen Netzwerk-Analyse.

ab 17:30 Nach dem Ende der Diskussion Abendimbiss im Stift.

20:15 Boualem Sansal (Algier)
Lesung und Diskussion (in französischer Sprache mit Übersetzung).
Universität Tübingen, Kupferbau, Hörsaal 25

Freitag 16. November 2012
9:30 Ronel Alberti da Rosa (Porto Alegre)
Republikanischer Ritus im Süden der Welt: Die Krise in Paraguay als Beispiel der Spannungen zwischen nationaler Symbolik und internationalem Abkommen.

10:15 Khad i Fa ll (Dakar)
Kann man im subsaharischen Afrika von dem universellen Charakter des Begriffs „Republik“ sprechen? Das Beispiel Senegals.

11:00 Kaffeepause

11:15 Amadou Ba (Dakar)
Wege und Irrwege zur Republik — Ein afrikanisches Dilemma.

12:00 Carlotta von Maltzan (Stellenbosch)
Zur „afrikanischen“ Republik: Zuma, Sonnenschein und Satire.

13:00 Mittagessen

14:15 Chetana Nagavajara (Bangkok)
Kritik als öffentliche Angelegenheit: Fallstudien aus Thailand.

15:00 Suntariya Muanpaw ong (Bangkok)
Das Attentat auf die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Thailand.

15:45 Kaffeepause

16:00 Rolf Gröschner mit Christian auf der Heiden (Jena)
Republik: Öffentlicher Raum der Freistaatlichkeit.

ab 17:30 Nach dem Ende der Diskussion Abendimbiss im Stift.

20:15 Liao Yiwu (z. Zt. Berlin)
Lesung und Diskussion (mit Übersetzung). In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Osiander. Universität Tübingen, Kupferbau, Hörsaal 25

Samstag, 17. November 2012
9:30 Mu n-Yeong Ahn (Seoul)
Die Republik zwischen Nominalismus und Realismus in der konfuzianistischen Tradition von Korea.

10:15 T eruaki Ta kahashi (Tokio)
Japan — weder Kaiserreich noch Republik.

11:00 Kaffeepause

11:15 Heinz-Dieter Assmann (Tübingen)
Republikanisierung statt Demokratisierung des Kapitalismus — eine Auseinandersetzung mit der neuen kulturalistischen Deutung des Kapitalismus.

12:00 Karin Amos (Tübingen)
Republik und Demokratie: Traditionen öffentlicher Bildung in den USA.

13:00 Mittagessen
Ende des Wertewelten-Forums.


Kontakt:
E-mail: nadjib.sadikou@uni-tuebingen.de, pradnya.bivalkar@uni-tuebingen.de
Tel.: 07071-29-77121 / 76869
Web: http://wertewelten.net/

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTübingen
Beginn14.11.2012
Ende17.11.2012
KontaktdatenName/Institution: Projekt Wertewelten 
Strasse/Postfach: Hölderlinstraße 19 
Postleitzahl: 72074 
Stadt: Tübingen 
Telefon: 07071-29-77121 / 76869 
E-Mail: nadjib.sadikou@uni-tuebingen.de, pradnya.bivalkar@uni-tuebingen.de  
Internetadresse: http://wertewelten.net/index.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeSprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur- u. Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/29358

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